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RFV Bundenbacherhöhe veranstaltete Orientierungsritt

RFV Bundenbacherhöhe : Spaß und Spannung für Reiter und Pferd

Nicht nur der Regenschutt stellte die Teilnehmer am 15. Bundenbacher Orientierungsritt vor Herausforderungen. Zum Abschluss hatte sich Gabi Hahm noch einmal besondere Rafinessen einfallen lassen. Die Bundenbacherin hört nach 15 Jahren Organisation auf.

„Wir sind ja nicht aus Zucker!“ So, wie das Teilnehmer-Team der Chaydahedo-Ranch aus Reifenberg, dachten viele Reiter und ließen sich und ihren Pferden den Spaß am 15. Orientierungsritt des RFV Bundenbacherhöhe auch durch Petrus nicht verderben. Zwischendurch hatte der Himmel seine Schleusen geöffnet, so dass die rund 15 Kilometer weite Berg- und Talstrecke durch Wald und Flur rund um Kleinbundenbach zeitweise zu kleinen Bächen geriet und für einige Gruppen rutschig wurde. Aufsteigender Nebel machte den Ritt fast mystisch und erschwerte es, die Fragen, die versteckten Nudeln oder ein Ei zu finden.

Doch im Schritt kamen alle gut und sicher wieder an und die Reiter waren voll des Lobes: „Die Strecke war super schön, doch die Fragen hatten es gewaltig in sich.“ So waren beispielsweise für die jüngere Generation Begriffe wie Tattersall (Reitstall, altenglisch, Mitte des 18. Jahrhunderts) unbekannt und an den Zwischenstops konnte auch kein Google befragt werden. Außerdem hieß es, Geschicklichkeitsaufgaben zu lösen. Gleich vor dem Abritt musste eine Wäscheleine durch kopfüber stehende Wäscheklammern durchgefädelt werden. Beim Zwischenstopp am Herrnwalderhof hieß es, Zahnbürsten mit einem auf 80 Zentimeter ausgezogenen Zollstock aus einem Glas zu fischen und in eine Flasche gleiten zu lassen.

Was so kompliziert klingt, war für geschickte Reiter mit einer ruhigen Hand jedoch gar kein Problem. „Ich hab‘ alle geschafft“, strahlte Tanja Stephan über zehn von zehn Punkten. Den Lösungssatz, der aus unterwegs versteckten Buchstaben gebildet werden musste –„Wer noch nie den Sand geküsst, der kein richtiger Reiter ist“ –, fanden die Bronzegewinner Chaydahedo-Team (803 Punkte) im Vergleich zu manchem Vorjahr eher einfach. Begleitet wurden sie von Luis Hilz auf dem Mountainbike, der alle laminierten Fragen unterwegs abfotografierte, damit sie am Stop auf trockenem Papier beantwortet werden konnten.

Den spannenden Trail in der Reithalle hatte für das Chaydahedo-Team Lea Zimmer mit ihrem Quarter-Araber-Paint-Mix Jack gemeistert. Hier hatte Gabi Hahm mit einer hölzernen Wippe, einem Wurfspiel, ihrem Spezial-Dosenvorhang mit bunten, scheppernden Konservendosen und vor allem der Schwimmnudel-Passage über der blauen Plane besondere Herausforderungen aufgebaut.

Während hier die meisten Reiter und Pferdepaare passten, fand Roger, das 22-jährige Vielseitigkeitspferd von Rebecca Steck aus Thaleischweiler-Fröschen, diese weit weniger erschreckend als den Dosenvorhang. Ihr Team mit Caroline Heinz und Johanna Hüther landete in der Endabrechnung mit 823 Punkten auf dem Silberrang.

Einen Riesenspaß hatte auch Familie Bauer aus Thaleischweiler, die mit zwei Reitern und zwei Radfahrern einen gemeinsamen Ausflug unternahmen. Für den Trail lieh sich Mutter Melanie von Tochter Linda kurzerhand deren Deutsches Reitpony Cashew aus, um den Trail zu meistern. Dafür musste die 13-Jährige ihre Mama mit einem rollenden Pezziball durch ein Labyrinth lotsen. Besonders das wenige Zentimeter hohe Cavaletti-Hindernis mittendrin brachte zusätzlichen Spaß in die Aufgabe, denn durch eine undurchsichtig gespritzte Schweißerbrille war Melanie Bauer blind. Die beiden wurden Sechste (689 Punkte) der insgesamt acht gestarteten Teams.

Den Trost-Kuchen für das Schlusslicht, den Elisabeth Vollmar immer backt, erhielten Stella Körner und Yasemin Mersinger aus Grünstadt als Newcomer beim Bundenbacher Orientierungsritt. Das Duo erreichte 503 Punkte, während es die Sieger, die Familie Schrader, auf stolze 834 Zähler brachte.

 17 Jahre organisierte Gabi Hahm den Orientierungsritt des RFV Bundenbacherhöhe.
17 Jahre organisierte Gabi Hahm den Orientierungsritt des RFV Bundenbacherhöhe. Foto: Cordula von Waldow

Bei der Siegerehrung bedankte sich Organisatorin Gabi Hahm besonders bei dem Ehepaar Vollmar, die seit 17 Jahren die Mittagsrast betreuen sowie bei Lisa Weisenstein-Fuchs und Lara Weisenstein an dem weiteren Stop. „Das war mein letzter Orientierungsritt“, schaut sie auf zahllose Arbeitsstunden, viele kreative Ideen, witzige Antworten und großen Spaß zurück. „Es wird immer schwieriger, noch Fragen zu finden, die sich nicht so einfach googeln lassen, denn alle sind ja heute mit Handy unterwegs“, erklärte Organisatorin Gabi Hahm. Alles habe seine Zeit und 15 Mal, findet sie, sei ein schönes Jubiläum, um aufzuhören. Ob jemand anders vom RFV Bundenbacherhöhe in ihre Fußstapfen treten mag, sei heute noch nicht abzusehen.