Freiwillige Feuerwehr Riegelsberg setzt auf Karlheinz Schmidt

Urgestein der Riegelsberger Feuerwehr : Mit 64 ist noch lange nicht Schluss

Karlheinz Schmidt, seit 50 Jahren dabei, ist weiter eine Stütze der Riegelsberger Aktivenwehr.

Am 26. Juli hat Oberbrandmeister Karlheinz Schmidt vom Löschbezirk Riegelsberg 50 Jahre Dienst in der Freiwilligen Feuerwehr Riegelsberg gefeiert. In der „aktiven Wehr“ wohlgemerkt. „Ich gehe heute noch raus zu Einsätzen und mache den Gruppenführer“, erzählt er. Feuerwehrpressesprecher Pascal Altmayer betont: „Das ist in der heutigen Zeit schon erwähnenswert. Die meisten gehen ja schon früher in die Altersabteilung. Kalle bleibt bis zur gesetzlich vorgeschriebenen Altersgrenze.“

Die liegt momentan beim Renteneintrittsalter, und davon ist Karlheinz Schmidt noch ein Stückchen entfernt. Er wurde am 28. Juni 1955 in Riegelsberg geboren. Am 26. Juli 1969 entschloss er sich, zur Feuerwehr zu gehen. Den Anstoß gab der damalige Wehrführer Erich Groß, der in den örtlichen Schulen für einen Eintritt in die 1964 gegründete Riegelsberger Jugendwehr warb. Bei Schmidt rannte er offene Türen ein. „Ich habe mich schon von klein auf für das Feuerwehrwesen interessiert, die Jugendwehr war schon etwas Hochinteressantes“, erzählt er. Nicht nur wegen der Zeltlager, die für die Jugendlichen in den 1960-er Jahren ein Höhepunkt in ihrer Freizeit waren.

Einen Jugendwart gab es damals noch nicht, die Jugendlichen bekamen das Rüstzeug für ihre Einsätze von den erfahrenen Feuerwehrmännern vermittelt. Überhaupt ist das Feuerwehrwesen der 1960-er Jahre nicht mit dem heutigen vergleichbar. „Die Ausrüstungsgegenstände waren bei weitem nicht auf dem Stand von heute“, betont Schmidt. So tragen die Wehrleute heute Novexanzüge, damals kleidete man sich in Leinenanzüge. Das Schlauch- und Stahlrohrmaterial war längst nicht so kompakt wie heute, auch die persönliche Schutzausrüstung ist nicht mehr mit der heutigen vergleichbar. Dennoch, so Schmidt augenzwinkernd, habe man schon damals Feuer löschen können, technische Hilfe geleistet und war bei Autounfällen im Einsatz. „Aber die heutigen Unfälle sind viel schlimmer als die damaligen. Heute fährt halt niemand mehr mit Autos, die 26 oder 34 PS haben“, schildert er. Schmidt hat in seiner 50-jährigen Dienstzeit an unzähligen Einsätzen teilgenommen. Viele davon bleiben ihm für immer im Gedächtnis. So Großbrände in Riegelsberg und Umgebung, bei denen man Menschen in letzter Sekunde aus dem Feuer retten konnte. Oder Autounfälle, bei denen Menschen, ja einmal sogar eine ganze Familie, ums Leben kam.

Weil Schmidt Kfz-Mechaniker gelernt hatte, wurde er ab 1974 in der Werkstatt eingesetzt, reparierte Autos und Feuerwehrfahrzege, baute vor zwei Jahren einen Anhänger, der der Jugendwehr zu Ausbildungszwecken dient. Er absolvierte Lehrgänge als Atemschutzgeräteträger, als Maschinist und als Gruppenführer, war Kassenführer, „Küchenchef“, Fahrzeugwart und ist bis heute als Gerätewart tätig.

Auch wenn es darum ging, Verantwortung für den Löschbezirk zu übernehmen, war Schmidt zur Stelle. So übte er von 2002 bis 2008 das Amt des Löschbezirksführers und von 2013 bis 2019 das Amt des stellvertretenden Löschbezirksführers aus. Im Laufe der Jahre wurden ihm mehrere Ehrungen zuteil. Unter anderem wurde er für seine besonderen Verdienste mit dem Deutschen Feuerwehrehrenkreuz in Silber und dem Saarländischen Feuerwehrehrenzeichen in Gold gewürdigt. Seine Kameraden überraschten ihn bei seinem Dienstjubiläum mit einem persönlichen Geschenk: einer Feuerwehr-Axt, auf einer Holzplatte montiert.

„Das hat mich sehr berührt, ich hatte Tränen in den Augen“, erzählt er. Dazu Pascal Altmayer: „Eine Feuerwehr Riegelsberg ohne Karlheinz Schmidt ist nur sehr schwer vorstellbar. Die ganze Wehr ist stolz auf ihren Kalle.“ Der will so lange weitermachen, wie es seine Gesundheit erlaubt oder bis der Gesetzgeber ihm vorschreibt, in die Altersabteilung zu wechseln. Wenn es dann soweit ist, möchte er sich mehr seiner Familie und seinen Hobbys Fußball und Handball widmen.

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