Einsatz für arme Kinder

Für arme Kinder in Kambodscha und den Schulhof haben 200 Schüler der Schillerschule Spenden erlaufen. Zweieinhalb Stunden hatten die Kinder dafür Zeit. Im Vorfeld der Aktion hatten sie sich Sponsoren gesucht.

"Anstrengend", meint Emmily, sieht aber eigentlich noch recht frisch aus. Sie und Lucy machen jetzt erst mal ein Päuschen. Die Brotboxen werden rausgeholt, Heidelbeeren und Gummibärchen gegessen. Zwei Runden auf dem Sportplatz Rösen haben sie schon hinter und stolze 13 noch vor sich. Für jede Runde werden Mama, Papa, Großeltern und die Cousine zwei Euro spenden. Wofür, wissen die beiden Erstklässlerinnen auch: "Für arme Kinder und für unseren Schulhof." Letzterem fehlt es noch an ein paar Spielgeräten, einem Vogelhäuschen und einer Wetterstation, erklärt Schulleiter Patric John.

Er ist mindestens genau so aufgeregt wie die 200 Schüler und 15 Lehrer der Schillerschule, für die das hier eine Premiere ist. Wobei: Wohltätigkeitsaktionen haben an der Grundschule Tradition, "da lassen wir uns jedes Jahr etwas einfallen." Diesmal also ein Spendenlauf. Der Fairness wegen müssen nur die Dritt- und Viertklässler die großen 400-Meter-Runden bewältigen. Für die Kleinen wurde eine 200-Meter-Bahn markiert. Zweieinhalb Stunden haben die Schüler Zeit, Spenden zu erlaufen, für die sie im Vorfeld Sponsoren gesucht hatten. Ein nebenan aufgebauter Kinderjahrmarkt mit Möglichkeiten zum Balancieren, Jonglieren, Bogenschießen und ähnlichem soll die Läufer bei Laune halten. Natürlich wird zwischendurch auch reichlich getrunken - eigentlich der reine Luxus. "In Kambodscha hat nur jeder zweite Einwohner Zugang zu sauberem Trinkwasser , nur jeder vierte zu sanitären Anlagen", informiert Heidrun Gros-Schnur von der Saarbrücker Unicef-Gruppe. "In einigen Regionen ist das Trinkwasser arsenverseucht."

Viele Kinder sterben an Durchfallerkrankungen, verursacht durch verschmutztes Wasser und mangelnde Hygiene. Das alles soll - kindgerecht aufbereitet - auch noch im Unterricht thematisiert werden, betont John. "Wir wollen den Schülern klar machen, dass es nicht selbstverständlich ist, sauberes Wasser zur freien Verfügung zu haben." Erste kleine Erfolge kann er schon verbuchen: "Das Kranewasser auf den Toiletten im Schulhaus wird nicht mehr laufen gelassen, sondern zugedreht."