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Blühendes Barock: Feines Konzert in Großbundenbach

Blühendes Barock: Feines Konzert in Großbundenbach

Zu Gast in Großbundenbach war das "Trio Sanssouci", besetzt mit Hans-Jürgen Thoma, Leiter der Städtischen Musikschule Frankenthal, am Cembalo , der koreanischen Flötistin Sohee Oh von der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Mannheim und Georg Weiss vom Nationaltheater Mannheim . Eine wunderbare Besetzung, die die Großbundenbacher Kirche mit einem Teppich bunter Klangfarben und unerhörter Harmonien durchwob.

Obwohl vom ursprünglichen "Trio Sanssouci", das seinen 22. Geburtstag feiern kann, nur der Cembalist antrat, hätte der Abend nicht schöner verlaufen können.

"Sorglos und virtuos", wie es an einer Stelle hieß, wurden die barocken Werke von Telemann, Bach, Händel und anderen vorgetragen und kommentiert. Thoma ging jeweils die Biografie der Komponisten knapp aber eindringlich durch.

Im Privatleben hält Johann Sebastian Bach mit 20 gezeugten Kindern den Rekord, Marin Marais schaffte nur 19, Telemann gar nur zwölf, wie Thoma bemerkte. Grenzenlos leidenschaftlich also lebten und arbeiteten sie dahin. Bedingungslos lebensbejahend ihre Musik, mitunter in turbulenten Lebensabschnitten.

Zum 300. Geburtstag von Carl Philipp Emanuel Bach , zweitältester Sohn Johanns, der bald 30 Jahre am Hofe von Friedrich II. diente, dann Nachfolger Telemanns in Hamburg wurde, erklang die Triosonate A-Dur für Flöte, Oboe und Cembalo erfrischend. Sohee Oh profilierte sich mit Marais: "Les Folies d'Espagne", geistreichen Variationen, Thoma mit der Goldbergvariation 25 und Georg Weiss mit Kirnbergers Sonate in B-Dur. Alle drei hochvirtuos - vor leider nur knapp zehn Zuhörern. Umso mehr ist die Leistung der Künstler zu bewundern. Bravo!