| 20:13 Uhr

Niederlage im Ellenfeld-Stadion
TuS Herrensohr verliert Spitzenspiel

Herrensohr. Der Fußball-Saarlandligist unterliegt Borussia Neunkirchen mit 0:1. Von Philipp Semmler

Es läuft die 74. Minute im Topspiel der Fußball-Saarlandliga zwischen Borussia Neunkirchen und dem TuS Herrensohr. Vor knapp 450 Zuschauern steht es im Ellenfeldstadion 0:0. Neunkirchens Tom Fink bleibt auf der rechten Seite an Herrensohrs Max Wettmann hängen. Er setzt nach, luchst Wettmann den Ball wieder ab, hebt den Kopf und sieht vor dem Tor Mitspieler Marcel Jung. Der verpasst Finks Zuspiel. Dadurch kommt der Ball zum dahinter lauernden Jens Kirchen. Der Kapitän der Borussia zieht ab – und der Ball zappelt im Netz. Das Tor des Tages.


Dank des 1:0 (0:0)-Sieges klettert die Borussia auf Rang zwei, der zur Teilnahme an der Oberliga-Aufstiegsrunde berechtigt. Herrensohr fiel von Platz zwei auf Rang vier zurück. Der TuS hat allerdings ohnehin angekündigt, dass er nicht in die Oberliga aufsteigen will (wir berichteten). Dagegen würde Neunkirchen nur allzu gerne in die Oberliga zurückkehren. Trainer Björn Klos sagt: „Ich war immer etwas vorsichtig. Aber jetzt haben wir die Voraussetzungen dafür geschaffen, uns dieses Ziel zu setzen. Wenn man in dieser Phase der Saison auf Platz zwei steht und die beste Formkurve aller Mannschaften hat, wäre es Untertreibung zu sagen, dass wir nicht hoch wollen.“

Dass das Topspiel überhaupt stattfinden konnte, dafür sorgten am Sonntagmorgen Anhänger der Borussia, die den Platz vom Schnee befreiten. „Ich habe um neun Uhr eine SMS mit der Bitte um Unterstützung geschrieben. Etwas mehr als eine Stunde später waren 20 Fans mit Schaufeln und Besen da. Dafür ein Riesenkompliment an die Fans“, lobt der Borussen-Vorsitzende Martin Bach. Die Partie verlief in Halbzeit eins ohne Höhepunkte. Dann zog Neunkirchen die Zügel an. „Wir haben den größeren Willen aufgebracht“, findet Klos: „Ich hatte das Gefühl, dass Herrensohr mit einem 0:0 zufrieden war. Wir waren es dagegen nicht.“



Zunächst ließen die Gastgeber  gute Möglichkeiten durch Jung, Kirchen und Kamil Czermurczynski aus. „Trotzdem hatte man immer das Gefühl, dass das 1:0 für uns in der Luft liegt“, erklärt Klos. Und dies gelang schließlich durch Kirchen. „Der Sieg von Neunkirchen war aufgrund der zweiten Hälfte verdient“, sagt TuS-Trainer Bernd Eichmann: „Meine Jungs haben nach dem Rückstand noch einmal alles rausgehauen. Torchancen zum Ausgleich hatten wir aber nicht mehr.“