Volle Windeln leeren Familienkasse

Köllertal. Der Stadtrat Püttlingen hat mehrfach das Thema "Windelzuschuss" debattiert. "Das können wir nicht finanzieren", hieß es dort sinngemäß (die Saarbrücker Zeitung berichtete). "Das können wir nicht finanzieren", hieß es wortgleich auch im Heusweiler Gemeinderat, berichtet Peter Paulus vom Umweltamt Heusweiler

Köllertal. Der Stadtrat Püttlingen hat mehrfach das Thema "Windelzuschuss" debattiert. "Das können wir nicht finanzieren", hieß es dort sinngemäß (die Saarbrücker Zeitung berichtete). "Das können wir nicht finanzieren", hieß es wortgleich auch im Heusweiler Gemeinderat, berichtet Peter Paulus vom Umweltamt Heusweiler. Nicht nur die klammen Haushaltskassen führte die Püttlinger Verwaltung bei ihrer Argumentation gegen die Zahlung eines Windelzuschusses ins Feld, sondern auch den großen Verwaltungsaufwand.

Dass es auch weniger bürokratisch funktionieren kann, bewies in diesem Jahr der Ortsverband Püttlingen des Deutschen Kinderschutzbundes (DKSB) um seine Vorsitzende Angelika Maurer. Der beschloss kurzerhand, 2800 Euro aus Spendengeldern für Familien mit Kleinkindern zur Verfügung zu stellen, denen durch die Entsorgung von Windeln finanzielle Nachteile bei den Müllgebühren entstehen. Das Püttlinger Bündnis für Familie steuerte 300 Euro hinzu.

Der Kinderschutzbund setzte dabei auf die Ehrlichkeit der Bürger und gewährte also den Zuschuss formlos. Die Folge: Gerade mal 36 Anträge (bei 330 betroffenen Kindern) gingen in diesem Jahr ein, so dass die Maßnahme im kommenden Jahr fortgeführt werde, wie die Vorsitzende Angelika Maurer unserer Zeitung bestätigte.

Die Gemeinde Riegelsberg schließlich hat das Thema Windelzuschuss mit einer eigenen Richtlinie im Rahmen einer freiwilligen Leistung geregelt. Pro Kind zwischen Geburt und dem dritten Lebensjahr erhalten Familien einen jährlichen Zuschuss in Höhe von 35 Euro, ebenso auch Personen mit Inkontinenz-Problemen, letztere nur mit ärztlicher Bescheinigung. "In diesem Jahr haben wir 315 Anträge bearbeitet, der Haushaltsansatz dafür beträgt 15 750 Euro", informierte dazu Martin Wendel vom Fachbereich Zentrale Dienste der Gemeinde Riegelsberg.