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Wieder viel Spendengeld für den Schutzengelverein Blieskastel

In der Barockstadt reißt die Hilfsbereitschaft nicht ab : Und wieder kam sehr viel Geld zusammen

Auch in schwierigen Zeiten lässt die Spendenbereitschaft zugunsten der Blieskasteler Schutzengel keineswegs nach.

Trotz der allseits bekannten Widrigkeiten leistete der Blieskasteler Schutzengelverein in den letzten drei Monaten erneut wertvolle Hilfe bei Menschen, die diese dringend benötigten. „Wenn auch von den geplanten Veranstaltungen zur Auffüllung der Vereinskasse für den guten Zweck keine durchgeführt werden konnte, durften wir doch weiter Spenden von freundlichen Unterstützern entgegennehmen, zudem konnte unser Verein wertvolle Unterstützung leisten“, freute sich im Gespräch mit unserer Zeitung Klaus Port, seit Gründung des gemeinnützigen Vereins vor 13 Jahren engagierter 1. Vorsitzender der von Mitarbeitern der Polizeiinspektion Blieskastel gegründeten Hilfe für Kinder und Jugendliche, die an schweren und lebensbedrohenden Erkrankungen leiden sowie Hilfe für deren Familien bei der Bewältigung daraus resultierender Probleme.

Es waren finanzielle Unterstützungen in Gesamthöhe von 34 100 Euro, die Betroffenen und deren Familien Erleichterungen im Alltagsleben brachten. So kam von den Schutzengeln für den zwölfjährigen Marc- Elias aus Bexbach ein Betrag von 6000 Euro. „Bei Marc-Elias wurde im Februar 2020 die Diagnose Knochenkrebs diagnostiziert. Schlagartig veränderte sich das Leben seiner Eltern und Schwester grundlegend. Ängste und Sorgen um seine Gesundheit und sein Wohlergehen bestimmen seither die noch andauernde, langwierige medizinische Behandlung, in deren Verlauf in einer dringend notwendigen, schwierigen Operation der bösartige Tumor mit dem Schienbein an der rechten Seite des Beines von Marc-Elias entfernt werden musste. Zugleich wurde dabei das Wadenbein des linken Beines mit den Gefäßen entnommen und ins rechte Bein transplantiert. Mit beiden Beinen in Gips bis zum Oberschenkel ist der Junge seit der OP auf den Rollstuhl angewiesen und muss sich immer wieder äußerst unangenehmen Chemo-Behandlungen (bisher 14) in der Uniklinik Homburg unterziehen, die teils erhebliche Nebenwirkungen mit sich bringen“, berichtet Klaus Port, der mit seinem Team den barrierefreien Umbau des Badezimmers im Elternhaus in die Wege leitete und dem Jungen so einen wichtigen Zugewinn an Eigenständigkeit und Selbstwertgefühl brachte.

Die zweite Hilfe ging in die Pfalz: Den barrierefreien Bad-Umbau für die schwerstbehinderten Zwillinge Fynn und Luca (9) bezuschusste der Schutzengelverein mit 5000 Euro. „Fynn und Luca kamen 2012 als Frühchen mit viel zu geringem Körpergewicht zur Welt, hatten einen schwierigen Start ins Leben. Direkt nach ihrer Geburt mussten sie gegen eine lebensbedrohliche Sepsis ankämpfen, zudem erlitten die Zwillinge Hirnblutungen, die zu Schädigungen des zentralen Nervensystems führten. Daraus resultieren bei Fynn und Luca schwere Spastiken, insbesondere in den unteren Körperbereichen mit der Folge, dass die Jungs nicht selbständig laufen können und weitgehend auf ihre Rollstühle angewiesen sind. Mit großer Ausdauer, viel Kraftaufwand und liebevoller Unterstützung ihrer fürsorglichen Eltern schaffen es die Beiden, einige Meter am Rollator zu gehen. Aufgrund ihrer Entwicklungsverzögerung sind Fynn und Luca, die die Zweibrücker Mauritius-Schule mit den ,Förderschwerpunkten ganzheitliche und motorische Entwicklung’ besuchen, dauerhaft auf Hilfe angewiesen“, so Klaus Port.

Mit großer Kraftanstrengung habe sich die fünfköpfige Familie vor zwei Jahren ein Haus in Großbundenbach gekauft, in dem die räumlichen Gegebenheiten besser auf die Bedürfnisse der behinderten Zwillinge zugeschnitten seien. „Mit Fertigstellung des neuen Badezimmers Anfang 2021 durch eine Fachfirma und der Unterstützung unseres Vereins ist ein wichtiger Schritt zur Verbesserung der Lebensqualität von Fynn und Luca erfolgt. Die großzügig dimensionierte ebenerdige Dusche und die barrierefreie Toilette bedeuten für die Zwillinge einen deutlichen Zugewinn an Eigenständigkeit.“

Mit einer Spende von 3000 Euro unterstützten die Blieskasteler Schutzengel eine notwendige Fahrzeuganschaffung für Leon und Florim aus Saarbrücken (beide elf), die an einer geistigen Behinderung leiden und mehrmals die Woche zu verschiedenen Terminen zu Arzt und Klinik müssen, das Fahrzeug erleichtere den Eltern Alltag und Mobilität.

Unbürokratisch und schnell konnten die gemeinnützigen Blieskasteler Schutzengel der in Saarbrücken mit ihrer alleinerziehenden Mama wohnenden 15-jährigen, zu 100 Prozent schwerstbehinderten Arelie zu mehr Flexibilität und damit deutlich mehr an Lebensqualität verhelfen. „Das sehr agile Mädchen leidet unter frühkindlichem Autismus, einhergehend mit schlimmen Krampfanfällen und einer geistigen Behinderung, weshalb es einer dauerhaften Rund-um-die-Uhr-Betreuung bedarf. In dieser schwierigen Situation kam als einzig gute Lösung die Anschaffung eines eigenen Autos für die Familie in Betracht, weil damit sowohl die Fahrten zur Schule als auch die Wahrnehmung der zahlreichen Arzt- und Therapietermine (Krankengymnastik, Ergotherapie, Logopädie, Physiotherapie) durch verbesserte Mobilität besser und unkomplizierter möglich sind. Der Herzenswunsch konnte von unserem Verein, der den Löwenanteil mit 40 Prozent stemmte, und weiteren drei Hilfsorganisationen innerhalb kurzer Zeit als gute ,saarländische Lösung’ erfüllt werden“, betont Klaus Port zur Anschaffung eines gebrauchten, 16 500 Euro teuren Ford.

Mit 5000 Euro wiederum wurde das Leben des vierjährigen Benjamin aus Friedrichsthal erleichtert, der zur Fortbewegung auf einen Rollstuhl angewiesen ist. „Infolge einer vorgeburtlichen Hirnblutung hat der Junge neurologische und neurochirurgische Einschränkungen hinsichtlich seiner Entwicklung. Benjamin macht jedoch kontinuierlich gute Fortschritte sowohl im Bereich der Motorik als auch bei seinen kognitiven Fähigkeiten und in sprachlicher Hinsicht. Er besucht den Kindergarten in Begleitung eines Integrationshelfers. Bisher musste Benjamin tagein, tagaus – oft mehrmals täglich – beim Verlassen des Hauses von seinen Eltern die Eingangstreppe hoch- bzw. herunter getragen werden. Nun hilft ein Rollstuhl- Schrägaufzug, den wir in Auftrag gaben“, hält der Schutzengel-Vorsitzende fest. Über die Hilfen für den vierjährigen Domenik aus Brücken (7000 Euro für einen Lift) und für Maximilian (10) aus Püttlingen (Zuschuss von 1600 Euro für rollstuhlgerechtes Fahrzeug) haben wir ausführlich berichtet.

Aus den allseits bekannten Gründen konnte der traditionelle Blieskasteler Schutzengellauf auch dieses Jahr nicht stattfinden. Dennoch wollten der achtjährige Leonard Schwarz und sein Freund Tom Nothof (9) unbedingt helfen und Spendengelder sammeln. Pfiffig erstellten die Beiden in Eigenregie ein „Sponsorenblatt“ (analog zum Schutzengellauf) und suchten sich in Niederwürzbach insgesamt 22 Sponsoren, die bereit waren, die gemeinnützigen Laufaktivitäten der aufgeweckten Jungs finanziell zu unterstützen.

Voller Elan absolvierten Leonard und Tom, begleitet von Leonards Mama Julia Schwarz, ihren Fünf-Kilometer-Waldlauf, das sogar trotz ständigem Regen. Am Ende kamen 306 Euro zusammen, die die Kinder voller Stolz dem Vorsitzenden Klaus Port überreichten.