"Es ist ein ständiger Kampf ums Überleben"

Saarbrücken. Christiane Maleika pendelt zwischen zwei Welten. In Saarbrücken ist die pensionierte Ärztin zu Hause. Doch seit Jahren verbringt sie immer wieder viele Monate in Uganda, wo sie als Gründerin des Vereins Hilfe für Tororo/Uganda Projekte auf die Beine stellt, um die Lebensbedingungen der dort in Armut lebenden Landbevölkerung zu verbessern

Saarbrücken. Christiane Maleika pendelt zwischen zwei Welten. In Saarbrücken ist die pensionierte Ärztin zu Hause. Doch seit Jahren verbringt sie immer wieder viele Monate in Uganda, wo sie als Gründerin des Vereins Hilfe für Tororo/Uganda Projekte auf die Beine stellt, um die Lebensbedingungen der dort in Armut lebenden Landbevölkerung zu verbessern."Die Menschen in dem ugandischen Bezirk Tororo leben von der Hand in den Mund", berichtet Maleika: "Aufgrund der langen Trockenperioden gibt es viele Ernteausfälle. Es ist ein ständiger Kampf ums Überleben." Durch die weltweite Finanzkrise habe sich die Situation weiter verschlechtert: "Die Preise für Nahrungsmittel und Benzin sind deutlich gestiegen, und auch in Uganda gibt es Unruhen, die mit dem Krieg in Libyen zusammenhängen." Denn der libysche Diktator Gaddafi habe Uganda finanziell unterstützt. Nun fehle dieses Geld.

Mit Spenden von Privatleuten und Zuschüssen von saarländischen Ministerien haben Christiane Maleika und die rund 30 Mitglieder des Vereins in den vergangenen Jahren zahlreiche Hilfsprojekte in Tororo gestartet.

So unterhält der Verein eine Schule, an der zurzeit rund 80 Kinder lernen. Für die Schüler gibt es täglich ein warmes Essen. "Unser Ziel ist es, den Kindern bessere Berufschancen zu eröffnen", erklärt Maleika: "Mit einem Schulabschluss sind sie nicht mehr auf unterbezahlte Hilfsjobs angewiesen."

Die Ausstattung der Schule hat der Verein nach und nach verbessert. So wurde 2010 ein Physik- und Chemielabor eingerichtet, das die Rotarier Saarlouis Untere Saar gesponsert haben. Das saarländische Umweltministerium gab Geld für eine Solar-Beleuchtung, die ebenfalls 2010 eingeweiht wurde. "Im Sommer werden wir die Schule um einen Berufsschulzweig für eine landwirtschaftliche Ausbildung erweitern", kündigt Maleika an. Dort sollen die Schüler lernen, wie sie unter den gegebenen Umständen möglichst gute Erträge erzielen können. Auch um die Gesundheit der Menschen kümmert sich der Verein. Seit 2007 unterhält er ein Gesundheitserziehungszentrum, das Ernährungs-, Familien- und Hygieneberatung anbietet, um die Verbreitung von Krankheiten wie Aids und vor allem der für Kinder gefährlichen Durchfallerkrankungen zu verhindern.

Mit Veronica Nyadoi ist eine Einheimische mit der Beratung betraut. Auch ihre Ausbildung zur Sozialarbeiterin wurde vom Verein Hilfe für Tororo/Uganda finanziert. Um zumindest einen Teil der Kosten für das Gesundheitserziehungszentrum abdecken zu können, betreibt der Verein auch eine Bäckerei, deren Erlöse dem Zentrum zu Gute kommen. Maleika: "Doch die Menschen haben nur wenig Geld, um dort etwas zu kaufen oder das Schulgeld für ihre Kinder aufzubringen."

Umso dringender sei der Verein auf Unterstützung aus dem Saarland angewiesen. Damit Geld in die Kasse kommt, veranstalten die Ehrenamtlichen des Vereins in der Caritasklinik St. Theresia und der Saarbrücker Fußgängerzone regelmäßig Büchermärkte. Außerdem unterstützen private Spender und Sponsoren wie die Barmenia Krankenversicherung die Arbeit des Vereins.

Auch Kinder und Jugendliche setzen sich für den guten Zweck ein. So veranstaltete die Gesamtschule Sulzbachtal im Mai einen Benefizlauf zu Gunsten von Hilfe für Tororo/Uganda. "Das ist ein tolles Engagement", freut sich Christiane Maleika. Bereits 2010 habe es an der Gesamtschule Sulzbachtal einen Benefizlauf gegeben. 2012 soll die Aktion wiederholt werden.

Hintergrund

Tororo ist ein Bezirk in Ost-Uganda nahe Kenia. In rund zehn Dörfern wohnen etwa 50 000 Menschen, die vorwiegend von Ackerbau und Viehzucht leben. Die Menschen haben nur ein sehr geringes Einkommen, bezahlbare medizinische Einrichtungen gibt es in erreichbarer Nähe nicht. Außerdem fehlt es an Schulen, die junge Leute auf einen Beruf vorbereiten. rae

Infos: info@help-tororo.org.

Sie lernen in der Schule, die der Verein Hilfe für Tororo/Uganda gebaut hat. Fotos: Verein/ Maleika.

help-tororo.org