| 20:41 Uhr

Nach Unglück in Polen
Bauaufsicht schließt zwei Escape Rooms

 In einem Escape Room müssen die Spieler unter Zeitdruck bestimmte Aufgaben lösen. Nur so können sie aus dem verschlossenen Raum entkommen.
In einem Escape Room müssen die Spieler unter Zeitdruck bestimmte Aufgaben lösen. Nur so können sie aus dem verschlossenen Raum entkommen. FOTO: dpa / Roland Weihrauch
Saarbrücken. Die Stadt hat drei Saarbrücker Veranstaltungshallen überprüft. Zwei müssen vorübergehend den Betrieb einstellen. Von Alexander Stallmann

Die städtische Bauaufsicht hat den Betrieb in zwei Saarbrücker Escape Rooms vorläufig untersagt. Die Behörde kontrollierte in den vergangenen Tagen drei solcher Veranstaltungshallen. In Escape Rooms müssen die Spieler unter Zeitdruck bestimmte Rätsel und Aufgaben lösen, um aus einem abgeschlossenen Raum zu entkommen. In der polnischen Stadt Koszalin waren vor wenigen Tagen fünf Mädchen bei einem Brand in einem Escape Room erstickt. Sie hatten keine Chance, den Raum zu verlassen, weil die Türklinke abmontiert und versteckt war. Sie zu finden war Teil des Spiels.


Das Unglück in Polen habe die Saarbrücker Bauaufsicht zum Anlass genommen, die Sicherheit der hiesigen Einrichtungen zu überprüfen, sagt Stadtpressesprecher Thomas Blug. Schwerpunkt der Überprüfung sei der Brandschutz. Die drei Saarbrücker Betriebe sind die einzigen im Regionalverband.

Einen der Escape Rooms hat die Stadt bereits am Mittwoch kontrolliert. Wie Baudezernent Heiko Lukas mitteilt, hat es in der Veranstaltungshalle mehrere Brandschutzmängel gegeben, die nun behoben werden müssen. Die Räume seien allerdings so gestaltet, dass die Spieler nicht eingesperrt werden können. Deshalb sei ein Unglück, wie es sich in Polen zugetragen hat, sehr unwahrscheinlich, sagt Sergey Shalayev, Leiter des Saarbrücker Bauaufsichtsamts. Die Behörde habe den Betrieb in dem Escape Room so lange untersagt, bis die Mängel behoben sind. Die Betreiber seien sehr kooperativ gewesen und haben die Bauaufsicht bei der Überprüfung unterstützt. Laut Stadtpressesprecher Thomas Blug haben die Betreiber mittlerweile einige Nachweise vorgelegt, sodass der Betrieb aller Voraussicht nach in Kürze wieder aufgenommen werden kann.



Einen weiteren Escape-Room in Saarbrücken wollte die Bauaufsicht ebenfalls am Mittwoch kontrollieren. Das war nach Angaben der Stadt allerdings nicht möglich, da weder der Betreiber noch andere Verantwortliche vor Ort anzutreffen waren. Der Betreiber habe am Telefon gesagt, er sei im Ausland und der Betrieb des Escape Rooms sei ohnehin eingestellt. Die Bauaufsicht habe der Internetseite des Unternehmens jedoch entnehmen können, dass die Halle an den kommenden Tagen ausgebucht ist. Am Donnerstag konnte die Stadt die Einrichtung kontrollieren. Laut Thomas Blug seien nun einige Fragen zu klären. Die Bauaufsicht habe auch den Betrieb in diesem Escape Room vorläufig untersagt.

Den dritten Saarbrücker Escape Room überprüfte die Bauaufsicht gestern. Diese Veranstaltungshalle darf geöffnet bleiben. „Die Überprüfung der Einrichtung war unproblematisch“, sagt Thomas Blug. Der Betreiber dieses Escape Rooms erklärte auf SZ-Anfrage zudem, dass ein Unglück wie in Polen in seinem Betrieb ohnehin nicht möglich sei, da bei dem Spiel niemand eingesperrt wird.