Wochenkolumne Neunkirchen : Konzepte, aber ohne Konzept

Muss man das alles noch verstehen? Man sollte, aber es wird einem wirklich schwer gemacht. Da treffen sich die Ministerpräsidenten Mitte der Woche, um zu beratschlagen, wie es in Sachen Lockdown weitergeht, und finden, oh Wunder, einen Konsens.

Harter Lockdown, Schulen und Kitas bis Ende Januar zu, verschärfte Kontaktbeschränkungen. Alles doof, aber es muss ja sein. Wie sagt man: Damit kann man arbeiten. Endlich mal Klarheit, endlich eine Linie. Diese Klarheit hält dann auch etwa zwei Stunden, bis der erste Ministerpräsident, in dem Fall Winfried Kretschmann, verkündet: Ja, also nein, also wenn möglich, sollen die Grundschüler schon ab 18. Januar wieder zur Schule gehen. Und Abschlussklassen eh. Aha. Es dauert dann einen weiteren Tag, da schließen sich weitere Länderchefs an. Aber weshalb bis 18. Januar warten? Ab Montag schon werden die ersten Abschlussklassen wieder an Schulen unterrichtet. Zum Beispiel im Saarland. Zwar findet Tobias Hans die Lockerungen in Luxemburg fahrlässig, dass aber 20 bis 30 junge Menschen wieder über Stunden in einem Raum sitzen, scheint vertretbar zu sein. Es wird ja gelüftet. Diesen jungen Leuten dann zu vermitteln, dass sie sich ab Unterrichtsende nicht mehr mit Freunden treffen dürfen... Schwierig. Dass große Warenhäuser ihr gesamtes Sortiment anbieten, während der Buchladen, in dem selten mehr als zwei Kunden sind, schließen muss... Schwierig zu verstehen. Die Liste ließe sich fortsetzen. Denn vieles, was derzeit als Konzept angepriesen wird, verdient diese Bezeichnung nicht. Aber es bleibt ja noch reichlich Zeit zum Üben. Für echte Konzepte. Corona ist noch lange nicht vorbei.