Wasserenthärtungsanlagen-Verkäufer arbeiten in Saarbrücken mit falschen Zahlen

Wasserenthärtungsanlagen-Verkäufer : Dieser Wasser-Trick ist echt die Härte

Wenn meine Oma vom Talent eines Menschen begeistert war, würdigte  sie das mit Sätzen wie: „Der könnte einem Beduinen in der Wüste Sand verkaufen.“ Oder: „Der könnte einem Eskimo einen Kühlschrank andrehen.“ Sicher wäre meine Oma auch beeindruckt gewesen, wenn sie gehört hätte, dass jemand Wasserenthärtungsanlagen in einem Dorf verkauft, in dem das Wasser eh schon weich ist.

Grundlage dieses Geschäftsmodells ist die berechtigte Sorge vor Verkalkung – nicht der eigenen, sondern der von Kaffeemaschinen, Waschmaschinen. Je härter das Wasser, umso schneller verkalken Haushaltsgeräte. Der clevere Wasserenthärtungsanlagen-Verkäufer klingelt also in Orten, in denen das Wasser hart ist. Der fiese Wasserenthärtungsanlagen-Verkäufer klingelt in Orten mit weichem Wasser und behauptet einfach, dass das Wasser hart ist. Davor warnen die Stadtwerke Saarbrücken die Menschen in Bischmisheim. Die „Irreführung“ bestehe darin, dass „Personen, welche sich selbst als Wasserexperten bezeichnen“ auf ein Internetportal verweisen, das einen Wasserhärtegrad für Bischmisheim von 28 Grad deutscher Härte zeigt, sagen die Stadtwerke. Das ist schon hart. Die Information beziehe sich aber nur auf einen privaten Brunnen. Tatsächlich weise das Trinkwasser in Bischmisheim lediglich 9,2 Grad deutscher Härte auf  (mehr unter www.sw-sb.de/wasserhaerte).

Leuten mit falschen Informationen Angst machen und ihnen dann Hilfe verkaufen. „Das gilt nicht“, hätte meine Oma gesagt.

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