Pianist Martin Tchiba kommt zur Sommermusik nach Saarbrücken

Sommermusik : Saarbrücken liegt ihm am Herzen

Martin Tchiba hat in der Landeshauptstadt Musik studiert und kommt immer wieder gerne hierher. So auch dieses Mal zur Sommermusik in Saarbrücken.

„Die Sommermusik mit ihrem einzigartigen Flair und ihrem Stammpublikum ist mir ans Herz gewachsen“, sagt Martin Tchiba (37). Er freut sich, dass er in diesem Jahr bereits zum zehnten Mal das Programm bereichern und die lieb gewonnene Tradition fortführen wird. Denn er schätzt Saarbrücken als kulturellen Ort sehr. Mit der Stadt verbindet ihn gar noch mehr. „Mit achtzehn Jahren bin ich fürs Klavierstudium nach Saarbrücken gekommen und habe fünf Jahre am St. Johanner Markt gelebt.“ Diese Zeit sei für ihn in seiner Entwicklung als Musiker sehr prägend gewesen. Seine Verbundenheit zum Saarland besteht bis heute.

Wenn es ihn aus beruflichen Gründen in die Landeshauptstadt verschlägt, dann hängt er gerne ein paar Tage Urlaub im Saarland dran. Auch sonst reist Tchiba beruflich viel. „Am besten kann man die Welt beim Arbeiten kennenlernen. Auf meinen Konzertreisen habe ich mit den Leuten vor Ort zu tun und erkunde somit deren Identitäten und die jeweiligen kulturellen Finessen“, sagt der Pianist. Für seine vielen Auftritte im In- und Ausland hat er sich bei Düsseldorf als Wohnort ausgesucht, von wo er relativ schnell überall ist. Entspannung und Regulation findet er beim Sport, bevorzugt beim Wandern. „Während langer Wanderungen entwickle ich künstlerische Ideen“, verrät er.

Für sein zehnjähriges Jubiläum auf der diesjährigen Sommermusik hat er sich ein ganz besonderes Programm ausgedacht. „Normalerweise spiele ich ein gemischtes Programm aus klassisch-romantischem Repertoire und zeitgenössischer Musik. Aber dieses Mal konzentriere ich mich ausschließlich auf die Romantik, die mir besonders am Herzen liegt“, erklärt Tchiba und führt weiter aus: „Das besondere Spannungsverhältnis zwischen einerseits virtuosen und andererseits träumerischen spätromantischen Klängen macht diesen Abend aus.“

Im Mittelpunkt stehen zwei späte Klavierzyklen von Johannes Brahms: die von spritzig-virtuosen Capricci und feinen Charakterstücken geprägten „Sieben Fantasien“ op. 116 und die tiefgründigen, von Brahms als „Wiegenlieder meiner Schmerzen“ bezeichneten „Drei Intermezzi“ op. 117. Tchibas Aufnahme der „Fantasie op. 116. Nr. 4“ von Brahms wurde weltweit über 14 Millionen Mal bei „Spotify“ gehört und zählt somit zu den herausragend erfolgreichen Klassik-Titeln auf dieser Plattform. Außerdem an diesem Abend zu hören: Franz Liszt. Sein luminöses „En rêve“ (Im Traum) und das klangmalerische „Nuages gris“ (Graue Wolken) machen diesen Schöpfer legendär-transzendentaler Klaviermusik von einer ganz ungewohnten Seite erlebbar. Und auch von Richard Wagner überraschende Töne: mit der kurzen, aber hochemotionalen „Elegie in As-Dur“.

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