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Film
Ein eigenes Hunsrück-Kino für „Heimat“-Fans

 Kleines Lichtspielglück: Das „Kino Heimat“ in Morbach, wo man jetzt auch die „Heimat“-Reihe von Regisseur Edgar Reitz zeigt, bietet 30 Plätze und findet sich direkt neben dem Geburtshaus von Reitz.
Kleines Lichtspielglück: Das „Kino Heimat“ in Morbach, wo man jetzt auch die „Heimat“-Reihe von Regisseur Edgar Reitz zeigt, bietet 30 Plätze und findet sich direkt neben dem Geburtshaus von Reitz. FOTO: dpa / Kino Heimat Morbach
Morbach. Exakt dort, wo Regisseur Edgar Reitz schon als Kind Freunden Filme vorführte, gibt es jetzt im Hunsrück das „Kino Heimat“. Von Birgit Reichert, dpa

Mit einem Kurzfilm des Filmregisseurs Edgar Reitz (86) ist am Freitag in dessen Geburtsstadt Morbach im Hunsrück das „Kino Heimat“ eröffnet worden. Es steht genau dort, wo Reitz schon als Zehnjähriger mit einem Spielzeug-Projektor Nachbarkindern kurze Filme vorführte: am Platz der ehemaligen Garage am Elternhaus des Regisseurs. „Es ist für mich ein Ort der Erinnerungen. Hier hat alles angefangen und hier schließt sich der Kreis“, sagte Reitz anlässlich der Eröffnung. Im neuen Kino werden nicht nur Filme von Reitz („Heimat“, „Die andere Heimat“) zu sehen sein. Gezeigt werden sollen auch seine Lieblingsfilme und internationale Kurzfilme.



Es ist ein Mini-Kino: Mit 30 Plätzen auf knapp 40 Quadratmetern sei es das kleinste Kino in Rheinland-Pfalz, sagte Betreiber Alfons Schramer. Es ist durch das angrenzende „Café Heimat“ zu erreichen, das in Reitz‘ Elternhaus seit Herbst 2013 untergebracht ist. Dazu gehört auch eine Dauerausstellung mit Requisiten, Drehbüchern und Dokumenten des Filmemachers. „Das Café zieht Gäste aus ganz Deutschland an, die sich die Filmschaustätte anschauen“, sagte Doris Beyer, für das Kino zuständig. In der Gegend um Morbach spielt auch die Film-Reihe „Heimat“, mit der Reitz berühmt geworden ist.

Der Morbacher Bürgermeister Andreas Hackethal sagte: „Wir sind stolz auf unseren Edgar Reitz und wir sind sehr dankbar, dass er sich zu seiner Heimatstätte, zu Morbach und zum Hunsrück bekennt und ganz klar sagt: Das ist meine Heimat.“ Mit dem neuen Kino kehre das Thema Film verbunden mit Reitz zurück an den Ursprungsort. Die Idee zum Kino entstand, weil Café-Besucher immer wieder nach Filmen gefragt hätten, sagte Reitz. Künftig sollen sie dann spontan Filme schauen können – zwischen zwei Tassen Kaffee sozusagen, sagte Reitz. Auch dieses Angebot neben regulärem Kino-Angebot mache das kleine Filmhaus einzigartig. „Das Ineinanderfließen von Café, Kino, Besprechung und Begegnung ist so nirgendwo bisher probiert worden.“ Es könnte ein Beispiel sein, wie Kinos sich heute „neu erfinden“ könnten – auch, um junge Leute für Kino zurückgewinnen, so Reitz.