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Lafontaine kritisiert Thomas Lutze in scharfer Form.

Linken-Fraktionschef kritisiert Parteichef Lutze : Lafontaine verwahrt sich gegen Veröffentlichung in Linken-Magazin

Der Vorsitzende der Linksfraktion im Landtag, Oskar Lafontaine, hat sich in ungewöhnlicher Schärfe vom Landesvorsitzenden Thomas Lutze distanziert. Anlass ist ein Facebook-Beitrag von Lafontaine zur Rentenpolitik, den Lutze unter der Überschrift „Post von Oskar: Rentenexperten? Scharlatane!“ im Mitgliedermagazin der Saar-Linken abdrucken ließ, ohne die Zustimmung seines innerparteilichen Gegners eingeholt zu haben.

„Da viele Mitglieder wissen, dass Oskar Lafontaine die Arbeitsweise Thomas Lutzes, die Manipulation der Mitgliederliste und die problematische Kassenführung im Landesverband ablehnt, kam es zu einer Reihe von Rückfragen, ob er die Arbeit des Landesvorsitzenden wieder unterstütze“, schreibt die Linksfraktion auf Facebook. Tut er nicht.

In einem offenen Brief schreibt Lafontaines Sprecher Martin Sommer dem Parteichef der Linken: „Du weißt genau, dass Oskar Lafontaine mit Deiner Handlungsweise in den letzten Jahren absolut nicht einverstanden ist und die Auffassung vertritt, dass Du der Linken im Saarland schweren Schaden zugefügt hast.“ Lafontaine sei nicht damit einverstanden, dass ein Beitrag von ihm in einer Publikation erscheine, in der auch Personen wie Andreas Neumann, der wegen eines gefälschten Doktortitels mit einem Strafbefehl belegt worden sei, ihre Texte veröffentlichen.

Der Aufforderung, künftig keine Texte mehr von Lafontaine im Mitgliedermagazin zu übernehmen, will Lutze aber keine Folge leisten. „Ich wüsste nicht warum“, sagte Lutze. „Ich werde es auch künftig machen, wenn etwas Interessantes von ihm kommt. Viele Sachen von ihm sind interessant.“