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Silja Pagel wird in Merzig zur Prädikantin ordiniert

Ernennung in Merzig : „Ich möchte den Glauben in den Familien beleben“

Silja Pagel wird am 31. Januar in Merzig zur Prädikantin ordiniert und verstärkt künftig ehrenamtlich das Pfarrteam in der evangelischen Kirche.

Silja Pagel wird am Sonntag, 31. Januar, in Merzig zur Prädikantin ordiniert. Die Ordination bildet den Abschluss einer zweijährigen Ausbildung, in der grundlegende theologische und liturgische Kenntnisse vermittelt wurden. Mit ihr wird die 41-Jährige ermächtigt, eigenverantwortlich kirchliche Amtshandlungen vorzunehmen. Das bedeutet, sie darf beispielsweise Taufen und Trauungen durchführen – und natürlich Gottesdienste feiern. Zukünftig wird die gelernte Augenoptikerin ehrenamtlich das Pfarrteam verstärken.

Pagel wohnt seit 2007 in Merzig. Eher zufällig entstand 2014 ein intensiverer Kontakt zur evangelischen Kirchengemeinde: Der Posaunenchor suchte Nachwuchs, Pagel trat bei, nahm Posaunenstunden bei Frank Paqué, dem Jugendmitarbeiter, der Prädikant ist. Bald schon unterstützte sie die Sommerferienangebote der Kirchengemeinde und rückte ins Presbyterium nach. Dann das Aha-Erlebnis: Eine Stunde vor Beginn eines Gottesdienstes fiel der Pfarrer krankheitsbedingt aus. Statt abzusagen, stellte Pagel spontan einen Wortgottesdienst auf die Beine. Das positive Feedback animierte sie dazu, die Prädikantenausbildung anzutreten.

Dass die Ordination wie geplant stattfinden kann, war zeitweise nicht sicher. Inmitten der Zurüstung kam ihr zweites Kind zur Welt. Doch aufzugeben oder zumindest den Kurs zu unterbrechen kam für Pagel nicht infrage. Ihr Mann unterstützte sie dabei, reiste mit ihr und den Kindern zu den Kurswochenenden, um ihr die Teilnahme zu ermöglichen.

So wird Pagel ab Sonntag regelmäßig in Merzig auf der Kanzel stehen. „Es ist mir ein Anliegen, Menschen dort abzuholen, wo sie sind“, sagt sie. Kirche müsse mehr zu den Menschen kommen. Um dieses Ziel umsetzen, möchte sie nach ihren Worten weiter ihre Ideen einbringen. Und davon hat sie viele.

So ging beispielsweise die Merziger Aktion „Andacht von draußen“, bei der Pfarrer und Prädikanten die Menschen bei sich zu Hause besuchen und dort eine kleine Andacht im Garten oder Hof feiern, auf ihre Initiative zurück. Als Zielgruppe der Aktion sieht Pagel durchaus nicht nur ältere Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen nicht in die Kirchen kommen könnten. „Für Familien mit kleinen Kindern ist es oft nicht möglich, Gottesdienste zu besuchen“, weiß sie aus eigener Erfahrung. Aber an einer Andacht teilnehmen, die vor der eigenen Tür stattfindet, das sei für viele eine schöne Abwechslung.

Und so ist ihr anderes Ziel auch ein persönliches: „Ich möchte den Glauben in den Familien beleben“, betont Silja Pagel abschließend.

Die Ordination von Silja Pagel findet coronabedingt nicht in der evangelischen Friedenskirche, sondern in der katholischen Pfarrkirche St. Peter in Merzig, Propsteistraße 1, statt. Der Gottesdienst beginnt um 15 Uhr. Da die Plätze begrenzt sind, ist eine Anmeldung beim evangelischen Gemeindeamt notwendig unter Telefon (0 68 61) 62 95 oder E-Mail: merzig@ekir.de.