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Ferienwoche RV Einöd mit Abnahme Motivations-Reitabzeichen

Ferienwoche beim Reitverein Einöd : „Pferdisch“ lernen und Spaß haben

Die Ferienwoche beim RV Einöd endete mit der Abnahme des ersten Motivations-Reitabzeichens 10. Bei hochsommerlichen Temperaturen hatten die Kinder viel Spaß rund ums Pferd und lernten dabei spielerisch Dank der kompetenten Betreuung.

Eine Woche Reiterferien beim Reitverein Einöd gehen schnell vorbei, besonders für die Kinder. Doch auch die jungen Helferinnen Greta Guth, Valerie Adam, Carina Benz und Kaya Maier verabschiedeten sich mit: „Es hat viel Spaß gemacht. Wir kommen nächstes Jahr wieder.“ Uta Rosenau hatte darüber hinaus ihre jungen Nichten, Neffen und deren Freunde mobilisiert: Georg, Mats, Mathilda sowie eine Freundin, Amelie Dithmann. Dejan (11) hatte sich bereit erklärt, beim Füttern zu helfen. Als junge Betreuer waren Carina Bentz, Valerie Adam und Greta Guth eingeteilt. Die Leitung hatte Gila Herzog.

Während zahlreiche Vereine über Helfermangel klagen und deshalb Programme abspecken müssen, kann der über 100 Jahre alte Traditionsverein allein mit seinen Vorstandsmitgliedern, den drei Lehrerinnen Uta Rosenau, Birgit Hohlweg, der Vorsitzenden Annabelle Herzog und ihrer Mutter Gila Herzog, die das leckere Mittagessen kochte, aus dem Vollen schöpfen. Dennoch hatte sich der Vorstand in diesem Jahr für eine Ferienwoche ohne Übernachtung entschieden. Täglich von 9 bis 16 Uhr gab es Spaß und Spiel rund ums Pferd, so dass die hochsommerlichen Temperaturen schnell vergessen waren. Besonders, weil zur Abkühlung ein großer Pool unter dem schattenspendenden Zeltpavillondach zu jeder Zeit eine Abkühlung ermöglichte. Die Kinder halfen morgens beim Ausmisten und Stall in Ordnung bringen, wie etwa Stallgasse kehren, bevor es daran ging, die Pferd von der Koppel zu holen, zu putzen und für die Reitstunden fertig zu machen. Beim Aufsatteln und Auftrensen helfen konnten schon die Kleinsten ab dem Grundschulalter, denn dies wird auch in dem ersten Motivations-Reitabzeichen abgeprüft, das die Kinder bis 13 Jahre am Ende der Ferienwoche ablegten. Die Kleinen und die Einsteiger lernten allmorgendlich, sich auf den geduldigen Ponies von Uta Rosenau gegenseitig zu führen, nicht nur im Schritt, sondern auch im Trab. Wurde das Leichttraben auf dem „richtigen Fuß“, wie es in der Reitersprache heißt, beherrscht, ging es daran, mit dem Po fest im Sattel sitzen zu bleiben und harmonisch in der Bewegung des Pferdes mitzuschwingen. Währenddessen übte Birgit Hohlweg mit den Fortgeschritteneren auf dem Dressurplatz und ließ die Absolventinnen des 9er und des 8er-Abzeichens erste kleine Hindernisse überspringen. An Hand von kindgerechten Arbeitsbüchern der Deutschen Reiterlichen Vereinigung wurde Theorie erlernt. Bei einem gemeinsamen Ausritt ging es ins Gelände rund um die Vereinsanlage. „Außerdem haben wir Freundschaftsarmbänder gebastelt“, zählt Annabelle Herzog auf. Diese haben gewirkt, denn beim Abschied am Freitagnachmittag erklang das eine oder andere Mal „ich werde Dich vermissen“, gepaart mit einer liebevoll-freundschaftlichen Umarmung. So eng war die Gruppe in den fünf Tagen zusammen gewachsen. Besonders stolz ist der Verein über die Teilnahme von sieben Jungs, die damit ein Drittel der insgesamt 21 Kinder zwischen sechs und 13 Jahren stellten. Für sie war die große Traktorfahrt der absolute Höhepunkt der Ferienwoche. Und natürlich die Urkunde für das bestandene Abzeichen, die alle Teilnehmer stolz präsentierten. Wohlwollend-streng begutachtet von Richterin Birgit Hohlweg und Marie-Elise Eiswirth wurden die Kinder unter anderem durch einen Slalomparcours in der Reithalle geführt sowie eine Runde um den Rasenplatz und über den Hügel, quasi als freiwilliger Geländeteil, um gleich das vielseitige Reiten zu fördern. Eiswirth, die Leiterin der Kindertagesstätte „Schatzkiste“ in Zweibrücken, hatte eben ihre Fortbildung zum Trainer C bestanden und bereitete sich, quasi als „Hilfsrichterin“, auf ihre Weiterbildung zur Breitensport-Richterin im Nachwuchsbereich vor. Im Anschluss an die Urkunden-Verteilung erklärte sie den Kindern an Hand ihrer Aufzeichnungen, was sie bereits gut gemeistert hatten und gab Tipps, was es noch zu verbessern gilt. Daraus wurde gleich eine weitere Lehrstunde. „Wenn Du Dich mit dem Oberkörper nach vorne lehnst, dann gibst Du damit Deine Gewichtshilfe auf und Dein Pferd wird schneller, statt abzubremsen“, erläuterte sie etwa. Oder: „Stell Dir vor, Du sitzt auf einem Ball und willst den mit Deinem Gewicht nach vorne rollen.“ Am Ende war sie begeistert, wie selbstreflektiert die Kinder ihre eigene Reitvorstellung bereits wahr genommen hatten. Diese erfuhren durch diese Abschlussbesprechung zugleich einen pädagogischen Mehrwert über das „Bestanden“ hinaus.

Bereits in der vorletzten Ferienwoche bietet der RV Einöd einen Vorbereitungslehrgang für den Pferdeführerschein Umgang an. Die Prüfung ist am 26. August nachmittags. Am 17. September wird es ein reines Schulpferde-Turnier mit diversen Wettbewerben rund ums Pferd geben. „Der Theorie-Wettbewerb dabei ist verpflichtend“, erklärt Turnierleiterin Birgit Hohlweg. Die Fragen werden nach Alter gestaffelt: 5 bis 9 Jahre, 10 bis 14 Jahre und 15 Jahre und älter, dazu ein Fitness-Wettbewerb, vormustern (vorstellen) auf der Dreiecksbahn, Bodenarbeit-Wettbewerb, Führzügel, Reiter-Wettbewerb in allen drei Gangarten Schritt, Trab und Galopp sowie mit leichtem Sitz und Springen, Caprilli-Spring-Wettbewerb zur Heranführung an das Parcours-Reiten sowie Dressurreiter-Wettbewerb.

www.reitverein-einoed.de