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Corona: Saarland öffnet Schulen schrittweise für alle Schüler

Corona-Lockerungen : Saarland öffnet Schulen schrittweise für alle Schüler

Seit 4. Mai gehen die Abschlussklassen wieder in die Schule. Jetzt hat das Saarland seinen „Fahrplan“ zur schrittweisen Schulöffnung für alle Schüler vorgelegt - der erste Schritt beginnt am Montag.

Das Saarland hat im Zuge der Corona-Lockerungen weitere Schritte zur Schulöffnung angekündigt. „Bis zu den Sommerferien wird es für alle Schüler im Saarland sowohl Präsenzunterricht an den Schulen als auch weiterhin Lernen von zu Hause geben“, kündigte das saarländische Bildungsministerium am Donnerstag an.

Ab kommenden Montag, 18. Mai, sollen Schüler mit besonderem Förderbedarf, etwa lernschwache Schüler oder Schüler mit Migrationshintergrund, wieder zur Schule gehen.

Ab 25. Mai sollen dann alle weiteren Schüler wieder in den Unterricht zurückkehren. „Dabei wird es einen wochen- beziehungsweise tageweisen Wechsel zwischen Präsenzunterricht und dem Lernen von zu Hause geben“, teilte das Ministerium mit. In den ersten beiden Schritten des Fahrplans waren ab Anfang Mai bereits die Abschlussklassen wieder an die Schulen zurückgekehrt.

„Uns geht es darum, möglichst zügig alle Schülerinnen und Schüler in den Präsenzunterricht zu bringen“, erklärte Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot (SPD). „Das ist letztlich eine Frage der Bildungsgerechtigkeit.“ Mit dem Lernen von zu Hause kämen nicht alle Schüler gleich gut zurecht. „Der familiäre Hintergrund spielt eine große Rolle, die Wohnsituation, die technische Ausstattung und der individuelle Förder- und Unterstützungsbedarf“, sagte Streichert-Clivot. Auch Kinder, die gerade erst Deutsch lernten, bräuchten dringend wieder den persönlichen Kontakt zu ihren Lehrern. „Deshalb legen wir in der Woche ab 18. Mai zunächst einen besonderen Schwerpunkt auf Angebote für Schülerinnen und Schüler mit besonderem Förder- und Unterstützungsbedarf.“

In der Woche ab dem 25. Mai werde es dann für alle Grundschul-Jahrgangsstufen sowie die Klassenstufen 5 und 6 Präsenzunterricht geben. In der Woche ab dem 2. Juni würden auch die Klassenstufen 7 und 8 einbezogen.

Konkret sehen die Pläne ein wochenweise rollierendes System an Grund- und Förderschulen vor, an Gemeinschaftsschulen und Gymnasien soll der Unterricht abhängig von der Jahrgangsstufe an zwei oder mehreren Tagen in der Woche stattfinden.

Nach rund sieben Wochen war der Unterricht im Saarland am 4. Mai schrittweise wieder aufgenommen worden. Begonnen wurde zunächst mit Schülern, die sich auf Prüfungen vorbereiten müssen, darunter die Abiturjahrgänge der Gemeinschaftsschulen und der Gymnasien. Ferner die Klassenstufen 9 und 10 der Gemeinschaftsschulen zur Vorbereitung auf den Hauptschulabschluss und den Mittleren Bildungsabschluss sowie die Kinder der vierten Klasse, die vor dem Wechsel auf eine weiterführende Schule stehen und die Abschlussklassen an den beruflichen Schulen. Seit vergangenem Montag, 11. Mai, werden die Klassenstufe 11 der Gymnasien und die Klassenstufe 12 an den Gemeinschaftsschulen wieder unterrichtet. Damit sind etwa 26 000 Schüler wieder in den Bildungseinrichtungen. Insgesamt besuchen im Saarland 91 000 Schüler allgemeinbildende Schulen, an Berufsschulen sind es etwa 35 000.

„Der Gesundheitsschutz steht weiter an erster Stelle“, sagte Streichert-Clivot. „Damit die weitere Wiederaufnahme des Schulbetriebs gelingen kann, müssen sich alle Beteiligten an die geltenden Hygieneregeln halten. Alle müssen für sich und andere Verantwortung übernehmen. Bisher hat das gut geklappt.“ Das Land hat einen Hygieneplan für die Schulen aufgestellt, in dem die Vorgaben des Infektionsschutzes festgelegt sind, vor allem in Bezug auf Abstandsregelungen und daraus folgenden Obergrenzen für einzelne Lerngruppen.