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Lafontaine und Saar-AfD kritisieren Sprachenerlass in Frankreich

Zertifizierung in englischer Sprache für Studierende : Lafontaine und AfD kritisieren Sprachenerlass in Frankreich

Linkspartei-Politiker Oskar Lafontaine hat die Landesregierung aufgefordert, in Frankreich wegen eines neuen Sprachenerlasses zu intervenieren, der eine Zertifizierung in englischer Sprache für alle Studierenden vorsieht, die einen ersten Abschluss machen wollen (wir berichteten).

„Das deutsch-französische Verhältnis hat bedauerlicherweise unter einer Reihe von Fehlern in Deutschland und Frankreich gelitten, so dass das Verständnis für die Kultur des jeweiligen Partners zurückgegangen ist. Die Sprache ist aber ein wichtiger Schlüssel zu einer Kultur. Die Forderung des Vereins ‚Culture et Bilinguisme de Lorraine‘, die deutsche Sprache in den Grenzregionen wie dem Département Moselle genauso anzuerkennen wie Englisch, ist zu unterstützen“, erklärte der Fraktionschef der Linken im Landtag und forderte die Landesregierung zum Handeln auf.

Auch die AfD-Fraktion im saarländischen Landtag zeigte sich empört. „Die deutsche Sprache wird wieder einmal benachteiligt und soll offenbar im Elsass und in Lothringen endgültig ,ausgerottet’ werden, obwohl die dortige Bevölkerung ganz anderer Meinung ist“, erklärte der Fraktionsvorsitzende der AfD im Landtag, Josef Dörr. „Im Elsass und einigen Regionen Lothringens war Deutsch Muttersprache. Den Menschen ihre Muttersprache zu nehmen ist menschenrechtswidrig.“ Die Entscheidung ignoriere zudem die saarländische Frankreich-Strategie und verstoße gegen den Geist des deutsch-französischen Vertrages von Aachen.