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Neues Betonbett für den Sinnerbach

Neues Betonbett für den Sinnerbach

Der Landesbetrieb für Straßenbau wird ab Herbst den unterirdischen Sinnerbach-Durchlass unter der Eisenbahn-Unterführung „Pläddchesdohle“ sanieren. Für den Verkehr aus und zu der Neunkircher Innenstadt wird das erhebliche Einschnitte mit sich bringen.

Für einen "unsichtbaren" Bach muss das Land sechs Millionen Euro locker machen. Gemeint ist der Sinnerbach-Durchlass unter der Fahrbahn der Bahnunterführung vorm B-41-Kreisel, in Neunkirchen bekannt als "Pläddchesdohle". Kaum mehr als einen Steinwurf von seinem Hauptsitz entfernt, wird dort der Landesbetrieb (LfS) für Straßenbau im Laufe des Herbstes für geschätzte 18 Monate eine Baustelle einrichten. Die Sanierung des unterirdischen Betonbachbetts wird auch für rund ein Jahr - wohl von Frühjahr 2015 bis Frühjahr 2016, so der LfS - eine Vollsperrung des Pläddschesdohle erfordern. Autofahrer und andere Verkehrsteilnehmer müssen dann das Nadelöhr am nordwestlichen Ausgang der Neunkircher Innenstadt auf der Bundesstraße 41 umfahren.

Der Sinnerbach macht aus Richtung Sinnerthal kommend am Pläddchesdohle einen rechtwinkligen Schwenk und unterquert die 162 Meter lange Eisenbahn-Unterführung. Danach zweigt er nach links ab und plätschert verrohrt in Richtung City. Am Stummplatz wird er vom Heinitzbach aufgenommen, der seinerseits kurz darauf jenseits der Lindenallee in die Blies mündet.

Das von den Straßenplanern so klassifizierte "Bauwerk 917" führt den Sinnerbach in einem 5,40 Meter breiten Betontrog unter der Fahrbahn durch den Pläddchesdohle einschließlich eines Einlassbauwerkes nördlich des Tunnels und eines Auslassbauwerkes südlich. Diese 1912 entstandene Konstruktion, die 1937 sowie in den 50er und 60er Jahren mehrmals umgebaut wurde, sei nun sanierungsbedürftig und verschlammt, teilt der LfS auf SZ-Anfrage mit. Folgende Maßnahmen sind laut LfS vorgesehen: Die Fahrbahndecke im Pläddchesdohle wird entfernt und die Trogabdeckung des Sinnerbachs abgebrochen. Der Betontrog wird dann entschlammt, der Beton in Stand gesetzt, wobei der Trog einen größeren Querschnitt erhält. Danach wird eine neue Betonabdeckung angebracht, schließlich wird der Fahrbahnbelag erneuert. Auch die Ein- und Auslassbauwerke außerhalb des Tunnels werden erneuert. Versorgungsleitungen in der Straße müssen vorübergehend verlegt werden.

Nach der Sanierung, so der LfS, sei das Bauwerk einer höheren Verkehrsbelastung gewachsen und damit zukunftsfähig. Für den darüber liegenden eigentlichen Pläddchesdohle ist nicht der LfS, sondern die Deutsche Bahn zuständig. Nahe liegend wäre es nun, dass die Bahn die einjährige Vollsperrung nutzt, um die unansehnliche Gleisuntertunnelung auf Vordermann zu bringen. Aber Fehlanzeige. Im Vorfeld der Baumaßnahme habe es Gespräche mit der Bahn gegeben, lässt der LfS wissen. Diese habe jedoch signalisiert, dass sie Veränderungen am Pläddchesdohle nicht vor 2021 auf der Agenda habe.