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Viertelfinal-Spiel gegen SV Elversberg
TuS wittert Chance auf Pokalsensation

Der ehemalige Abwehrspieler Bernd Eichmann bestritt zwischen 1999 und 2002 für die SV Elversberg 106 Spiele. Heute trifft er als Trainer des TuS Herrensohr im Viertelfinale des Saarlandpokals auf seinen ehemaligen Verein, der gerade seinen Übungsleiter entlassen hat.
Der ehemalige Abwehrspieler Bernd Eichmann bestritt zwischen 1999 und 2002 für die SV Elversberg 106 Spiele. Heute trifft er als Trainer des TuS Herrensohr im Viertelfinale des Saarlandpokals auf seinen ehemaligen Verein, der gerade seinen Übungsleiter entlassen hat. FOTO: Wieck / Thomas Wieck
Herrensohr. Zweimal scheiterte Herrensohr im Pokal an einem Regionalligisten. Heute soll gegen an- geschlagene Elversberger der Coup gelingen. Von David Benedyczuk

In der vergangenen Saison war es der 1. FC Saarbrücken. Nun ist es die SV Elversberg: Nach dem erneuten Viertelfinal-Einzug im Saarlandpokal erwartet der Fußball-Saarlandligist TuS Herrensohr heute um 19 Uhr wieder einen Regionalligisten. Und erneut trifft TuS-Trainer Bernd Eichmann auf einen seiner ehemaligen Vereine. Der Ex-Profi spielte von 1999 bis 2003 in Elversberg. Kontakte zur SVE habe er keine mehr, sagt der 52-Jährige. „Eiche“, wie er gerufen wird, hofft darauf, dass seine Defensive seinem Spitznamen alle Ehre macht und den Angreifern des Regionalligisten wenig Raum zur Entfaltung bietet.


„Wir werden sicher wenig Spielanteile bekommen. Daher müssen wir zusehen, dass die Null so lange wie möglich stehen bleibt – und vorne versuchen, unsere wenigen Chancen, die wir bekommen, zu nutzen“, sagt Herrensohrs Mittelfeldspieler Marc Hümbert. Im Vorjahr gelang das im Viertelfinale gegen seinen Ex-Verein 1. FC Saarbrücken gut. Allerdings wurde in der Partie vor fast genau einem Jahr ein frühes Tor von Herrensohrs Jannick Kurz nach langer Diskussion zwischen dem Schiedsrichter und seinem Assistenten wegen Abseits nicht gegeben. Nach der FCS-Führung nutzte Clemens Baltes nach der Pause zwar die nächste TuS-Chance zum 1:1. Regionalligist Saarbrücken siegte am Ende aber 3:1.

Auch im Oktober 2014 hatte der TuS Herrensohr den Saarbrückern im Pokal Probleme bereitet. Das erste Tor beim 2:0-Erfolg des FCS fiel erst zwei Minuten vor dem Abpfiff.



Die Hoffnung, dass es im dritten Pokalduell mit einem Regionalligisten zur Überraschung reicht, schwingt in den Aussagen der Beteiligten mit. Hümbert erklärt: „Es müsste dann halt alles passen. Elversberg muss einen schlechten Tag erwischen, wir einen richtig guten. Auf dem Papier sind wir eigentlich chancenlos – das sind Profis, die zwei Klassen höher spielen.“ Inwieweit sich der Trainerwechsel bei der SV Elversberg auswirken werde, da will sich Hümbert nicht festlegen.

Herrensohrs Trainer hat jedenfalls die Hoffnung, dass die nach der 1:2-Niederlage der Elversberger am vergangenen Samstag in der Liga beim SSV Ulm erfolgte Trennung von Karsten Neitzel – für ihn betreut Sportvorstand Roland Seitz die Mannschaft – dem TuS in die Karten spielt. „Elversberg ist sicher drauf aus, die enttäuschende Saison über den Pokal irgendwie  zu retten. Trotzdem schätze ich, dass die SVE etwas verunsichert ist. Wenn wir lange ohne Gegentor bleiben, könnte sich das verstärken – und wir können vielleicht daraus Kapital schlagen“, erklärt Eichmann.

Der TuS Herrensohr ist wie die SV Elversberg, die als amtierender Meister Tabellenplatz fünf belegt, nicht optimal ins Fußball-Jahr gestartet. Der Saarlandligist rutschte vom zweiten auf den vierten Tabellenplatz ab. Nach dem 2:1-Auftaktsieg gegen die FSG Ottweiler/Steinbach verloren die Herrensohrer bei Borussia Neunkirchen mit 0:1 und spielten zu Hause gegen den SC Brebach 1:1. „Gegen Brebach haben wir kein gutes Spiel gemacht – aber vielleicht haben sich die Jungs ja was aufgehoben“, erklärt Eichmann – und lacht.