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Madonna mit Kind von Erwin Guth in St. Arnual

Kunst im öffentlichen Raum : Eine Madonna mit Kind, die neugierig macht

Vor dem Heimatmuseum in St. Arnual hat die Skulptur von Erwin Guth eine neue Heimat gefunden.

In der St. Arnualer Augustinerstraße, nur wenige Schritte vom Marktplatz und der Stiftskirche entfernt und unmittelbar vor dem Heimatmuseum, steht die Skulptur „Madonna mit Kind“. Die zarte, berührende Darstellung einer modernen Madonna mit Christuskind stammt von dem Saarbrücker Künstler Erwin Guth und muss um das Jahr 1953 angefertigt worden sein.

Denn tatsächlich umweht die helle, zwei Meter hohe Marmorskulptur ein Geheimnis. Über den Künstler Erwin Guth, der 1927 geboren wurde, gibt es nur sehr wenige Nachrichten. Denn er wanderte im Jahr 1953 nach Brisbane in Australien aus. Bis in das Jahr 1964 arbeitete er dort als Bildhauer, und erschuf großformatige Heiligenskulpturen für verschiedene Kirchen und Kriegsdenkmäler.

In Saarbrücken ist einzig noch eine Beteiligung von ihm an der Ausstellung „Jugend dient dem Frieden“ im Jahr 1953, gemeinsam mit Otto Lackenmacher, dokumentiert.

„Die Skulptur ,Madonna mit Kind’ wurde im Jahr 1954 vom Saarland erworben“, weiß Ulrike Stein, Vorsitzende des Heimatvereins St. Arnual zu berichten. „Sie wurde zuerst auf dem Gelände der Werkkunstschule ausgestellt, später dann im Hof des Saarländischen Landestheaters in St. Arnual.“

Dort muss die Skulptur auch entstanden sein, denn Erwin Guth hatte im Keller des späteren Landestheaters sein Atelier. Als das Theater im Jahr 2005 geschlossen wurde, wurde die Marmorskulptur seitlich des Gebäudes auf dem Boden abgelegt.

Als der Heimatverein St. Arnual davon erfuhr, bemühte man sich um die Figur. Denn als Erinnerung an das geschlossene Theater stellt sie auch ein Stückchen Daarler Dorfgeschichte dar. Im Jahr 2006 konnte ein Leihvertrag zwischen dem Heimatverein St. Arnual und dem Ministerium für Bildung, Kultur und Wissenschaft unterzeichnet werden.

Seither steht die „Madonna mit Kind“ vor dem barock umgebauten, zurückgesetzten Gebäude des Heimatmuseums in der Augustinerstraße – umgeben von einer kleinen Grünfläche. Und sie berührt die Menschen, die sie betrachten. Denn Erwin Guth hat eine einfache, moderne Madonna mit Pferdeschwanz dargestellt, in einem langen, geschlossenen Gewand, unter dem sich ihre Beine abzeichnen.

Vor ihrem Oberkörper hält sie das Christuskind, presst es an sich. Denn der kleine Christus hat seine Hand bereits zum Segensgruß gehoben, sein Schicksal ist vorgezeichnet. Und seine Mutter weiß darum. Ihr Blick verliert sich in der Weite, ihre vereinfachten, aber zarten Gesichtszüge sind stumm, versteinert, aber die Umarmung ihres Kindes ist umso intensiver. Diese zarte, aber gefühlvolle Darstellung weckt auch die Neugierde auf ihren Schöpfer, Erwin Guth.