Kinder erfuhren in Schwarzenacker, wie die Römer lebten

Ferienmaßnahme : Die kleinen römischen Legionären waren im Museum los

Die Ferienmaßnahme der Stadt in Schwarzenacker geht am Dienstag in die nächste Rund. In dieser Woche wurden Schwerter gebastelt.

Unter dem Motto „Zum Appell – Legionäre in Schwarzenacker“ trafen sich bei der vorletzten Ferienaktion in diesem Jahr am Dienstagnachmittag insgesamt 20 Kinder im Alter von acht bis zwölf Jahren für vier Stunden im Römermuseum in Schwarzenacker. Wie ein echter römischer Legionär mit Helm, Schild und Schwrt exerziert, dies stand gegen Ende der Veranstaltung im Blickpunkt für die Jungs, aber auch für einige Mädchen.

 Doch vor dem Marschbefehl des Centurio, in dessen Rolle Maria Burger, die Mitarbeiterin der Kinderferienaktion der Stiftung Römermuseum, schlüpfte, stand zunächst die Anfertigung der Ausrüstung auf dem Programm. Jeder Teilnehmer bekam ein Holzschild, das nach eigenen Entwürfen bemalt wurde. Nach dem Trocknen der Farbe wurde eine Schnur durchgezogen, mit der der Schutz gehalten wurde. Fleißig wurde weiter gebastelt. Aus Pappe entstand ein Helm, den die Kinder gar nicht mehr abnahmen, als es zum dritten Teil der Anfertigung der Legionärs-Ausrüstung ging. Nun wurde ein Schwert aus Holz vorbereitet. Der Rohling wurde geschliffen.

„Das macht alles so viel Spaß, daher komme ich gerne immer wieder nach Schwarzenacker zur Ferienaktion ins Römermuseum“, berichtet die zwölfjährige Ema aus Idstein. Sie nahm bereits zum dritten Mal an der mehrteiligen Ferienaktion teil. „Ich war auch schon beim Kochkurs für Römer dabei“, sagt Ema, und der siebenjährige Emil aus Althornbach fand es einfach toll, dass man während der vier Stunden so viel Abwechslung hat. „Ich bin das erste Mal hier, Helm, Schild und Schwert selbst anfertigen und zu verschönern, finde ich toll.“

 In zwei Gruppen wurden jeweils gearbeitet und gebastelt. Während ein Teil der Kinder mit dem Bemalen ihrer Schilder beschäftigt waren, entstand in der zweiten Gruppe unter fachkundlicher Anleitung aus Pappe ein Helm. Später wurde ein Holzschwert vollendet. Der Griff der Handwaffe wurde später mit Lederstreifen umwickelt, zum besseren Halt. Nun waren Schild, Helm und Schwert vollendet.

Dann hieß es für die 20 Mädchen und Jungs, gut aufpassen. Bevor es zum Exerzieren ging, wurden Marsch- und Einsatzbefehle passend in lateinsicher Sprache gelernt. Alles sollte zumindest stilecht sein. So heiß es dann unter anderem „Pergite“ (“Marschiert“), „Consistite“ (“Halt“), „Ad dextram“ (“Rechts um“) und „Convente“ (Sammeln“). Beim Befehl „Ad defensionem“ (“Zur Verteidigung“) wurde eine „Schildkröte“ mit Schildern gebildet. Von allen Seiten stellten die Schilde einen wirkungsvollen Schutz der Legionäre und Soldaten dar, die unter dieser „Schildkröte“ für den Gegner  fast nicht angreifbar waren.

Der letzte Akt der Kinder-Ferienaktion während den Sommerferien im Römermuseum findet am  Dienstag, 6. August, von 14 bis 18 Uhr im Römermuseum in Schwarzenacker statt. Dann stehen die römischen Bauhandwerker im Mittelpunkt. Unter dem Motto „Ärmel hoch und angepackt“ lernen die Teilnehmer den Umgang mit der Groma, die für Vermessungen in der römerzeit eingesetzt wurde, Bohren mit einem antiken Steinbohrer, Steine fachmännisch zu behauen und die Zeitmessung – ganz ohne Armbanduhr. Anmeldungen sind unter Telefon (0 68 48) 73 07 77 möglich.