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Gemeinde hält an Kauf von Höhle fest

Niedaltdorf. Ein Naturdenkmal ist die Tropfsteinhöhle in Niedaltdorf. Um sie touristisch zu nutzen, will die Gemeinde Rehlingen-Siersburg die Höhle aufkaufen und manches erneuern. Bislang aber hatte sie kein Geld dafür. Von SZ-MitarbeiterJohannes A. Bodwing

"Rehlingen-Siersburg interessiert an Erwerb der Sehenswürdigkeit", hieß es vor gut einem Jahr. Dahinter stand die Absicht der Gemeinde, das Naturdenkmal Tropfsteinhöhle in Niedaltdorf von einer Erbengemeinschaft aufzukaufen. Dies soll helfen, die Attraktivität durch Modernisierungsmaßnahmen langfristig zu sichern. Die Höhle ist immer noch in Privatbesitz. Denn im Doppelhaushalt 2013/14 verblieb kein Geld mehr für den Ankauf. "Wir kaufen nicht vor 2015", hieß es deshalb von Seiten des Gemeinderates. Das Vorhaben selbst werde jedoch weiter verfolgt, sagte Bürgermeister Martin Silvanus (SPD) jetzt auf Anfrage.

Eigentümer ist eine Erbengemeinschaft mit sechs Geschwistern. Deren Sprecher, Gilles Biehl, hatte bereits das Einverständnis zum Verkauf geäußert. Auf die Familie Biehl gehen Fund und Ausbau der Tropfsteinhöhle zurück.

Beim Ausschachten für das Gasthaus Zur Tropfsteinhöhle stieß man 1880 erstmals auf Hohlräume. Fast 50 Jahre blieben sie unbeachtet, bis sie 1927 bei Ausbesserungsarbeiten im Keller erneut entdeckt wurden. 1928 baute Willi Biehl eine Zugangstreppe, mit einem Suchstollen fand er schließlich den langen Ostgang der Höhle. 1933 war ein Rundgang fertiggestellt und elektrisch beleuchtet.

1937 kam die Niedaltdorfer Tropfsteinhöhle unter Naturschutz. Sie ist um die 8000 Jahre alt und eine der recht seltenen Tuffhöhlen. Das Material besteht aus vergleichsweise weichen Ablagerungen mit jungen Versteinerungen wie Ästen, Blättern und auch Schneckenschalen.

Durch den Kauf der Gemeinde könne die Kontinuität der touristischen Nutzung bewahrt werden, sagte Silvanus. Außerdem würden auf diesem Wege Zuschüsse ermöglicht. Rund 145 000 Euro seien für den Kauf eingeplant, rund 50 Prozent davon gäbe es vom Land. Das Geld müsse in die Hand genommen werden, um das Naturdenkmal zeitgemäß zu präsentieren, verdeutlichte Silvanus. Auch müsse der Empfangsraum dringend modernisiert werden, und die Beleuchtung sei zu erneuern.

Die Höhle und das darüber stehende Gebäude seien zwei verschiedene Besitztümer. "Wir würden nur die Höhle kaufen", sagte Silvanus, "und den dazugehörigen Vorraum". Werde die Tropfsteinhöhle künftig unter Federführung der Gemeinde betrieben, erleichtere das vieles, bis hin zur Festlegung von Öffnungszeiten.

"Ende 2014 werden wir das Ganze noch mal durchdenken", sagte Silvanus. "Wenn die Haushaltslage besser ist."