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SZ-Tour durch die schönen Dörfer der Gemeinde Gersheim

Reise durch die Dörfer der Gemeinde Gersheim : Die Eroberung unserer wunderbaren Heimat

Mit offenen Augen durch die Gemeinde Gersheim mit einem kleinen Abstecher nach Pinningen, das zu Blieskastel gehört.

Barcelona. Brüssel. San Francisco. Es war einmal und ist nicht mehr – in nächster Zeit. Man kann aber mehr tun als sich damit abzufinden, dass es nicht mehr durch die Weltgeschichte geht. Man kann den Pkw-Zündschlüssel umdrehen und das Augenmerk auf unsere Heimat richten. Hören und sehen, wie diese Heimat tickt. Neue Winkel und Fleckchen entdecken, die den Launepegel heben. So haben wir einmal mehr das Biosphärenreservat Bliesgau durchpflügt, getreu dem (etwas schrägen) Motto: Utweiler statt Usbekistan, Seyweiler statt Sardinien.

Es war kürzlich ein wunderschöner sonniger Tag, als wir uns diesmal schwerpunktmäßig die Gemeinde Gersheim vorgeknöpft haben. Aktuell sind wenige Autos unterwegs, so dass man das Tempo des eigenen Wagens drosseln und schön gemütlich durch die Gegend schleichen kann. Und man hält an, wenn ein herrliches Motiv sich quasi vor die Augen schiebt. Etwa die drei Pferde auf einer Koppel in Walsheim. Die Neugier treibt sie vors Objektiv der Kamera. Brav! Wunderschön auch und gerade in diesen strahlenden Frühlingstagen: die Streuobstwiesen in ihrer verschwenderischen Pracht, derweil der grellgelbe Raps uns schon wieder Adieu sagt.

Unser Mitarbeiter und Fotograf, ein Gersheimer „Ureinwohner“, hat uns einen sehr brauchbaren weil informativen Plan geliefert, der alle möglichen Sehenswürdigkeiten in den neun Ortsteilen beinhaltet. Natürlich nicht alles haben wir uns an einem einzigen Tag angeschaut, aber vieles schon en detail. Den Europäischen Kulturpark Bliesbruck-Reinheim, den kennen wir seit Jahrzehnten und haben ihn immer mal wieder aufgesucht. Daher sind heute eher die kleinen, feinen Sehenswürdigkeiten in den Dörfern an der Reihe.

Der geschichtsträchtigste Ort der Gemeinde Gersheim, so unser Tippgeber, ist wohl Medelsheim. Unter anderem stand hier mal eine Burg, eine Gedenktafel erinnert an sie. Besichtigen kann man das älteste, aus dem Jahr 1611 stammende Wegekreuz. Und: Vor 100 Jahren wurde der Kreuzweg hinauf zur Kapelle eingeweiht, er zählt zu den am meisten fotografierten Motiven in der Region. In Herbitzheim wiederum kann man sich das Cholerakreuz und – mit ihrem Alter von 45 Jahren – das jüngste Gotteshaus in der Region, die architektonisch ungewöhnliche wie reizvolle Barbara-Kirche anschauen.

Wir sind begeistert und fahren weiter durch die Gegend – und dies in sehr entspanntem Zustand. Das liegt an der Natur, die in ihrer starken Präsenz fast schon atemberaubend ist. Etwa entlang der Bickenalb, dem 17 Kilometer langen Flüsschen, um das sich in langen Reihen knorrig-knorzige Bäume gruppieren. Wild und ungezähmt, so sehen sie aus. Wir schleichen durch Peppenkum und Niedergailbach mit seiner Stalingrad-Madonna und dem Generationentreff als Dorfmittelpunkt. Wir fahren nach Rubenheim mit seiner uralten romanischen Kirche und nach Seyweiler. Heute ist die Sicht so klar, dass man bis in die Vogesen schauen kann. In Walsheim sind Schwimmbad und Campingplatz das Ziel. Menschenleer das Areal, doch bald dürfte dort wieder Fröhlichkeit und Lebensfreude einkehren. Nun noch an Haus Sonne mit Werkstätten und Dorfladen vorbei, ehe wir die Heimfahrt via Regionalverband antreten.

Lohnenswert ist im Übrigen auch der Besuch des „Eiskellers“ zwischen Bliesdalheim und Breitfurt. Mit einer Länge von knapp 30 Metern, mit seinen Podesten und Sandsteinbänken könnte er, so wird vermutet, eine Mithras-Kultstätte gewesen sein. Die imposante Höhle, soviel ist sicher, diente früher mal als Kühlschrank. Erst im Sommer wird das Gewölbe für Besucher wieder zugänglich sein.

Diese drei Pferde, die wir ebenfalls auf unserer kleinen, feinen Rundreise durch die von der Sonne beschienenen Dörfer der Gemeinde Gersheim antrafen, schauten neugierig in die Kamera. Foto: Wolfgang Degott
Ein echter Hingucker ist dieses Anwesen in Walsheim. „Zum Käpt‘n“ hieß das einstige Wirtshaus. Foto: Wolfgang Degott
Landmaschinen im Einsatz sind uns unterwegs doch einige begegnet. Im Hintergrund die gerade herrlich blühenden Bäume. Foto: Wolfgang Degott
Blick ins Bickenalbtal in Altheim. Eine Wohltat fürs Auge, weil hier die Natur ihre ganze Pracht entfaltet. Foto: Wolfgang Degott
Innehalten und einen sehr kleinen, gepflegten Friedhof betrachten kann man in Pinningen. Foto: Wolfgang Degott

Wir kommen wieder, weil man alles auf einmal nicht anschauen kann. Wir kommen wieder, weil wir hier ein bezauberndes Stück Heimat gefunden haben.