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Zweibrücken: Früherer Flüchtling aus Aserbaidschan kehrt als Spender zurück

Dem Zweibrücker DRK einen Mazda für Kurierfahrten geschenkt : Einstiger Flüchtling kehrt als Spender zurück

Das DRK in Zweibrücken betreutete 2015 den aus Aserbaidschan geflohenen Ceyhun Qubadov und dessen Familie. Nun kehrt der inzwischen Selbständige zurück – und übergibt den einstigen Helfern als Dankeschön einen Mazda für ambulante Fahrten.

Das DRK im Spendenglück. Nicht nur, dass die Bitte der Rotkreuzler vergangene Woche, Kleider für die Flutopfer im Ahrtal zu spenden, eine überwältigende Resonanz fand. Jetzt gab es auch noch ein nützliches Fahrzeug obendrauf.

Hans Prager, Geschäftsführer des DRK Südwestpfalz, war denn auch am Mittwoch in bester Stimmung. Insgesamt sieben Tonnen Kleider, nahezu komplett neu oder neuwertig, sammelte seine Mannschaft ein. Und das geschenkte Fahrzeug ist das i-Tüpfelchen. Vor allem wegen der Symbolkraft, erklärt der DRK-Chef.

„Das Auto hat uns Ceyhun Qubadov überreicht“, sagte Prager am Mittwoch. Qubadov stamme aus Aserbaidschan. 2015 sei er mitsamt Frau und den drei Kindern nach Deutschland geflohen. Die Familie wurde Zweibrücken zugewiesen und verbrachte bis zur Klärung des weiteren Aufenthaltes in Deutschland einige Zeit in der Flüchtlingsunterkunft auf dem Flugplatz. Das DRK betreute damals die fünfköpfige Familie.

Und der Eindruck, den all dies hinterließ, war offenbar so nachhaltig, dass Qubadov sich nun revanchieren wollte. „Er sagte, er habe im Internet von unserem Spendenaufruf erfahren. Wir könnten doch sicher ein Fahrzeug gut gebrauchen. Herr Qubadov schenkte uns einen Mazda. Der hat 80 000 Kilometer auf dem Tacho, ist sehr gut in Schuss, Herr Qubadov hat extra noch eine neue Tüv-Prüfung durchführen lassen“, berichtet Prager.

Der gebürtige Aserbaidschaner habe sich mit einer Autowerkstatt plus Gebrauchtwagen-Handel in Mainz selbständig gemacht. „Er spricht mittlerweile sehr gut Deutsch, er hat einen Mitarbeiter angestellt, er hat sich richtig gut integriert“, freut sich Prager.

Qubadov habe bei der Übergabe am Mittwoch gesagt, er habe viel Gutes erfahren und wolle nun etwas zurückgeben. Tatsächlich können die Rotkreuzler das Fahrzeug gut gebrauchen. Das DRK in Zweibrücken werde das Fahrzeug erst einmal selbst für Kurierfahrten nutzen, über kurz oder lang aber an die Kollegen in Bad Neuenahr-Ahrweiler für dortige ambulante Dienste weiterleiten. „Dem DRK dort sind die Fahrzeuge in der Flut abgesoffen“, merkt Prager an.

Die sieben Tonnen Kleidung seien von 20 Helfern inzwischen sortiert worden, in der Kimmle-Stiftung auf dem Flugplatz hatte das DRK eine Sortier-Straße eingerichtet (wir berichteten gestern). Voraussichtlich zu Beginn der nächsten Woche werde das Zweibrücker DRK die Spenden im Ahrtal verteilen.