Homburg: Städtebauliche Akzente und soziale Verantwortung

Homburg : Städtebauliche Akzente und soziale Verantwortung

Die Wohnungsgesellschaft Saar hat den Anspruch, bezahlbaren Wohnraum für breite Bevölkerungsschichten zu schaffen.

Rita Gindorf-Wagner ist Geschäftsführerin der Wohnungsgesellschaft (Woge) Saar. Im Gespräch mit unserer Zeitung gab sie Einblicke in die Arbeit der landeseigenen Gesellschaft und die Philosophie des Unternehmens.

Was ist das Ziel und der Auftrag der Woge Saar?

Gindorf-Wagner: Die Woge Saar widmet sich als Wohnungsgesellschaft der klassischen Vermietung von rund 5200 Wohnungen im Saarland und im Raum Trier. Immer größere Bedeutung gewinnt die Quartiersentwicklung. Das heißt, wir schaffen Wohnungen durch Sanierungen im Bestand und durch den Bau neuer Wohneinheiten, indem wir vorhandene Lücken verdichten. Wir setzen also, unserem Verständnis nach, städtebauliche Akzente. Als Landesgesellschaft sind wir natürlich auch ein Unternehmen und müssen Ergebnisse, das heißt Erträge, erwirtschaften. Aber dies geschieht nie losgelöst von einem gesamtgesellschaftlichen Hintergrund.

Für wen schafft die Woge Saar Wohnraum, wie weit ist man hier in der Geschichte früherer öffentlicher Wohnungsgesellschaften verwurzelt, auch vor dem Hintergrund sozialer Verantwortung?

Gindorf-Wagner: Insbesondere durch die Übernahme ehemaliger Eisenbahnbestände, etwa 2300 Wohnungen aus den 1920er bis 1950er Jahren, entstand ein erheblicher Sanierungsbedarf. Zu berücksichtigen war dabei, dass diese Altbestände ja in gewisser Hinsicht eine Sozialleistung für die Mitarbeiter der Bahn waren. Dieser Verantwortung haben wir uns gestellt, also dem Anspruch, bezahlbaren und qualitativ hochwertigen Wohnraum zu schaffen. Unsere Ausrichtung hat daher einen konkreten historischen Bezug. Dieser Anspruch hat nichts von seiner Aktualität eingebüßt. Wir müssen sogar noch stärker berücksichtigen, dass die Anforderungen an die Qualität und den flexiblen Zuschnitt von Wohneinheiten ständig steigen. Familien sind ebenso zu berücksichtigen wie Singles oder ältere Menschen.

Wie kam es zur Zusammenarbeit mit der GPS in Homburg?

Stefan Ruffing. Foto: Thorsten Wolf
Christine Becker. Foto: Thorsten Wolf

Gindorf-Wagner: Wohnraum für alle Bevölkerungsgruppen, zum Beispiel auch für Menschen mit Behinderungen anzubieten, ist Teil unserer grundsätzlichen Ausrichtung. Das Ergebnis dieser Zusammenarbeit mit der GPS sind zum Beispiel die acht Wohnungen in der Goethestraße 10 in Homburg. Die GPS ist auch an anderer Stelle ein Partner der Woge. So realisieren wir gemeinsam eine Kindertagesstätte, die kurz vor der Eröffnung steht. Es passt zu uns, eine Kooperation mit einem Sozialverband einzugehen, auch mit Blick auf unsere Philosophie.