Wenn man im Supermarkt nicht weiß, was Blumenkohl ist.

Neulich im Supermarkt : Blumenkohl, das unbekannte Wesen

Supermärkte sind wundervolle Orte. Man muss allerdings Zeit haben, um sich von ihnen und den Menschen dort faszinieren zu lassen.

Viel lässiger kann man eine Packung Nudeln kaum über den Scanner ziehen. Was der junge Mann hinter der Supermarktkasse veranstaltet, wirkt wie Lebensmittel-Ballett. Jetzt dreht die Ketchup-Flasche eine Pirouette, bevor sie von einer jungen Frau in der Einkaufstasche verstaut wird. Die Mehlpackung tänzelt etwas vorsichtiger über den Scanner. Die Dose mit Pilzen hüpft um so schwungvoller hinterher. Ein Piepsen, das signalisiert, dass die Kasse das Produkt registriert hat. Und schon lässt der Kassierer einen Karton mit den Eiern regelrecht an sich vorbeigleiten. Während die Frau die Einkäufe verpackt, legt ihr Freund Nachschub aufs Band. Das dauert. In der Schlange hinter mir grummelt zwar eine Frau etwas von „zweite Kasse“. Aber sie hat wohl einfach nur keinen so guten Blick auf den Tanz der Joghurtbecher. Plötzlich stoppt der Kassierer das Spektakel. Er hat etwas in der Hand, das er nicht scannen kann. Er muss es wiegen, auf einer Liste finden und von Hand eingeben, erklärt er. Ja, und? Er druckst kurz rum, dann fragt er: „Wie nennt man das?“ „Blumenkohl“, sagt die junge Frau. Der Kassierer findet den Blumenkohl auf seiner Liste, atmet erleichtert auf und hebt den Blumenkohl ganz lässig Richtung Einkaufskorb.

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