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Bedauern über Ausstieg aus Pfalz-Touristik

Bedauern über Ausstieg aus Pfalz-Touristik

Bedauern herrscht in der Pfalz-Touristik über den Zweibrücker Ausstieg, der ohne Begründung erfolgt sei. Die Rosenstadt erklärt, sie fühle sich touristisch zwischen Pfälzerwald und Weinpfalz nicht richtig aufgehoben.

Zweibrücken verlässt die Pfalz-Touristik. Die Stadt hatte bereits im Mai 2014 ihre Mitgliedschaft in der touristischen Dachorganisation der Pfalz zum Jahresende gekündigt (wir berichteten). Begründet wird dieser Schritt damit, dass sich Zweibrücken touristisch zwischen Pfälzerwald und Weinpfalz nicht richtig aufgehoben sieht und vielmehr zum Biosphärenreservat Bliesgau tendiert. "Der Schwerpunkt der Pfalz-Tourismus liegt auf der Vorderpfalz und dem Pfälzerwald", nennt Heinz Braun, Pressesprecher der Stadt Zweibrücken, den Grund für den Austritt Zweibrückens aus dem eingetragenen Verein, dessen Mitgliedsbeitrag - berechnet aus Einwohnerzahl und Übernachtungen - bei rund 10 000 Euro jährlich liegt: "Zweibrücken hat sich im Angebot der Pfalz-Touristik nicht richtig aufgehoben gefühlt."

Vielmehr zieht es die Stadt Zweibrücken nun touristisch ins nahe Saarland. Die Zweibrücker Angebote und Ausrichtung passten besser in das Biosphärenreservat Bliesgau, erklärt Braun: "Da gibt es doch deutlich mehr Parallelen als mit der Pfalz-Touristik, zu der die Berührungspunkte doch nur schwach sind." Eine rein sachliche Überlegung sei dieser Austritt gewesen, betont Braun. In der Südwestpfalz-Touristik übrigens bleibt die Stadt Zweibrücken weiterhin Mitglied.

Großes Bedauern herrscht in der Pfalz-Touristik über den Zweibrücker Ausstieg, der ohne Begründung erfolgt sei. Wenn er nun die Argumente der Stadt höre, meint Detlev Janik, Geschäftsführer der Pfalz-Touristik, müsse er doch widersprechen: "Zweibrücken war und ist kein Anhängsel im Tourismus in der Pfalz - mit Rosengarten, Gestüt und Outlet-Center war die Stadt eine Bereicherung."

Als Konsequenz aus dem Austritt wird sich Zweibrücken mit den Sehenswürdigkeiten und Veranstaltungen künftig nicht mehr in den Katalogen und Broschüren der Pfalz-Touristik finden - auch im Pfalz-Kalender mit einer Auflage von knapp einer Million Exemplaren werden die Termine der Stadt fehlen. Und auch auf die "Pfalz-Card", die momentan in der Vorbereitung ist, hat die Zweibrücker Entscheidung Auswirkungen. Mit dieser Karte sollen demnächst Pfalz-Urlauber kostenlos touristische Attraktionen besuchen können. "Wenn Zweibrücken nicht mehr Mitglied bei uns ist, können wir auch nicht die Zweibrücker Sehenswürdigkeiten aufnehmen", erklärt Janik. Was in der Praxis heißt, dass Urlauber in der Pfalz mit dieser Karte zwar kostenlos etwa im Landkreis Südwestpfalz ein Museum besuchen können, wenige Kilometer weiter in Zweibrücken müssen sie zahlen. "Ich finde es schade, dass dieser Schritt auch die Gäste in der Pfalz trifft", kann der Geschäftsführer den Zweibrücker Austritt im touristischen Sinn nicht nachvollziehen.