Drei Jungstörche beringt

Die drei Jungstörche aus dem Hort bei der Großsteinhauser Mühle sind seit gestern beringt. „Storchenvater“ Manfred Conrad war in Aktion, beobachtet von neugierigen Kita-Kindern.

Großer Tag für die Kleinen der Großsteinhauser Kita: Sie durften dabei sein, als gestern die drei Jungstörche von Manfred Conrad aus Theisbergstegen beringt wurden. Die Kinder durften sogar einen Storchen-Namen finden. "Mia-Sophie" meinte die kleine Henricke und erfuhr Zustimmung dafür von allen.

Auf Einladung der Nabu-Ortsgruppe Zweibrücken und deren Repräsentanten Hans Göppel und Peter Spieler waren die Kinder zusammen mit Marlene Burgey und Anne Bauer hinunter zur Mühle gewandert. Dass die Kinder nicht unvorbereitet zum Horst gepilgert kamen, konnte "Storchenvater" Conrad schnell feststellen. So waren sie bereits darüber informiert, warum die Storchenkinder noch keinen roten Schnabel und rote Beine hatten. Trotzdem war die Wissbegierde weiterhin groß, wie etwa die Frage von Fynn bewies, der wissen wollte, ob der Schnabel aller Störche gleich lang sei. Nein, antwortete Conrad: Das sei so wie bei der Nase der Menschen: "Manche sind kurz, andere dafür länger." Fast im Flüsterton war die Unterredung abgelaufen, die Augenpaare aller dabei immer auf den Hort mit den drei Jungstörchen gerichtet. Die Eltern hatten sich in die Luft begeben und beäugten das Geschehen von oben. Conrad holte extra für die Kinder einen Jungstorch aus dem Hort und demonstrierte das Beringen, zeigte, dass noch genügend Spielraum zwischen Storchenbein und Ring ist und versicherte, dass eine Vergrößerung am Storchenbein in der Dicke nicht mehr zu erwarten sei. Das Bein wachse nur noch in der Länge wachsen.

Was fressen Störche? So, als hätte Conrad auf eine solche Frage gewartet, nahm er einen Speiballen aus der Hosentasche, welchen er zuvor im Horst mit herausgenommen hatte. Die Kinder bekamen große Augen, als Conrad diese grauen trocknen Bällchen auseinanderbrach: Fliegen und vor allem jede Menge Mäusehaar war auszumachen. Die Kinder spitzten die Ohren wie bei einem Märchen und waren alle mucksmäuschenstill. Über die drei Vogelwarte berichtete Conrad und erklärte, welche Arbeit dort verrichtet wird. Die Vogelwarte Radolfzell ist für die Westpfalz zuständig und deshalb tragen die Großsteinhauser Störche hinter dem DE für Deutschland ein großes R für Radolfzell. Hinter den Buchstaben AV kommen die Kennziffern 788, 789 und 790 für die das Großsteinhauser Storchentrio. Dass Storchenmütter manchmal um Horst und Mann kämpfen müssen, merkte Manfred Conrad mehr für die erwachsenen Begleiter an. Partnertreue gebe es nicht.