Bergbau geht, Dienstleistung kommt

Auch wenn es uns schwer fallen mag: Wir müssen uns immer wieder aufs Neue anstrengen. Denn es wird nie alles erreicht und alles vollendet sein. Ein Sinnbild für das ständige Werden und Vergehen können die drei Fotos am Fuß dieser Seite sein. Zeigen sie doch den Wandel von der Industrie- zur Dienstleistungsgesellschaft: Das Foto in der Mitte zeigt den Bergmannsumzug am 12

Auch wenn es uns schwer fallen mag: Wir müssen uns immer wieder aufs Neue anstrengen. Denn es wird nie alles erreicht und alles vollendet sein. Ein Sinnbild für das ständige Werden und Vergehen können die drei Fotos am Fuß dieser Seite sein. Zeigen sie doch den Wandel von der Industrie- zur Dienstleistungsgesellschaft: Das Foto in der Mitte zeigt den Bergmannsumzug am 12. August im Rahmen des Dilsburger Schachtfestes. Hunderte Besucher kamen zu Musik und Führungen, auch das Schachtgerüst durfte bestiegen werden. Für etwas Wehmut sorgte allerdings, dass das Fest auch einer der vielen Abschieds-Termine für den Bergbau an der Saar war. Doch die Fotos links und rechts daneben zeigen die Grundsteinlegung am 8. November für die neue Püttlinger Reha-Tagesklinik am Knappschaftskrankenhaus (heute größter Arbeitgeber im Köllertal) und den ersten Spatenstich für das Autisten-Wohnheim in der Heusweiler Eisenbahnstraße am 22. November. 20 erwachsene Patienten können dort wohnen, die Randlage in Heusweiler gilt als ideal - reizarm, aber doch nur 600 Meter vom Ortskern. Der Schwesternverband investiert 2,5 Millionen Euro und schafft 20 Arbeitsplätze.Die Reha-Klinik berührt wieder das Thema "Vergehen", denn der bisherige Standort im denkmalgeschützten 200 Jahre alten Schloss Bietschied wird aufgegeben. Die Einrichtung zieht mit den etwa 20 Mitarbeitern um - ein paar zusätzliche Arbeitsplätze soll es aber auch geben. Und noch eine große Neueröffnung im Dienstleistungssektor gab es: In Holz wurde am 31. August das neue Seniorenwohnheim eröffnet - mit einem für das Saarland recht neuen Konzept: In vier Wohnungen können jeweils 15 Senioren - auf Wunsch mit Pflege - in eigenen Zimmern in Hausgemeinschaften zusammen leben. Der Bedarf an neuen Seniorenheimen ist auch ein Zeichen dafür, dass unsere Gesellschaft immer älter wird. So wurde Mitte Oktober im Riegelsberger Gemeinderat bekannt, dass auch in Riegelsberg - dort, wo einst die Elisabeth-Kirche stand - eine Senioren-Wohnanlage nach ähnlichem Konzept wie in Holz entstehen soll.

Auch die wachsende Zahl von Kirchenaustritten ist ein gesellschaftlicher Wandel. Nachdem 2011 die Riegelsberger Elisabeth-Kirche abgerissen wurde, war am 12. Februar 2012 die kleine evangelische Auferstehungskirche auf der Püttlinger Ritterstraße entwidmet worden, sie fiel allerdings nicht der Abrissbirne zum Opfer, sondern konnte an einen Privatmann verkauft werden.

Auch das Motto "Wo gehobelt wird, da fallen Späne" manifestiert sich im Köllertaler Jahresrückblick: Monatelang nervte die Autofahrer und die örtlichen Geschäftsleute die Großbaustelle in der Walpershofer Ortsmitte. Dort entsteht unter der Saarbahnbrücke unter anderem ein neuer Verkehrskreisel, und der Verkehr wurde über Wochen durch eine Drei-Phasen-Baustellenampel durch das Nadelöhr geführt. Aber nur, wenn man was tut, tut sich was: Die Baustellenampel ist seit wenigen Tagen verschwunden, im neuen Jahr kann es an die Gestaltung des Umfeldes gehen. Nicht ganz in den "Walpershofer Dimensionen", aber doch so ähnlich, hatten auch die Holzer Bürger über Wochen eine Baustelle in der Alleestraße und somit in der Ortsmitte.

Doch das Jahr im Köllertal hatte noch mehr zu bieten. So begleitete uns auch wieder die Saarbahn als Thema durch das Jahr. Im März war die Sanierung des alten Spitzeichtunnels hinter Eiweiler abgeschlossen, durch den die Saarbahn Richtung Lebach fahren wird. Ursprünglich waren 5,2 Millionen Euro für das Tunnelprojekt als Ganzes veranschlagt gewesen, es wurden schließlich 6,4 Millionen daraus. Die Firma, die für die eigentlichen Sanierungsarbeiten verantwortlich zeichnete, war im vereinbarten Kostenrahmen von 4,7 Millionen Euro geblieben.

Ein weiteres großes Bauprojekt hat indirekt ebenfalls mit dem Verkehr zu tun: An der Autobahn 8 bei Niedersalbach haben im Juni die Arbeiten an der Lärmschutzwand begonnen. Seit rund 30 Jahren hatte das 2,1-Millionen-Projekt auf Eis gelegen, da man erst ein Ende der Grubensenkungen abwarten wollte.

Das zweite Saarbahn-Großprojekt, das in diesem Jahr zum Abschluss kam, bestimmt nun (wieder) das Ortsbild von Eiweiler: Über das einst von der Köllertal-Bahn genutzte Viadukt können nun wieder Züge rollen, Anfang Dezember überquerte ein erster Arbeitszug den sanierten alten Bogen und die neuen Beton-Bögen. Da sich bei der Sanierung herausstellte, dass mehr altes Material als erwartet unbrauchbar geworden war, dauerten die Arbeiten 23 statt 14 Monate und kosteten etwa 500 000 Euro mehr als die veranschlagten 2,3 Millionen.

Ein ungewöhnliches Ereignis traf die Freiwillige Feuerwehr in Heusweiler: Im Juni entschied der Gemeinderat einstimmig, dass der Löschbezirk Dilsburg aufgelöst wird, weil er nicht mehr über genügend Einsatzkräfte verfügte. Bereits im März war auch der Verkehrsverein Heusweiler - im 60. Jahr seines Bestehens - aufgelöst worden; im Vorfeld hatte es interne Streitigkeiten gegeben, und niemand fand sich, der den Vorsitz übernehmen wollte. Tausende kamen dagegen zu den "Klassikern" im Köllertal, nämlich zum Sommerbiathlon in Püttlingen, zum Rocco del Schlacko auf dem Köllerbacher Sauwasen und zum gigantischen Numborner Bauernfest, das der kleine örtliche Bauernverein alle zwei Jahre auf die Beine stellt.

Unter den zahlreichen Personalien 2012 seien nur fünf herausgegriffen: 44 Jahre diente Helmut Maas der Feuerwehr, 16 Jahre als Gemeindewehrführer in Heusweiler; im Januar wurde er verabschiedet, sein Nachfolger ist Christian Ziegler. Am 1. März ging das neue Landespolizeipräsidium in Betrieb, an der Spitze steht der 49-jährige Püttlinger Norbert Rupp. In der Polizeiinspektion Köllertal löste im März Polizeihauptkommissar Wolfgang Schäfer den bisherigen Leiter Gerhard Schmitt ab, der in Pension ging. Ein weiterer "Neupensionär" 2012 ist Pfarrer Dieter Torkar, der nach 37 Jahren im Dienst der evangelischen Kirchengemeinde Heusweiler verabschiedet wurde. Ein neues Amt gibt es dagegen für Harald Klyk, der seit Oktober Zentrums-Manager in Püttlingen ist.

Und zu guter Letzt: Einen ungewöhnlichen Einsatz hatten Polizei, Feuerwehr und THW aus Heusweiler in der Nacht zum 13. November: Ein Sattelschlepper kippte im Autobahnkreuz Saarbrücken um. 20 Tonnen Obst und Gemüse, verpackt in Kisten, mussten geborgen werden.