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Caroline Heinz aus Oberauerbach gewinnt Pfalzmeisterschaft

Caroline Heinz aus Oberauerbach gewinnt Pfalzmeisterschaft : Ein Haflinger als vielseitiger Pfalzmeister

Seit einigen Jahren ist Caroline Heinz aus Oberauerbach mit ihrem Haflinger Nebio im Pferdesport unterwegs. Dass die angehende Lehrerin mit einem ehemaligen Alm-Pferd die Pfalzmeisterschaft der Leistungsklasse 6/7 gewinnen konnte, ist eine kleine Sensation.

Davon, dass in der Vielseitigkeit vorzugsweise „blütige“ Pferde wie blitzschnelle Vollblüter, Trakehner oder ähnliche Rassen gefragt sind, hat Nebio noch nie etwas gehört. Zum Glück, denn Nebio ist ein Haflinger. Allerdings ein mit Araberblut eingekreuzter „Edelbluthaflinger“. Mit Freude an der Dressur und einem Riesenspaß am Gelände. Auf diese Weise trug der mittlerweile 19-Jährige „seine“ Caroline Heinz vom RFV Zweibrücken bei den Pfalzmeisterschaften in Walshausen zu Titel und Schärpe. Völlig unverhofft gegen die teils blütige Warmblut-Konkurrenz.

„Wir gehen gerne Dressur und das wird immer besser“, erklärt seine 24-jährige Reiterin. Sie, der turnierbegeisterte Nebio und sein „etwas spezieller“ Weidegenosse Amoro sind seit gut 15 Jahren ein Team. Mutter Karin Heinz hatte auf der Suche nach einem Reitpferd für sich und ihre Kinder die beiden Haflinger aus einer Almherde in Bayern erstanden, wo sie die ersten Lebensjahre verbrachten. Während sie der wilde Charakter eher abschreckte, hatten die achtjährige Caroline und ihr Bruder Maximilian Spaß mit den draufgängerischen Ponys.

Nachdem Anja Hüther den jungen Pferden und Reitern beim RFV Bundenbacherhöhe das Einmaleins beigebracht hatte, tobten die vier ausgelassen durchs Gelände rund um Oberauerbach. Hier stehen die beiden Haflinger, fast wie in ihrer Heimat, auf weitläufigen Koppeln mit Berg und Tal. Eine Herausforderung, will Frau ihr Turnierpferd früh morgens einfangen, doch für dessen Wohlbefinden ein Traum.

Über ihre Freundin Johanna Hüther lernten Caroline Heinz und ihr Nebio die Zweibrücker Rennwiese mit ihren Geländehindernissen kennen und fingen Feuer. Erste Stilgeländeritte brachten bald Erfolge, denn Nebio ist eine „sichere Bank“. Während seine Reiterin noch Unsicherheiten bei Gräben zeigte, nahm das Gebirgspferd einfach alles, was sich ihm in den Weg stellte. „Man soll es nicht glauben, aber wenn wir spazieren reiten, beguckt er sich jede Blume und scheut vor jedem Grashalm“, lacht seine Reiterin.

Nach Lehrgängen bei Birgit Hohlweg oder Kerstin Müller in Zweibrücken folgten sie der Walshauserin, als diese zu Hause ihren eigenen Geländekurs errichtete. „Wir trainieren alles mit Kerstin. Ich fühle mich dort richtig wohl“, erklärt die angehende Grundschullehrerin über ihre erfahrene Kollegin an der IGS-Contwig und deren pädagogische Fähigkeiten.

Mit einer guten Dressurnote von 7,6 legte das Paar bei der offenen Pfalzmeisterschaft im Sommer dort eine gute Grundlage. Umso mehr ärgerte sich Caroline Heinz über die beiden Abwürfe im Springparcours. Sie weiß: „Stangen sind nicht so ganz unser Ding.“ Doch dass das Gelände gut werden würde, war sicher. Unbeirrt, in dem geliebten, flotten Tempo über die saftiggrüne Wiese, zog der ehrgeizige Wallach seine Bahn und machte jedes Hindernis zu einem Freudensprung. Allerdings nicht so, dass er seine Reiterin verlor, wie manchmal in seinem Ungestüm. Mit nur einem einzigen Zeitfehler erreichten die beiden die Ziellinie. Dass es damit zum Titel Pfalzmeisterin LK 6/7 langte, freute Carolin Heinz ebenso, wie die zahlreichen positiven Rückmeldungen der Reiterkollegen. „Mit einem Haflinger!“ staunten nicht wenige.

„Mein Saisonziel ‚Sechser-Wertnote’ habe ich bei unserem zweiten Turnierstart in Steinweiler schon erreicht“, frohlockt sie über die 6,1. Was nächstes Jahr ansteht, werde sich zeigen. Doch neben ihrem Studium freut sie sich, dass jetzt wieder die Ganztagsbetreuung in Reit-AG und Lego-AG in der Kanadaschule beginnt. Caroline Heinz strahlt: „Ich liebe die Arbeit mit Kindern!“ Die beiden Pferde am Haus verlangen viel Zeit und Aufmerksamkeit mit Koppelpflege und Reittraining, so dass ihr Maltalent aktuell ausschließlich im Rahmen ihres Studium für die Fächer Kunst und Deutsch zur Geltung kommt.

Nebio will sie turniermäßig reiten, so lange der Wallach Spaß daran hat und fit ist. Neulich musste sie ihn erst an der langen Laufleine austoben lassen, bevor sie sich draufsetzen wollte – trotz seines freien Lebens auf der Weide. Die Reiterin schmunzelt: „So ist er halt.“