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Bernhard wirbt in Kleinbundenbach für Übernahme der Kita-Trägerschaft

Kleinbundenbach : Bernhard wirbt für neuen Träger

Um Orte von den Folgen des Kita-Gesetzes zu entlasten, soll die Verbandsgemeinde die Einrichtungen übernehmen.

Nach einem eigenen Kindergarten streben derzeit Kleinbundenbachs Ortsbürgermeister Manfred Gerlinger und Ratsmitglieder. Die Ratssitzung am Dienstabend war deshalb auch geprägt von Informationen, Vertragskündigungen und erneuter Weichenstellung, um das gesteckte Ziel möglichst schnell und ohne weitere Zeitverluste zu erreichen. Die Vereinbarung mit der benachbarten Ortsgemeinde Großbundenbach hat Manfred Gerlinger vorsorglich gekündigt. Bei den vorausgegangenen Diskussionen war der förmliche Beschluss dafür wohl vergessen worden, jetzt aber in aller Form nachgeholt. 

Das seit Jahresmitte nunmehr geltende Kita-Zukunftsgesetz bringt gravierende Neuerungen für die Betreiber und Verantwortlichen von Kindergärten. Verbandsbürgermeister Björn Bernhard ist deshalb schon seit Wochen auf Informationstour, um sich überall dort mit den Ortsbürgermeistern und Ratsmitgliedern auszutauschen, wo Kindergärten eingerichtet sind. Die Frage der Trägerschaft ist dabei zunächst nachrangig, wie Björn Bernhard auch jetzt in Kleinbundenbach plausibel erklärte.

Für den Verbandsbürgermeister geht es zunächst darum, die gestiegene Verantwortung insbesondere auf Seiten der Ortsbürgermeisterinnen und Ortsbürgermeister darzulegen. „Hauptverantwortlich ist eben nicht mehr die direkte Kindergartenleiterin, die Verantwortung trägt, in wessen Obhut sich der Kindergarten befindet, sprich wer Träger ist“, so Bernhard in der Sitzung eindringlich.

Neben Bau und Ausstattung liege das Augenmerk künftig vor allem in der Verantwortlichkeit gegenüber den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wie dem gesamten Personalmangement. „Der Nachweis zur Befähigung als pädagogische Fachkraft den Kindergarten zu leiten, muss künftig vom Einrichtungsträger erbracht werden. Im Klartext bedeutet das, die Ortsbürgermeisterin oder der Ortsbürgermeister muss sich entsprechend weiterbilden, damit dieser Nachweis geführt werden kann oder eine entsprechende Fachkraft einstellen (wir berichteten). Ist das Werben der Verwaltung alle unter einen Hut zu bringen erfolgreich, dann kann diese Stelle für alle bei der Verbandsgemeinde neu geschaffen werden“, stellte der Verbandsbürgermeister jetzt in Kleinbundenbach fest und merkte an: „Das wird alles sportlich!“

Bernhards Ziel ist klar: Übertragung der personellen Zuständigkeit von allen Kindergärten, soweit in Trägerschaft der Ortsgemeinden, auf die Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land. Behutsam und nur mit Zustimmung der jeweiligen Ortsgemeinden soll sich das vollziehen. Bernhard denkt dabei auch an ein weiteres Mitspracherecht der Ortsgemeinden weil er weiß, welchen Stellenwert die Einrichtung Kindergarten in den Ortschaften besitzt.

Jetzt umfassende Informationen über die vielschichtigen Absichten und Möglichkeiten. Bis zum Jahresende dann eine Entscheidung in jedem Einzelfall. In einem zweiten Schritt könnte dann auch die „bauliche Trägerschaft“ ganz auf die Verbandsgemeinde übergehen. Allerdings, eine solche Betrachtung birgt noch viele offene Fragen. Der Verbandsbürgermeister: „Die Verbandsgemeinden Rockenhausen und Winnweiler haben das schon alles gemacht und gute Erfahrung sammeln können. Bei uns wird das noch ein Weilchen dauern!“

An den Diskussionsbeiträgen war allerdings herauszuhören, dass Kleinbundenbacher Ratsmitglieder durchaus Sympathie dafür hegen, würde die Verbandsgemeinde sich den Kindergartenneubau auf die Fahne schreibt. Doch Björn Bernhard ließ keine Zweifel dabei aufkommen, dass das weitaus schneller umzusetzen sein wird, wenn die Ortsgemeinde das tut. Bis zum Jahresende soll es deshalb erst einmal eine Antwort auf die Frage geben, wie sich die Ortsgemeinde zur Übertragung der personellen Zuständigkeit vorstellt. 

Eifrig verfolgt wird ein Kleinbundenbach unabhängig vom Gehörten der Wunsch, schnell einen eigenen Kindergarten zu bauen. Den notwendigen Planungsauftrag für den Bebauungsplan erhielt das Büro WSW aus Kaiserslautern. Am Dorfwettbewerb 2022 nehmen die Kleinbundenbacher nicht teil und der Planung zum barrierefreien Ausbau zweier Bushaltepunkte stimmten die Ratsmitglieder in er Sitzung zu.