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Den Riesenbärenklau weiter bekämpfen

Den Riesenbärenklau weiter bekämpfen

Illingen. Gefährlich für den Menschen und für die Artenvielfalt - so beschreibt Diplom-Ingenieur für Landschaftsökologie Helmut Jochem den Riesenbärenklau, auch Hercules-Staude genannt. Bei einer Ortsbegehung des Illgrunds wollte er mit Interessierten und Experten diskutieren, wie man gegen die Pflanze vorgehen kann

Illingen. Gefährlich für den Menschen und für die Artenvielfalt - so beschreibt Diplom-Ingenieur für Landschaftsökologie Helmut Jochem den Riesenbärenklau, auch Hercules-Staude genannt. Bei einer Ortsbegehung des Illgrunds wollte er mit Interessierten und Experten diskutieren, wie man gegen die Pflanze vorgehen kann.

Samen sind ungefährlich

"Nur in Anführungszeichen giftig", sei der Riesenbärenklau, sagt der selbstständige Apotheker aus Nohfelden Karl-Heinz Potempa, der sich ebenfalls der Begehung angeschlossen hatte. "Bei giftig denkt man direkt immer an Todesgefahr." Er hat selbst einen Gift- und Kräutergarten und kennt sich aus mit Pflanzen: "Der Saft des Riesenbärenklaus verursacht in Zusammenhang mit UV-Strahlen schwere Verbrennungen." Die Samen dagegen seien nicht gefährlich: "Die hat man früher sogar gegen Gastritis geschluckt."

Geht man den Spazierweg unterhalb der Illipse an der Ill entlang, stehen die Pflanzen unmittelbar am Wegesrand. Wie Potempa erklärt, verbreite sich die Pflanze schnell und ersticke alles andere in ihrer Umgebung. Das ist der zweite Punkt, warum sich Jochem für die Bekämpfung einsetzen möchte: "Die Artenvielfalt ist in Gefahr."

Um das Thema der Bekämpfung näher zu erläutern, hat Jochem auch eine Vertreterin der Landwirtschaftskammer Saar eingeladen. Maren Brennig vom Pflanzenschutzdienst erklärt, dass es nicht ausreicht, die Pflanze nur abzumähen. Die Pflanze werde so nur kurzfristig zurück gedrängt: "Wirkungsvoll ist Abmähen zusammen mit Herbizideinsatz, das heißt Unkrautbekämpfungsmittel." Eine einfache Mahd reiche nicht aus. "Dann müsste man im Abstand von zwei Wochen mähen und das sechs bis acht Mal." Das sei personell gesehen überhaupt nicht möglich.

Für Jochem ist der Illgrund ein Stück Heimat: "Sonst würde ich mich nicht so ins Zeug legen." Jetzt fordert er den Gemeinderat zum Handeln auf. Stellenweise sei die komplette Ausrottung der Pflanze möglich, so Brennig. Aber man müsse dran bleiben und sich mit der Gemeinde zusammen tun.

Pflanzensaft verbrennt die Haut

Wie es sich anfühlt, wenn man mit dem Saft der Riesenbärenklaue in Berührung kommt, berichtet Peter Sommer vom ökologischen Jagdverband Saar: "In den ersten Stunden habe ich nichts gespürt. Dann habe ich Wasserblasen auf meiner Hand entdeckt." Weiter entwickelten sich Blasen auf seinem Bauch, er bekam Bauchschmerzen.