300000 Euro fürs Entsorgen von illegalem Müll im Saarforst

Müllmassen im Wald : Umweltferkel kosten die Allgemeinheit eine Menge Geld

Saarforst musste 2018 für 300 000 Euro Müll entfernen. 2019 waren es bisher nur im Revier Riegelsberg schon fünf Container voller Unrat.

„Es vergeht keine Woche ohne Müllfunde“, so Sabine Schorr, Pressesprecherin des Umweltministeriums. Ein besonders großer Berg illegal abgeladener Müll verschandelt derzeit den Wald im Bereich Riegelsberg: Unbekannte Täter haben dutzende alte Autoreifen, dutzende große Müllsäcke, Holzabfälle und Bauschutt am Fröhnwaldweg – ein Premiumwanderweg – nahe des Lampennestes „entsorgt“ (wir berichteten). Zuständig für diesen und seine anderen Wälder ist der Saarforst Landesbetrieb, der dem Umweltministerium angegliedert ist.

Wir wollten wissen, ob der Saarforst oft mit solchen Umweltsünden konfrontiert wird und ob es Schwerpunkte für derartige illegale Müllentsorgungen innerhalb des Regionalverbandes gibt?

„Allein das Revier Riegelsberg – das Revier mit dem aktuellen Müllfund – hat in diesem Jahr bereits fünf Container Müll entsorgt“, so Sabine Schorr. Allgemein lasse sich feststellen, dass der städtische Bereich von derartigen Umwelt-Straftaten stärker betroffen ist als der ländliche Bereich.

Umweltminister Reinhold Jost hatte erst Anfang Juli eine Kampagne gegen Müllsünder vorgestellt. Schorr: „Mit Schautafeln, die landesweit an besonders betroffenen Plätzen aufgestellt werden, wird sehr anschaulich  gezeigt, wie Abfälle Jahrhunderte bis Jahrtausende erhalten bleiben.“ Neben dem Schaden für die Umwelt gibt es aber auch den finanziellen Schaden: Allein der Saarforst musste im vergangenen Jahr rund 300 000 Euro für die Beseitigung entsprechender Umweltsünden bezahlen, „die Tendenz ist seit Jahren steigend“, so die Pressesprecherin.

Nicht immer können die illegalen Müllkippen von Saarforst-Mitarbeitern selbst entsorgt werden. „Bei Sondermüll machen das natürlich Fachfirmen. Bei Sperrholz, Autroreifen oder Sperrmüll allgemein machen das die SFL-Mitarbeiter in Eigenregie – wenn von der Beseitigung keine Gesundheitsgefahr für unsere Mitarbeiter ausgeht“, schildert Sabine Schorr. Da im aktuellen Fall im Riegelsberger Wald auch Glaswolle unter dem Müll ist, die als Sondermüll gilt, muss neben den eigenen Mitarbeitern eine Fachfirma hinzugezogen werden. Insgesamt solle der Müll „zeitnah beseitigt“ werden.

Grundsätzlich werde bei derartigen Straftaten auch Strafanzeige erstattet, aber, so die Pressesprecherin, „leider mit mäßigem Erfolg. Der Nachweis ist oft schwierig, wenn es keine Zeugen gibt.“

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