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Bundeswehr-Übung aus Zweibrücken stört Nachtruhe in Pirmasens

Übung mit Fallschirmjägern und Wiesel-Panzern : „Hammerschlag“ stört Nachtruhe

Bundeswehr-Manöver der Zweibrücker Fallschirmjäger im Großraum Pirmasens sorgt für Aufregung.

„Donnerschläge und lautes Geknatter wie aus Maschinengewehren“, haben Karin Becker in der Nacht zu Dienstagnacht aus dem Schlaf gerissen. Die Pirmasenserin, die im Schachen wohnt, ging zunächst von einer Militärübung auf dem Truppenübungsplatz im französischen Bitche aus. „Aber das Ganze wirkte so nah, war so laut und wiederholte sich eine Stunde später erneut, dass ich dachte, da rollt eine ganze Kompanie an Soldaten aus Richtung Winzeln an. Ich hab richtig Angst bekommen“, berichtet sie aufgeregt.

Und Karin Becker hat sich nicht getäuscht: Denn auf Nachfrage bei der Kreisverwaltung Südwestpfalz in Pirmasens teilte Pressesprecher Thorsten Höh mit, dass es sich bei den Schilderungen wohl um eine Aktion der Bundeswehr gehandelt hat. Seit Montag laufe ein Manöver unter dem Namen „Hammerschlag-Artep“ an dem 50 Soldatinnen und Soldaten mit 17 Fahrzeugen – acht Rad- und neun Kettenfahrzeuge – im Großraum zwischen Waldmohr und Pirmasens den Krieg üben.

„Wo sich die Soldaten wann aufhalten, darüber informiert uns die Bundeswehr nicht. Die Einsätze können rund um die Uhr geschehen“, erklärt Höh. Nur das Einsatzgebiet werde auf einer farblich markierten Einsatzkarte grob umrissen. An nähere Informationen sei trotz eines Verbindungsmanns schwer ranzukommen. Nach Informationen unserer Zeitung handelt es sich um Soldaten des Fallschirmjägerregiments 26, das in der Niederauerbachkaserne in Zweibrücken stationiert ist. Auf der Webseite der Bundeswehr heißt es zu deren Einsatzgebieten: Ausbildung und Ausrüstung befähige die Soldaten besonders für Luftlandeoperationen, auch im Sprungeinsatz aus Flugzeugen sowie zum eigenständigen Kampf inmitten von feindlichem Gebiet. Dazu sind auch Spezialfahrzeuge im Einsatz. Laut der Bundeswehr handelt es sich um Wiesel-Panzer. Dieses Modell dient zur Abwehr und Feuerunterstützung sowie um Geländeabschnitte und Objekte zu überwachen. Ausgestattet sind die bis zu 80 Stundenkilometer schnellen Fahrzeuge mit einer Panzerabwehrkanone, die in solchen Manövern Übungsmunition verschießen.

Bei Facebook und Instagram wurde in Dutzenden Beiträgen über ein lautes Donnern und Schüsse während der gesamten Nacht spekuliert. Insbesondere Menschen aus Pirmasens, Winzeln, Ruhbank und Nünschweiler schilderten ihre Wahrnehmungen – und machten auch den Merkur auf das Thema aufmerksam.