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Alois Engeldinger bleibt an der Spitze

Alois Engeldinger bleibt an der Spitze

Insgesamt verlor der Kreisverband Merzig-Wadern der Obst- und Gartenbauer im Verlauf des Jahres 120 Mitglieder. Bezirksveranstaltungen gab es in Kostenbach und Orscholz.

Seit nunmehr 15 Jahren steht Alois Engeldinger vom Ortsverein Schwemlingen an der Spitze des Kreisverbandes Merzig-Wadern der Obst- und Gartenbauvereine (OGV), dies wird auch die nächsten drei Jahre so sein. Bei den Neuwahlen (siehe Info) im Rahmen der Jahreshauptversammlung im Bürgerhaus Morscholz erhielt er einstimmig das Vertrauen der Delegierten aus den Ortsvereinen. Zu Beginn hieß Engeldinger neben diesen als Gäste den Staatssekretär im Umweltministerium, Roland Krämer , den CDU-Fraktionsvorsitzenden im Kreistag, Edmund Kütten, den dritten Beigeordneten der Stadt Wadern, Manfred Paulus, die Geschäftsführerin des Verbandes der Gartenbauvereine Saarland/Rheinland-Pfalz, Monika Lambert-Debong, Ortsvorsteher Markus Wollscheid und andere willkommen

Staatssekretär Krämer wies auf die Entstehung der vielen Obst- und Gartenbauvereine im Saarland hin. Die Bergleute seien aus der Landwirtschaft gekommen und versorgten sich neben ihrem Beruf mit Obst- und Gartenbau . Heute noch wolle man die Versorgung mit frischem Obst und Gemüse aus dem eigenen Garten sowie Obst aus den Streuobstwiesen, die eng mit der Kulturlandschaft verbunden seien. Umweltminister Jost habe sich Umweltgerechtigkeit auf die Fahne geschrieben. "Wo Menschen Gartenbau betreiben, sind sie auch der Natur näher. Hinzu kommen Gesundheitspflege und Ausgeglichenheit sowie ein Beitrag zur allgemeinen Gesundheitsförderung", betonte Krämer. Er dankte den OGV für ihre Leistungen. Der Kreisvorsitzende ging noch kurz auf die Streuobstwiesenbörse mit der Gelegenheit ein, solche eigenen Wiesen zum Kauf oder Pacht anzubieten, über die mehr auf der Homepage des Verbandes zu erfahren sei.

Der CDU-Kreistagsfraktionsvorsitzende Kütten wies auf die finanzielle Situation des Landkreises hin, die katastrophal sei. Die Kreisumlage müsse nochmals angehoben werden. Über die Streuobstwiesenerhaltung werde seit Jahren diskutiert, aber es mangele am Geld. Alle freiwilligen Leistungen des Kreises würden radikal auf den Prüfstand gestellt. So bliebe von den 40 000 Euro für den OGV-Kreisverband nur noch die Hälfte zur gezielten Unterstützung. "Ich wünsche dem Kreisverband der OGV und seinen Ortsvereinen viel Erfolg, vor allem beim Gewinnen jüngerer Mitglieder", sagte Kütten.

Der Stadtbeigeordnete Paulus unterstrich: "Das Ehrenamt und das Engagement in den Vereinen ist nirgends so ausgeprägt wie in unserer Region, das sieht man heute auch hier in der Halle." Er sprach den Aufgabenkatalog der OGV an und bezeichnete diese als eine Bürgerbewegung für mehr naturbewusstes Handeln in den Ortschaften und zur Stärkung des ökologischen Bewusstseins in der Bevölkerung und bedankte sich hierfür. Die Grüße des Landesverbandes der Obst- und Gartenbauvereine übermittelte Geschäftsführerin Lambert-Debong. "Ich bin gerne gekommen, um den Verband zu vertreten, denn der profitiert von den Ortsvereinen, mit denen wir ein gutes Zusammenspiel wollen, um gemeinsam etwas auf den Weg zu bringen. Je stärker wir sind, desto mehr Wertschätzung haben wir." Sie sprach Themen wie die Streuobstwiesen, vereinseigene Brennereien und Keltereien, regionale Produktvermarktung, Veranstaltungen, Kurse, die Entwicklung der Grabpflege usw. an.

Der Morscholzer OGV-Vorsitzende Konter wies auf das noch rege Vereinsleben und die Zusammenarbeit in seinem Ort hin. So sei eine Mistelbekämpfungsaktion mit der Jugendfeuerwehr vorgesehen.

Es folgte die Auszeichnung langjähriger verdienter Mitglieder (siehe Info) mit der "Silbernen Rose". Im zweiten Teil, zu dem der Geschäftsbericht in Schriftform vorlag, erstattete Kassierer Werner Bäcker einen Bericht zur finanziellen Situation. Die Prüfer Anke Planta und Patrick Schmitt lobten die gewissenhafte Buchführung. Auf Antrag des Vorstandes wurden die Verbandsbeiträge des Kreises erstmals seit 15 Jahren einstimmig erhöht von 50 auf 70 Cent. Weniger Mitglieder, ein niedriger Kreiszuschuss, mehr Aktionen und damit mehr Kosten machten dies erforderlich.

Unter der Versammlungsleitung von Geschäftsführerin Lambert-Debong wurde dann der bisherige Vorstand entlastet und die Wahl des neuen durchgeführt. Mit dem Bekenntnis "Ich bin glücklich und dankbar in einem solchen Verband und komme auch gerne in die Ortsvereine", schloss Engeldinger die Versammlung. Die letzte Jahreshauptversammlung fand im November vorigen Jahres in Reimsbach statt. Dabei wurden Verbandsmitglieder mit der Silbernen Rose des Kreisverbandes ausgezeichnet. Am Stichtag, 1. Januar 2016, zählte er insgesamt 47 Vereine mit 4133 Mitgliedern, davon 3302 reguläre. Dies bedeutet ein Minus von 173. Die Zahl von 469 Familienmitgliedern bedeutet eine Zunahme von 14 Personen. Kinder und Jugendliche sind mit nun 89 ein Mehr von 6. Die Zahl der Ehrenmitglieder hat sich um 33 auf jetzt 273 erhöht.

Insgesamt verlor der Kreisverband im Verlauf des Jahres 120 Mitglieder. Bezirksveranstaltungen wurden in Kostenbach und Orscholz abgehalten. Zudem gab es Informationen zu dem neuen Produkt "Terra preta". Am Gartenwettbewerb nahmen insgesamt sieben Familien teil. Sieger wurden die Familien Klaus Gerling (Beckingen), Bernd Schiffmann (Haustadt) und Mathilde Jungfer (Britten).

Bei der gesonderten Ehrung im September in Erbringen wurden diese wie auch die siegreichen Teilnehmer des Streuobstwiesenwettbewerbs mit der Familie Jörg Conrath (Brotdorf ) auf Platz eins, der Familie Markus Schmitt (Weiten) auf Platz zwei und der Familie Jürgen Kautenburger (Rimlingen) auf Platz drei. Am diesjährigen "Tag der offenen Gartentür" beteiligten sich kreisweit sieben Gartenbesitzer. Fünf Vorstandssitzungen und eine Klausurtagung fanden statt. Bei zwei Fahrten ins Hohenloher Land und zur Landesgartenschau in Öhringen wurden auch weitere interessante, historische Gartenanlagen usw. besichtigt. Auf Anregung des Vorstandskollegen Konter konnten durch Zuschüsse zehn Teleskopsägen (Silkysägen) zur Mistelbekämpfung beschafft werden, die zum Preis von 150 Euro an die OGV abgegeben wurden. Nach einem Nutzungsnachweis erhält der Verein 75 Euro zurück. Die Vereine sollen die Sägen neben den eigenen Mitgliedern auch Nachbarvereinen gegen eine Ausleihgebühr zur Verfügung stellen. Bei der Verteilung wurde darauf geachtet, das gesamte Kreisgebiet abzudecken.

Zum Thema:

Zur Person Zur Auszeichnung mit der "Silbernen Rose des Kreisverbandes" standen an: Annerose Jung (Brotdorf ), Silvia Scherer (Weiskirchen), Josef Mees (Löstertal), Martin Peter Scherzinger (Schwemlingen), Lutwin Schramm (Mettlach), Engelbert Schuler (Nunkirchen) und Paul Veauthier (Konfeld). nb

Zum Thema:

Die mit der „Silbernen Rose“ des OGV-Kreisverbandes ausgezeichneten Mitglieder mit der Landesgeschäftsführerin Monika Lambert-Debong (links) und dem Kreisvorsitzenden Alois Engeldinger (rechts). Fotos: Norbert Becker.

Auf einen Blick Es wurden gewählt: Nachdem die zweite Vorsitzende Christa Wittling (Niederlosheim) und Beisitzer Heinz Schett (Merzig), denen für ihre Arbeit gedankt wurde, nicht mehr kandidiert haben, setzt sich der neue Vorstand so zusammen: Erster Vorsitzender Alois Engeldinger (OV Schwemlingen), zweiter Vorsitzender Manfred Rappold (OGV Löstertal), Kassierer Werner Bäcker (OGV Wadern) Schriftführerin Rosi Günther-Arand (OGV Haustadt), Geschäftsführer Karl-Heinz Schmitt (OGV Nohn) sowie als Beisitzer Barbara Braun (OGV Büschfeld), Hans Walter Bauer (OGV Rappweiler), Dieter Konter (OGV Morscholz ) und Klaus Massem (OGV Brotdorf ). Neue Kassenprüfer sind Renate Koch (OGV Wadrill) und Lutwin Thielen (OGV Wahlen). nb