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Das White Horse Theatre brillierte mit Fantasy und Nachdenklichem

Das White Horse Theatre brillierte mit Fantasy und Nachdenklichem

Schon seit vielen Jahren freuen sich die Schüler des Peter-Wust- Gymnasiums (PWG) auf den jährlichen Besuch der englischsprachigen Theatergruppe White Horse Theatre. Nun waren die Schauspieler wieder zu Gast in Merzig.

Das White Horse Theater , ein pädagogisches Tourneetheater unter der Leitung von Peter Griffith, gastierte erneut auf Einladung des PWG in der Stadthalle Merzig und führte zwei verschiedene, auf unterschiedliche Altersstufen abgestimmte Stücke vor einem aufmerksamen Schulpublikum auf.

Die Klassenstufen 6 und 7 bekamen das Fantasy-Stück Silver Jane zu sehen, während das Stück Food for Thought den Klassen 8, 9 und 10 Anlass zum Nachdenken bot. Bei beiden Stücken führte in bewährter Weise Peter Griffith Regie. Der gebürtige Engländer ist Gründer des "White Horse Theatre " und begeistert auf seinen Tourneen mit seiner Crew regelmäßig deutsche Schülerinnen und Schüler durch kreative Theaterstücke.

Silver Jane handelt von einer außergewöhnlichen jungen Frau namens Jane, welche von der irischen Schauspielerin Rebecca Evans dargestellt wurde. Der Spitzname bezieht sich auf ihr Markenzeichen, die langen silbernen Haare. Jane wurde als Baby von einem Holzfäller im Wald gefunden, welcher sie mit zu sich nach Hause nahm und gemeinsam mit seiner Frau wie eine eigene Tochter aufzog.

Schon bald stellte Jane fest, dass sie besondere Fähigkeiten besitzt. So kann sie zum Beispiel fliegen und verfügt über außergewöhnliche Kräfte. Zudem hört sie Stimmen, die sonst keiner hört. Diese sagen ihr, dass sie von einem anderen Planeten auf die Erde gesandt wurde, um das schreckliche Monster, den Blurg of Squolth zu zerstören und die Erde vor ihm zu retten.

Im Gegensatz zum eher witzigen Theaterstück für die Unterstufe handelte es sich bei Food for Thought um ein sehr ernstes Stück zum Thema Magersucht . Im Mittelpunkt des Stückes steht Sam, eine Jugendliche, die sich viele Gedanken darüber macht, ob sie durch ihr Essverhalten zu dick wird. Als ihr Freund Duncan ihr nach dem Kinobesuch einen Schokoladenriegel schenkt, beginnt sie zu grübeln, ob sie diesen essen soll oder nicht. Kurz darauf können die Zuschauer die Stimmen in ihrem Kopf live miterleben. Die Figur "Anorek" (für Anorexia = engl. Magersucht ) redet danach ständig auf Sam ein und treibt sie an, nichts mehr zu essen und mehr Sport zu machen.

Dies geht schließlich so weit, dass sie mit ihrem Freund Schluss macht und sich nach dem Essen erbricht. Als ihre Eltern sie in eine spezielle Klinik einweisen, beginnt sich ihre Lage zu bessern, die Stimmen in ihren Kopf bleiben ihr aber weiterhin erhalten und so schließt das Stück mit einem offenen Ende. Noch lange nach der Aufführung diskutierten die Schüler über das Gesehene, was den Erfolg des Stückes bestätigt.

Die Schauspieler und der Regisseur Peter Griffith haben es wie in der Vergangenheit geschafft, fesselnde Aufführungen zu präsentieren. Die Schüler wurden dabei zum Lachen gebracht, aber gleichzeitig auch zum Nachdenken und Diskutieren angeregt. Auch in diesem Jahr waren aus Sicht aller Beteiligten die Aufführungen des White Horse Theatre " eine besonders motivierende Form des Englischunterrichts und eine willkommene Abwechslung.