Der Saarbrücker Pingusson-Bau sollte saniert werden.

Pingusson-Gebäude : Sicherheitsmann verunsichert

Diese Woche hat mich jemand, der für Sicherheit zuständig ist, verunsichert:  Klaus Bouillon. Nein, nicht mit dem Besuch auf der Baustelle im Saarbrücker Osten wo für rund 40 Millionen Euro eine neue Polizei-Inspektion gebaut wird.

Das ist eine gute Investition in die Sicherheit. Verunsichert hat mich seine als „persönlich“ deklarierte Meinung zur Sanierung des Pingusson-Baus, des „schmalen Handtuchs“ an der Stadtautobahn, also des ehemaligen Kultusministeriums. „Wir müssen entscheiden, ob wir das wenige Geld, das wir haben, in die Erinnerung an einen namhaften Architekten stecken oder ob wir nachhaltig in die Zukunft investieren? 53 Millionen Euro sind kein Pappenstiel“, sagte der Innenminister.

53 Millionen sind in der Tat kein Pappenstil. Aber dieser rechnerische Teil der innenministeriellen Privatmeinung hat mich nicht verunsichert. Mich beunruhigt, wie leichtfertig ein Minister mit dem kulturellen Erbe unseres Landes, mit einem der historisch wichtigsten und spannendsten Gebäude der Landeshaupstadt spielt. Wie er Zukunft gegen Vergangenheit auszuspielen versucht. Wie er suggeriert, dass es nur um einen Architekten geht, also eigentlich um Nichts.

Aber hat ein Land, dem seine Vergangenheit nichts wert ist, eine Zukunft? Hat es der Zukunft des Landes genutzt, große Sportveranstaltungen ins St. Wendeler Land zu holen? Wäre es nicht ein starkes Signal und eine großartige Investition in die Zukunft, eins der geschichtsträchtigsten Gebäude in der Landeshauptstadt zu sanieren und neu zu nutzen?

Ich vermute: Ein Teil der Antworten würde den Innenminister verunsichern.

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