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Ein Überblick über das Ausstellungsjahr 2021 - Von Rembrandt bis Beuys

Neues Ausstellungsjahr, neues Glück : Bilderwelten von Rembrandt bis Beuys

Corona hat die Kultur arg gebeutelt. Dennoch verspricht das kommende Jahr viele spannende Ausstellungen – wenn auch unter Vorbehalt.

Corona hat auch die Museen in Deutschland hart getroffen. Und noch ist nicht absehbar, wann die Ausstellungshäuser ihre Türen wieder öffnen. Dennoch gibt es umfangreiche Planungen für ein ereignisreiches Ausstellungsjahr 2021 – oft unter dem Vorbehalt „voraussichtlich“. Ein kleiner Überblick ohne Anspruch auf Vollständigkeit:

„Wild/Schön - Tiere in der Kunst“, damit beschäftigt sich ab 30. Januar die Kunsthalle Emden. Sie zeigt mehr als 120 Tierdarstellungen des 20. und 21. Jahrhunderts, darunter Werke von Künstlern wie Georg Baselitz, Franz Marc, Gabriele Münter, Emil Nolde, Paula Modersohn-Becker oder Andy Warhol.

Ikonen der Malerei aus den großen Sammlungen Kanadas präsentiert ab 5. Februar, erstmals in Deutschland, die Frankfurter Kunsthalle Schirn in der Schau „Magnetic North“. „Die Malerei der kanadischen Moderne entwirft ein mythisches Kanada“, so die Ausstellungsmacher. Auf der Suche nach einem neuen malerischen Vokabular für die kulturelle Identität des Landes hätten viele Künstler die Realität der indigenen Bevölkerung und des modernen Stadtlebens sowie der expandierenden industriellen Nutzung der Natur weithin ausgeblendet.

Eine bahnbrechende Schau über den Zusammenhang von Kunst und Kolonialismus präsentiert ab 12. Februar das niederländische Rijksmuseum in Amsterdam. Unter dem Titel „Slavery“ zeigt die Ausstellung, dass der Glanz des holländischen „Goldenen Zeitalters“ auch mit Sklavenblut erkauft war.

Im Potsdamer Museum Barberini untersucht ab 13. März die Ausstellung „Rembrandts Orient“, wie die niederländischen Barock-Maler auf Einflüsse des Nahen, Mittleren und Fernen Ostens reagierten.

Rembrandts „Mann in orientalischer Tracht“ (1635) ist bald in Potsdam. Foto: image courtesy National Gallery of Art/National Gallery of Art

Ebenfalls ab 13. März zeigt das Museum Frieder Burda in Baden-Baden den „Impressionismus in Russland. Aufbruch zur Avantgarde“. Zahlreiche Künstler in Russland ließen sich am Ende des 19. Jahrhunderts von den Themen und der Malweise der französischen Impressionisten anregen.

Mit „Dress Code. Das Spiel mit der Mode“ präsentiert die Bonner Bundeskunsthalle ab dem 26. März einen weltumspannenden Überblick zur zeitgenössischen Couture. „Mode ist nicht nur ein Akt des Tragens von Kleidung, sie ist auch ein Akt des Sehens und Gesehenwerdens, der heute mit Vorliebe über die sozialen Netzwerke verbreitet wird“, erläutert die neue Intendantin Eva Kraus den Ansatz der Schau.

Das Thema Film begegnet Besuchern der Bonner Bundeskunsthalle ab 21. Mai mit einer Retrospektive zu Rainer Werner Fassbinder (1945-1982). Gezeichnet wird ein Porträt des wichtigsten Vertreters des Neuen Deutschen Films, der wie kaum ein anderer das Stimmungsbild von und über Nachkriegsdeutschland geprägt hat.

Dem Barockmaler Jan Vermeer van Delft widmen die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden ab 4. Juni eine Schau unter dem Titel „Vermeer. Vom Innehalten“. Kern der Ausstellung bilden das „Brieflesende Mädchen am offenen Fenster“ und weitere neun Gemälde Vermeers. Etwa 40 bis 50 Werke der holländischen Genremalerei der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts präsentieren das künstlerische Umfeld Vermeers.

Ab 25. Juni läutet die Bonner Bundeskunsthalle das Jubiläumsjahr „beuys 2021. 100 jahre joseph beuys“ ein. Beuys (1921-1986) gehört zu den einflussreichsten Erneuerern der Kunst im 20. Jahrhundert. „Beuys - Lehmbruck. Denken ist Plastik“ versucht zu erklären, wie dieser Künstler sich in Wilhelm Lehmbruck eine ausdrückliche Bezugsgröße suchte.

Ab 26. Juni widmet das Kunstmuseum Stuttgart der Gruppe Konkreter Künstlerinnen eine Ausstellung in Deutschland. Der zeitliche Bogen spannt sich von den 1920er bis zu den 1970er-Jahren. Beleuchtet werden auch die Ausbildungs- und Präsentationsbedingungen für Frauen zu dieser Zeit. Gezeigt werden unter anderem Werke von Sonia Delaunay, Charlotte Posenenske und Sophie Taeuber-Arp.

Mit dem internationalen Ausstellungsprojekt „MUTTER!“ zeigt die Kunsthalle Mannheim ab 2. Juli, wie die veränderte Wahrnehmung von Mutterschaft in der Kunst gespiegelt wird. Gezeigt werden Werke von Egon Schiele, Pablo Picasso und Paula Modersohn-Becker bis hin zu Louise Bourgeois, Yoko Ono und Rineke Dijkstra.

„Dürer war hier. Eine Reise wird Legende“ heißt es ab 18. Juli im Suermondt-Ludwig-Museum in Aachen. Die Schau widmet sich der berühmten Reise Albrecht Dürers in die Niederlande vor 500 Jahren und seiner Teilnahme an der Kaiserkrönung Karls V.

Die Nachkriegskarrieren der von Hitler und Goebbels als „gottbegnadet“ bezeichneten bildenden Künstler der NS-Zeit untersucht ab 27. August das Deutsche Historische Museum in Berlin. Dabei werden die Netzwerke, die Bildthemen und die Rezeption der Arbeiten von Arno Breker und Co ebenso in den Blick genommen wie die damit verbundene Frage nach Kontinuität und Anpassungsleistung.

Mit dem unterschiedlichen Blick von DDR und BRD auf Pablo Picasso befasst sich ab 25. September die Ausstellung „Der geteilte Picasso“ im Kölner Museum Ludwig. Für die einen war er ein einsames Genie, ein Macho und Mythologe, für die anderen ein Pazifist, Kommunist und Menschenfreund.

Die Bonner Bundeskunsthalle setzt im Herbst ihre Reihe der interdisziplinären Ausstellungen zu wissenschaftlichen Themen fort. Ab 29. Oktober befasst sich eine Schau mit dem menschlichen Gehirn. Rund 150 Objekte aus Kunst, Kulturgeschichte und Wissenschaft nähern sich der Frage, was das Gehirn ist: Schaltzentrale, Supercomputer, Fantasiegebilde oder Ich-Behausung?

(kna)