Mit Elan in die nächsten Jahre

Seit der Gebietsreform 1974 hat noch kein Bürgermeister länger die Geschicke im Rathaus von Spiesen-Elversberg gelenkt. Wir haben mit Reiner Pirrung über die bisherige Amtszeit und neue Projekte gesprochen.

Heute auf den Tag genau ist es zehn Jahre her, dass Reiner Pirrung (CDU ) das Ruder im Spiesen-Elversberger Rathaus übernommen hat. Und er kommt, wie er uns im Redaktionsgespräch verraten hat, immer noch gerne in sein Büro. "Die Arbeit macht nach wie vor Spaß. Sie ist interessant und spannend", sagt er. Oft wisse man - abgesehen von festen Terminen - morgens gar nicht, was der Tag so bringt.

Beim Rückblick auf die vergangenen zehn Jahre stellt der Verwaltungschef fest, dass sich viel getan hat. "Eines der ersten Großprojekte war die Sanierung der Hauptstraße", erinnert er sich. Man habe die Schlagzahl, was Projekte anbelangt, deutlich erhöht, so Pirrung. Den Sanierungsstau in der Gemeinde schrittweise zu beseitigen, sieht er seit Amtsbeginn als eine zentrale Aufgabe. Als Beispiele führt er unter anderem die Sanierung der Grundschulgebäude, Straßen- und Kanalsanierungen sowie den Rückerwerb des Hauses Lion in Spiesen an.

Besonders stolz ist er auf den Kita-Neubau in der Bethelstraße. "Das ist eine tolle Geschichte - nicht selbstverständlich." Aber auch die Integration der freiwilligen Ganztagsschulen sei ihm ein Anliegen gewesen. Alle Projekte aufzuzählen, gelingt Reiner Pirrung nicht mehr. "Oft ist man gedanklich schon weiter." Und oft fielen einem erst zu bestimmten Anlässen Projekte ein, die schon lange erledigt sind.

Dass nie alles glatt laufen kann, wusste Pirrung vorher, hat es in seiner bisherigen Amtszeit aber auch erlebt. "Mir gefällt zum Beispiel nicht, dass wir seit fast fünf Jahren am Umbau der Feuerwehrgerätehäuser arbeiten", räumt er ein. Auch der Rückschlag durch den Schimmelbefall an der Kita (wir haben ausführlich berichtet) war eine von zahlreichen Herausforderungen.

Bis zum Ende seiner Amtszeit 2019 hat der Lenker in der Spieser Verwaltung noch einiges vor. So müsse man sich gezielt um die Zentren der beiden Ortsteile im Umfeld der Kirchen kümmern. "Sonst lassen wir die Ortskerne ausbluten." Durch zunehmende Leerstände würde eine Vermarktung immer schwieriger, ist sich Pirrung sicher. Gemeindemarketing steht deshalb hoch auf der Agenda - nicht zuletzt für das Neubaugebiet am Truckenbrunnen. Auch kulturell will er Spiesen-Elversberg auf Kurs halten. Schon zwei mal Spielort der Musikfestspiele Saar gewesen zu sein, passe da gut. Nicht zuletzt mit Blick auf das Kulturleben in der Gemeinde zeigt sich Pirrung sehr zufrieden mit dem Ausbau des Stadions an der Kaiserlinde. "Ich freue mich, dass das Stadion unabhängig von der Liga als Veranstaltungsort zur Verfügung stehen wird."

Für die Wirtschaft will Pirrung weiter etwas tun. Der Ausbau von Gewerbegebieten in der ehemaligen Sandgrube und im Bereich Hüttenstraße steht auf dem Plan.

Bei allen Plänen und Tatendrang ist es doch oft das Geld, das an vielen Stellen Grenzen setzt. "Wir sind aber guter Dinge, dass wir trotz vielfältiger Aufgaben und Investitionen bis 2017 einen ausgeglichenen Haushalt hinbekommen", so Pirrung. Dabei ist er auf die Unterstützung des Gemeinderates angewiesen. Feste Mehrheiten gab und gibt es nicht. "Ich werde wie bisher versuchen, Mehrheiten über eine anständige Sacharbeit zu finden", sagt Pirrung. Das will er auch weiterhin getreu dem Motto des französischen Schriftstellers Guy de Maupassant angehen, das in großen Buchstaben die Wand seines Büros ziert: "Es sind die Begegnungen mit Menschen, die das Leben lebenswert machen."

An meiner Arbeit gefällt mir besonders, dass . . .

sie mich täglich neugierig macht auf das, was kommt. Keine Chance also für Langeweile. Und die sehr aufschlussreichen Begegnungen mit den Menschen innerhalb und außerhalb unserer Gemeinde.

Für die kommenden fünf Jahre wünsche ich . . .

mir einen geschärften Blick für die anstehenden Aufgaben. Ich werde mich umgehend nach 'ner neuen Brille umsehen müssen. Zudem etwas mehr Geld in der Rathausschatulle und vor allem weiterhin eine gute Gesundheit.

Ich habe mir vorgenommen,. . .

dafür wieder etwas mehr Sport zu machen. Erster Test ist der Saarländische Firmenlauf übernächste Woche in Dillingen. Als Rathauschef habe ich mir vorgenommen, innerbetriebliche Abläufe besser zu vernetzen und an der Zukunft Spiesen-Elversbergs tatkräftig weiterzubauen.

Ich bin dankbar für . . .

das Vertrauen, welches die Bürgerinnen und Bürger mit den beiden Wahlen in mich setzten und für das Glück und die Gesundheit, ohne diese das "Bürgermeistern" kaum denkbar wäre.

Wenn meine Arbeit am Ende meiner Amtszeit bewertet werden würde, wäre es schön, . . .

wenn die Leute hier sagen, seine Arbeit hat sich gelohnt, er hat was bewegt und Spiesen-Elversberg vorangebracht. Aber da isses ja noch hin!

Mein Leben nach dem Bürgermeisteramt . . .

wird hoffentlich genauso spannend und interessant. Ich hoffe, dass ich nach wie vor Kulturarbeit leisten kann und trotz aller "innerfamiliären Aufträge" noch Zeit bleibt für die Dinge, die jetzt etwas zu kurz kommen, wie Reisen, Musik oder Treffen im Freundeskreis.

Die Gemeinde Spiesen-Elversberg wird in zehn Jahren . . .

immer noch existent sein - trotz aller Unkenrufe nach irgendwelchen Fusionen - und sie wird ihren Status als Wohn-, Kultur-, Sport- und Freizeitgemeinde weiter ausgebaut haben als Vier-Städte-Mittelpunkt im Drei-Kreise-Eck.