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Naturdenkmal vier Eichen am Zehnpenningsbrunnen in Wiebelskirchen

Zehnpenningsbrunnen in Wiebelskirchen : Wer lange sucht, der findet sie

Serie Naturdenkmäler im Kreis Neunkirchen: Vier Eichen am Zehnpfennigsbrunnen in Wiebelskirchen.

Kirchen, Schlösser und andere Baudenkmäler findet man meist leichter, das nur vorweg. Sucht man allerdings ein Naturdenkmal mitten im Wald, wird die Angelegenheit schon schwieriger. So ist es auch bei den vier Eichen am Zehnpfennigsbrunnen (andere sagen auch Zehnpenningsbrunnen) im Neunkircher Stadtteil Wiebelskirchen. Die Recherche im Ortszentrum ergab zunächst einmal: nichts. Allerdings hatte ein freundlicher Spaziergänger mit Hund den Namen „Zehnpenningsbrunnen“ schon mal gehört. Aber wo der jetzt genau ist? Er schlägt dem Autor dieser Zeilen den Heimatforscher und Mitglied des Heimat- und Kulturvereins, Olaf Schuler, und Ortsvorsteher Rolf Altpeter als kompetente Gesprächspartner vor. Schuler, der auch das Heimatmuseum leitet, wusste natürlich gleich Bescheid. Er verschwieg allerdings nicht, dass es nicht ganz so einfach sei, den Brunnen zu finden. Denn wie ein Brunnen sieht der Zehnpenningsbrunnen nicht mehr aus. Mehrere Quellen befinden sich an der Stelle und drum herum stehen seit mehr als über 200 Jahren die vier Eichen, die es in die Naturdenkmalliste geschafft haben. Die Angaben entstammen dem Heimatbuch Wiebelskirchen aus dem Jahr 1955, das heißt, die Bäume dürften heute locker 260 Jahre und älter sein. Wer sie gepflanzt hat, ob sie überhaupt von Menschenhand gepflanzt worden sind, ist nicht bekannt. Für den Ortsunkundigen bleibt es ein kleines Abenteuer, die Eichen und den Brunnen mitten im Wald zu finden. Aber auch, ebenso wie in der Ortsmitte, fanden sich am Waldrand an den Windrädern zwischen Schiffweiler und Wiebelskirchen in der Nähe der B 41 hilfsbereite Menschen. Eine Mitarbeiterin des Saarforst wusste sofort, um welche Eichen es sich handelt. Nach einem längeren Fußmarsch über schlammige Waldwege war das Ziel erreicht.

Olaf Schuler konnte auch den Namen des Zehnpenningsbrunnens herleiten. Das schon erwähnte alte Heimatbuch von Friedrich Blatter gibt Auskunft. Demnach erfolgte in früheren Zeiten die Steuer- und Abgabenzahlungen durch den zehnten Teil des Ernteertrages. Und diese Abgabe hieß kurz und knapp der „Zehnte“. Ebenso verhielt es sich mit der Wasserentnahme aus öffentlichen Brunnen und Quellen. Jährlich mussten die Benutzer ein Wassergeld entrichten, den Zehntpfennig. Da die beschriebene Quelle auf dem ehemals gräflichen Baltersbacher Hof lag, scheint es naheliegend, dass die damalige Wiebelskircher Einwohnerschaft ihr Wasser von diesem Brunnen nahm, und die „gnädige Herrschaft“ sich den Zehnten geben ließ. Ganz nach dem Motto: Wer hat, dem wird gegeben.