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Der HTC Neunkirchen kämpft mit der Corona-Krise

HTC Neunkirchen : Pandemie statt Aufbruchstimmung

Viel gejammert wird beim HTC Neunkirchen nicht, aber auch dem Hockeyverein setzt das Corona-Virus zu.

Auch für die Hockeyspieler des Hockey- und Tennisclubs (HTC) Neunkirchen heißt es derzeit, die Zähne aufgrund der Corona-Pandemie zusammenzubeißen. Den Vereinsvorsitz des in der Kirkeler Straße in Neunkirchen beheimateten Clubs hat seit 2011 der 61-jährige Peter Bäsel inne. Er gehört bereits seit 2004 dem Gesamtvorstand an und war über seinen Sohn Alexander Bäsel zum Club gekommen.

„Aktuell haben wir ungefähr 160 Mitglieder, es waren aber auch schon 20 mehr. Bis zum Dezember vergangenen Jahres hatten uns die Mitglieder trotz Corona noch gut die Treue gehalten. Dann mussten wir aber im Hinblick auf das aktuelle Jahr einen Mitgliederückgang feststellen“, beklagt der Vorsitzende. Vom finanziellen Aspekt her hätte sich alles ungefähr die Waage gehalten. „Es gibt Kosten, die wegen Corona entfallen sind. Ich denke dabei an fehlende Fahrtkostengelder, Duschkosten, Schiedsrichter-Beiträge oder auch ans abgeschaltete Flutlicht“, meint der Vorsitzende. Positiv seien die Unterstützungen für den Verein gewesen. Vom Land wären 2000 Euro gekommen. „Außerdem steht auch die Stadt Neunkirchen ihren Vereinen zur Seite. Diese Unterstützung kommt sämtlichen Vereinen zugute. Die 1500 Euro konnten wir sehr gut gebrauchen. In diesen ungewöhnlichen und schweren Zeiten ist es nicht alltäglich, so gut unterstützt zu werden“, freut sich Bäsel. Hinzu seien auch noch 1000 Euro von einem Radio-Salü-Gewinnspiel gekommen. Dabei wäre es darum gegangen, die Vereinsaktivitäten in Corona-Zeiten näher zu beleuchten.

 Die Herren des HTC Neunkirchen wollen in der Verbandsliga ganz vorne mitspielen. Foto: Stefan Holzhauser

Die Finanzen sind aber nur die eine Seite der Medaille. „Was ganz klar fehlt, sind die gesellschaftlichen Aspekte. Wir haben hier eine tolle Vereinsanlage. Es tut jedes Mal weh, hier vorzufahren und dann alles unberührt zu sehen“, stellt der Vorsitzende klar. Zu Beginn des Jahres 2020 konnten noch in Wiebelskirchen die Deutsche Meisterschaft der A-Junioren ausgetragen werden. Dabei wurde der Ausrichter HTC Neunkirchen von allen Seiten für die vorbildliche Organisation gelobt. Aus ganz Deutschland waren Mannschaften in Wiebelskirchen erschienen. Sie kamen aus Hamburg, Berlin, Mülheim, Mannheim, Frankfurt oder auch München. Am Ende sicherte sich der Mannheimer HC in einem Herzschlagfinale gegen Alster Hamburg den Titel. Rund 1700 Zuschauer hatten die Ohlenbachhalle zwei Tage lang in ein regelrechtes Hockey-Eldorado verwandelt. Der HTC Neunkirchen war bereits zum dritten Mal in Folge in verschiedenen Altersklassen Gastgeber einer Nachwuchs-DM gewesen. Und Bäsel erklärte nach der gelungenen Veranstaltung, dass Hockey leider immer noch im Saarland in der öffentlichen Wahrnehmung und der medialen Berichterstattung eher ein Schattendasein führe.

Der 1. Vorsitzende Peter Bäsel auf dem derzeit verwaisten giftgrünen Kunstrasenplatz des HTC Neunkirchen in der Kirkeler Straße. Foto: Stefan Holzhauser

„Die erfolgreich durchgeführte Großveranstaltung war Werbung für unseren Sport und unseren Verein“, freute sich der Vorsitzende vor knapp einem Jahr. Die erhoffte Aufbruchstimmung blieb jedoch trotz dieser sehr gut gestemmten Großveranstaltung aus. Kurz darauf schlug die Corona-Pandemie zu. Der Spielbetrieb konnte dann die einzelnen Mannschaften betreffend im restlichen Jahr nur noch – wenn überhaupt – eingeschränkt stattfinden. Der neuerliche Lockdown hat zur Absage der kompletten Hallenrunde geführt. „Ich hoffe darauf, dass alles im April wieder anlaufen kann“, meint Bäsel. Dann sollen in der Sommerrunde neben fünf Jugendmannschaften in verschiedenen Altersklassen auch Damen- und Herrenteams des HTC Neunkirchen an den Start gehen.

„Gerade bei den Damen, wo die unterbrochene Runde fortgesetzt wird, sind wir auf unser Abschneiden gespannt. Wir sind in der Oberliga Zweiter. Eventuell können wir also den Regionalliga-Aufstieg ins Auge fassen“, meint der 61-Jährige. Zuversicht gebe auch die Rückkehr von Laura Neurohr vom TSV Mannheim. Sie hatte dem HTC Neunkirchen vor einigen Jahren studienbedingt den Rücken zugekehrt und stehe nun den Saarländerinnen wieder zur Verfügung. Und die Herren sind mittlerweile in der Verbandsliga zu Hause, wo nach Einschätzung Bäsels bei diesem kompletten Saisonneustart „durchaus über eine Rückkehr in die Oberliga nachgedacht werden kann“. Bäsel hofft auf eine mittelfristige Rückkehr zur früheren Sport-Normalität. „Ich war darüber hocherfreut, dass uns trotz Corona einige Sponsoren von sich aus angesprochen hatten, uns unterstützen zu wollen. Das war in dieser schwierigen Zeit eine klasse Geschichte. Für uns wird es mittelfristig extrem wichtig sein, wieder auf den Platz zurückkehren zu können und unsere frührere Vereinsgemeinschaft ausleben zu dürfen“, betont der Vereinschef.

Es sei nun das richtige Zeichen, dem Verein weiterhin als Mitglied die Treue zu halten und gemeinsam positiv in die Zukunft zu schauen.