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Regionalverband Saarbrücken unterstützt Künstler und Kulturschaffende

Kulturförderung : Regionalverband Saarbrücken fördert Kultur in der Krise

Fast die gesamte geplante Sommerkultur fällt aus. Mit dem freiwerdenden Geld werden Künstler und Kulturschaffende projektbezogen unterstützt.

„Sonntags ans Schloss“ und andere Kulturveranstaltungen wird es in diesem Sommer bekanntlich nicht geben. Aber der Regionalverband hat beschlossen, mit dem dadurch eingesparten Geld wenigstens dazu beizutragen, dass es auch nach Corona noch Kultur gibt. Es sollen verschiedene Projekte und Maßnahmen der Kunst und Kultur gefördert und an der konzeptionellen Umsetzung mitgewirkt werden. Damit sollen Künstler und Kulturschaffende, welche durch die Krise im besonderen Maße finanzielle Einbußen erleiden, projektbezogen unterstützt werden.

Da ein Großteil des Kulturprogramms des Regionalverbands abgesagt werden musste, sollen die Mittel teilweise für kurzfristig umsetzbare Projekte verwendet werden. Dem Vorhaben hat der Regionalverbandsausschuss in seiner jüngsten Sitzung zugestimmt. Regionalverbandsdirektor Peter Gillo: „Die derzeitigen Einschränkungen bedeuten einen großen Einschnitt in das kulturelle Leben im Regionalverband. Mit den Ideen und Projekten wollen wir Künstlerinnen und Künstler unterstützen und gleichzeitig für die Bürgerinnen und Bürger ein möglichst breites und vielfältiges Kulturangebot bieten.“

Zu den so geförderten Projekten zählt unter anderem der Sonderpreis „Krise als Chance“ des Kulturpreises für Kunst. Er wird für eine künstlerische Arbeit verliehen, die sich damit auseinandersetzt, wie aus der aktuellen Krise neues Denken und Handeln für die Zukunft entstehen kann.

Zudem wird in Kooperation mit der Stadtgalerie Saarbrücken eine mehrteilige Serie mit Künstlerinterviews entstehen, die im Internet und in den Sozialen Medien veröffentlicht werden sollen. Auch ein Projekt von Leslie Huppert, einer ehemaligen Kulturpreisträgerin des Regionalverbandes Saarbrücken, erhält finanzielle Unterstützung. Im Stop-Motion-Verfahren wird ein Video aus unterschiedlichen Kunstprojekten von 15 Kulturschaffenden entstehen, das dann als Projektion auf Hauswänden in verschiedenen Städten und Gemeinden gezeigt wird. Darüber hinaus ist eine Internet-Seite mit den präsentierten Kunstwerken und Künstlern angedacht.

Auch musikalische Live-Auftritte finden wieder statt, wenn auch vorerst noch ohne Publikum vor Ort. So ist ein Konzert geplant, das in Kooperation mit „Quasi.Live“ als Livestream übertragen wird. Außerdem werden die Künstler Ralf Peter und Thomas Layes im Festsaal Beethovens „Sinfonia pastorella“ interpretieren. Dazu wird eine Filmcollage entwickelt, die aktuelle Szenen aus dem ländlichen Raum des Biosphärenreservates Bliesgau und dem Urwald vor den Toren der Stadt zeigt. Dies ist ein künstlerischer Beitrag zum „Beethoven Pastoral Project“, welches die Beethoven Jubiläums GmbH gemeinsam mit dem Weltklimasekretariat der Vereinten Nationen anlässlich des Weltumwelttages am 5. Juni gestartet hat.

Die Kultur wird aber auch wieder Einzug in die Umland-Kommunen halten. Angedacht sind sogenannte Walk-Acts, die auf verschiedenen Plätzen und Straßen ihre Kunst bei Kurzauftritten präsentieren. Weitere Ideen und Konzepte befinden sich derzeit in der Planungsphase und sind abhängig von der Entwicklung des Corona-Infektionsgeschehens und der damit verbundenen Maßnahmen.