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Zahl der Langzeitarbeitslosen im Saarpfalz-Kreis steigt weiter

Arbeitsmarktzahlen für Dezember : Zahl der Langzeitarbeitslosen im Saarpfalz-Kreis steigt weiter

In Sachen Arbeitslosenquote liegt der Saarpfalz-Kreis saarlandweit mit 5,5 Prozent im Mittelfeld. Spitzenreiter ist der Regionalverband Saarbrücken mit 10 Prozent, am wenigsten Arbeitslose gibt’s im Kreis St. Wendel mit 3,9 Prozent.

Im Saarpfalz-Kreis waren im Dezember 4209 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, 29 mehr als im November. Einen Anstieg verzeichneten auch die Agentur für Arbeit und das Jobcenter im Vergleich zum Vorjahresmonat: 640 Arbeitslose waren mehr gemeldet. Die Arbeitslosenquote lag mit 5,5 Prozent um 0,1 Prozentpunkte über dem Wert des Vormonats und um 0,9 Prozentpunkte über dem Wert des Vorjahres. „Auch im Dezember gab es Dynamik am Arbeitsmarkt. So konnten rund 230 Personen ihre Arbeitslosigkeit beenden und eine neue Beschäftigung aufnehmen“, so Madeleine Seidel. Das waren über ein Viertel mehr Männer und Frauen, die eine neue Stelle gefunden haben, als im Dezember des Vorjahres.

Die Zahl der arbeitslosen Jüngeren unter 25 Jahren lag im Dezember bei 303. Sie hat sich gegenüber dem Vorjahr um über ein Viertel erhöht. 1684 von Arbeitslosigkeit Betroffene waren 50 Jahre und älter. Ihre Zahl stieg gegenüber November geringfügig und gegenüber Dezember 2019 um über 17 Prozent. Sorge bereitet der Arge die Entwicklung der Langzeitarbeitslosigkeit, deren Anstieg sich weiter fortsetzt. Mehr als ein Drittel der registrierten Arbeitslosen ist gleichzeitig auch langzeitarbeitslos, also bereits länger als ein Jahr gemeldet. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen betrug im Dezember 1459. Gegenüber dem Vorjahr ist dies ein Anstieg um über ein Viertel.

Betrachtet man die beiden Rechtskreise getrennt, ist zu erkennen, dass der Anstieg der Arbeitslosigkeit im Vorjahresvergleich im Bereich der Grundsicherung deutlich geringer ausgefallen ist als im Bereich der Arbeitslosenversicherung. Bei der Agentur für Arbeit ist die Zahl der Arbeitslosen um 54 auf rund 2000 gestiegen. Das waren rund 29 Prozent mehr als vor einem Jahr. Beim Jobcenter des Saarpfalz-Kreises waren im Dezember 2209 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, 25 weniger als im November. Damit lag die Zahl der Arbeitslosen lediglich um 9,4 Prozent über dem Vorjahreswert.

Doch auch in dieser schwierigen Zeit gibt es Chancen auf dem Arbeitsmarkt, so die Arge weiter. Im Dezember gab es 291 neue Stellenmeldungen im Saarpfalz-Kreis, das waren rund vier Prozent mehr als vor einem Jahr. Die meisten offenen Stellen gab es in der Zeitarbeit, im Gesundheits- und Sozialwesen und im Baugewerbe. Auch im freiberuflichen/wissenschaftlichen/technischen Dienstleistungsbereich, im Handel, im Bereich Erziehung und Unterricht, im Verarbeitenden Gewerbe sowie im Bereich Information und Kommunikation gab es zahlreiche offene Stellen.

Im Vorjahresvergleich meldeten Unternehmen der Region insgesamt einen geringeren Personalbedarf. Seit Jahresbeginn wurden 2990 offene Stellen gemeldet, das waren rund 22 Prozent weniger als im Vorjahr. Den größten Abstand zum Vorjahr gab es im April mit fast 60 Prozent. „Die Abweichung zum Vorjahr wurde im Jahresverlauf deutlich geringer. Das gibt Hoffnung auf eine positive Dynamik am Arbeitsmarkt auch in 2021“, so Seidel. Aktuell stehen 1178 freie Jobs zur Besetzung zur Verfügung.

Die konjunkturelle Kurzarbeit trägt seit März wesentlich zur Stabilisierung des Arbeitsmarktes bei. Im Saarpfalz-Kreis haben im Dezember 133 Betriebe für 758 Beschäftigte neu Kurzarbeit angezeigt, aufgrund des Lockdowns ist die Zahl der Anzeigen für Kurzarbeit nochmals gestiegen. Seit Beginn der Corona-Krise haben insgesamt 2153 Unternehmen Kurzarbeit für 33 544 Beschäftigte angezeigt. Die Anzeigen für Kurzarbeit bedeuten jedoch nicht automatisch deren Realisierung. Daten über den Umfang der realisierten Kurzarbeit werden mit einer Wartezeit veröffentlicht, da hiermit eine sichere Statistik auf vollzähliger Basis mit hoher Datenqualität gewährleistet ist. Um möglichst zeitnah Zahlenmaterial zur Verfügung stellen zu können, werden Hochrechnungen auf Basis der vorläufigen Daten vorgenommen. Nach den aktuellsten Hochrechnungen haben im Juli 646 Unternehmen der Region für 10 441 Beschäftigte Kurzarbeit umgesetzt.