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Landtagswahl Saarland 2022: Briefwahl - Was muss ich heute beachten? Infos & Fristen im Überblick

Auftakt ins deutsche Wahljahr : Briefwahl zur Landtagswahl 2022 im Saarland: Alle Infos und Fristen im Überblick

Am 27. März findet die Landtagswahl im Saarland statt. Die Wählerinnen und Wähler müssen ihre Stimme nicht zwingend im Wahllokal abgeben, sie können ab sofort auch per Brief abstimmen. Die Fristen und Tipps.

Das Saarland gibt den Auftakt ins deutsche Wahljahr 2022. Am Sonntag, 27. März, ist Wahltag. Abstimmen kann man jedoch bereits früher – per Briefwahl. Möglich ist dies ab dem 14. Februar. Was Sie dazu wissen müssen:

Landtagswahl im Saarland: Wie wird per Brief gewählt?

Wer seine Stimme per Brief abgeben will, muss in der Gemeinde des Wohnortes einen Wahlschein beantragen. Der Antrag kann persönlich oder schriftlich per Post, Fax, oder E-Mail eingereicht werden, ein Anruf bei der Stadt oder Gemeinde reicht jedoch nicht aus.

Das Wahlamt im Rathaus Saarlouis ist ab dem 14. Februar geöffnet, das Briefwahlbüro Saarbrücken Mitte und die Außenstellen in West, Dudweiler und Halberg erst ab dem 16. Februar. Montags bis freitags können Saarbrückerinnen und Saarbrücker dort während der Öffnungszeiten die Briefwahlunterlagen beantragen und direkt vor Ort wählen. Aktuell gilt für den Zutritt zu den Briefwahlbüros die 3G-Regel sowie eine Maskenpflicht.

Aufgrund der Corona-Pandemie sei die Briefwahl eine gute Option, kontaktlos und sicher von zuhause aus zu wählen, teilte die Stadt Saarbrücken mit. „Daher rechnen wir auch bei der kommenden Wahl mit einer hohen Briefwahlbeteiligung.“

Unter dem Link www.briefwahl-beantragen.de/Saarland können Sie Ihre Briefwahlunterlagen ab dem 14. Februar auch online beantragen. Dazu müssen Sie Ihren Wohnort aus einer Liste auswählen. Briefwahl-beantragen.de ist keine offizielle Seite der Städte und Gemeinden. Die Homepage soll Wahlberechtigten lediglich helfen, schnell an die nötigen Informationen zur Briefwahl zu gelangen.

Die Wahlbenachrichtigung werden ab dem 16. Februar abgeschickt. Zur Beantragung der Briefwahlunterlagen kann der Vordruck auf der Rückseite der Wahlunterlagen ausgefüllt und zurückgesendet werden. Die Briefwahlunterlagen können auch in der jeweiligen Gemeinde persönlich abgeholt und später abgegeben werden.

Briefwahl im Saarland: Bis wann muss der Antrag gestellt werden?

Der Briefwahl-Antrag sollte so früh wie möglich gestellt werden. Der letztmögliche Termin ist der Freitag vor der Wahl bis 18 Uhr. Wenn aufgrund plötzlicher und nachgewiesener Krankheit kein Wahllokal aufgesucht werden kann, können Briefwahlunterlagen noch am 27. März bis 15 Uhr beantragt werden. Um die Unterlagen zu erhalten, ist ein ärztliches Attest und eine Vollmacht der kranken Person notwendig. 

Saarland: So funktioniert die Briefwahl zur Landtagswahl vor Ort

Der klassische Weg bei der Briefwahl führt über den Hin- und Rückversand der Briefwahlunterlagen. Wenige Tage vor der Landtagswahl im Saarland ist dies zeitlich nicht mehr möglich. Kurzentschlossene können jedoch trotzdem per Briefwahl abstimmen. In der zuständigen Wahldienststelle können die Unterlagen bereits vor dem 27. März vor Ort ausgefüllt und abgegeben werden.

Landtagswahl im Saarland: Wie sieht der Stimmzettel aus?

Der Stimmzettel ist in Kreis- und Landeswahlvorschläge der Parteien untergliedert. Das Saarland ist bei der Landtagswahl in drei Wahlkreise unterteilt: Saarbrücken (Regionalverband Saarbrücken), Saarlouis (Merzig-Wadern, Saarlouis) und Neunkirchen (St. Wendel, Neunkirchen und Saarpfalz-Kreis).

Die verschiedenen Parteien haben Kreiswahlvorschläge aufgestellt, darin unterscheiden sich die Stimmzettel in den Wahlkreisen. Die Landeswahlvorschläge sind auf allen Zetteln gleich. Ganz oben auf dem Stimmzettel finden sich die Parteien, die bei der vorangegangenen Landtagswahl den größten Erfolg erzielt haben. Dahinter folgen die neu hinzugekommenen Parteien in alphabetischer Reihenfolge.

Landtagswahl im Saarland: Wie viele Stimmen hat man?

Jeder Wahlberechtigte hat nur eine Stimme. Damit wählt man den Kreiswahlvorschlag einer Partei und zugleich deren Landeswahlvorschlag.

Landtagswahl Saarland 2022: Was muss man beim Ausfüllen der Briefwahlunterlagen beachten?

Briefwähler sollten darauf achten, die beigefügten Erläuterungen zu befolgen. Der Wahlschein, nicht zu verwechseln mit dem Stimmzettel, muss unterschrieben werden. Außerdem müssen sowohl der blaue Umschlag, in den der Stimmzettel gehört, wie auch der rote Umschlag, in dem die Unterlagen abgeschickt werden, zugeklebt sein. Wenn die Umschläge nicht verschlossen sind, wird die Stimme nicht mitgezählt.

Wann müssen die Stimmzettel abgeschickt werden?

Der Brief mit dem ausgefüllten Stimmzettel muss mindestens drei Tage vor der Wahl bei der Post abgegeben werden. Innerhalb Deutschlands stellt die Post den Wahlbrief kostenlos zu. Wer aus dem Ausland an der Landtagswahl teilnehmen will, muss das Porto selbst bezahlen und den ausgefüllten Stimmzettel dementsprechend früher abschicken. Die Wahlbriefe, die zu spät eingehen, werden nicht mitgezählt.

Die Geschichte der Briefwahl in Deutschland

Die Briefwahl wurde im Jahr 1957 eingeführt. Knapp fünf Prozent stimmten bei der Wahl, bei der die CDU die absolute Mehrheit holte, per Brief ab. Im Jahr 2008 wurde die Briefwahl in Deutschland erleichtert. Seither muss niemand mehr eine Begründung angeben, um per Brief abstimmen zu dürfen. 

Das Wahlforschungsinstitut Infratest dimap verweist darauf, dass der Briefwahlanteil seit der Einführung kontinuierlich steigt. Gaben 1994 nur 13,4 Prozent der Wählenden ihre Stimme per Brief ab, waren es bei der Bundestagswahl 2017 bereits 28,6 Prozent. Die Corona-Pandemie verstärkte diesen Effekt noch, sodass bei der Bundestagswahl 2021 stolze 47,3 Prozent erreicht wurden.

Der steigende Anteil an Briefwählern stellt für Infratest dimap eine Herausforderung bei den Prognosen dar. Denn die Nachwahlerhebung in den Wahllokalen ist die Basis für die 18-Uhr-Prognose. „Die Briefwähler sind in dieser Nachwahlbefragung nicht enthalten und müssen anhand unserer Vorwahlerhebungen und der Erfahrungen aus der Vergangenheit mit eingepreist werden", so Infratest-dimap-Geschäftsführer Kunert gegenüber der Tagesschau.

Auf die Hochrechnungen hat der Anteil der Briefwähler keine Auswirkung. Nach 18 Uhr fließen die ausgezählten Ergebnisse in die Hochrechnungen ein. Im Vorfeld werden sowohl eine Stichprobe von Urnen- als auch von Briefwahlbezirken genommen.