IGS wird zwei Millionen teurer

Trotz der Kostenexplosion noch vor Baubeginn rührte sich gestern nur wenig Widerstand im Kreistag bezüglich der Erweiterung der IGS Contwig. Die Genehmigungsplanung wurde von dem Gremium akzeptiert.

Die gute Nachricht zuerst: Die Pläne für die Erweiterung und Sanierung der Integrierten Gesamtschule (IGS) in Contwig sind fertig und eingereicht, um eine Baugenehmigung zu erhalten. Die schlechte Nachricht ließ gestern im Kreistag Dilpom-Ingenieuer Architekt Stefan Peters aber gleich danach folgen: Die Gesamtbaukosten haben sich während der Planungsphase um zwei Millionen Euro auf 17,8 Millionen Euro erhöht.

Ein kurzer Rückblick: Vor neun Monaten hatte der Kreistag grünes Licht gegeben für die sogenannte große Lösung einer Schulerweiterung in Contwig und gleichzeitig alle Überlegungen verworfen, die Orientierungsstufe nach Zweibrücken auszulagern und die Integrierte Gesamtschule in kleineren Dimensionen zu erweitern. Eine Wirtschaftlichkeitsstudie hatte ergeben, dass die große Um- und Neubaulösung auf Dauer gesehen wirtschaftlicher ist.

Basierend auf der damaligen Kostenschätzung und Grobplanung hat die "sander hofrichter arrchitekten GmbH" nun eine konkrete Planung für die Baugenehmigung erstellt, die gestern nun dem Kreistag präsentiert wurde. Geändert hat sich im Grunde wenig gegenüber den groben Planungsstudien vom vergangenen Herbst, lediglich eine Lösung für Parkplätze und Schulbushaltestellen wurde zusätzlich eingearbeitet.

Der zusätzliche Parkplatz mit Bushaltestellen unterhalb der Schule, aber auch zusätzlich benötigte Container zur Auslagerung von Klassen, weitere Brandschutzmaßnahmen, eine aufwändigere Bodenbearbeitung und einige Zusatzkosten mehr verteuern das Gesamtprojekt um zwei Millionen Euro . Trotz dieser Kostenexplosion noch vor Baubeginn rührte sich nur wenig Widerstand im Kreistag, die Genehmigungsplanung in der vorliegenden Form wurde akzeptiert.

CDU-Fraktionssprecherin Susanne Ganster fragte angesichts der Kostensteigerung dann aber doch einmal nach, ob sich nicht noch Einsparpotenzial biete - was der Architekt pauschal verneinte. Weitere zusätzliche Arbeiten und Kosten seien momentan nicht zu erkennen, erklärte er. Deutlich wurde als einziges Kreistagsmitglied FDP-Sprecher Reinhold Hohn. "Entsetzt" sei er über diese Kostensteigerung von 13 Prozent und fürchte Schlimmes, wenn er an die Erfahrungen des letzten großen Schulbauprojektes in Thaleischweiler-Fröschen denke, als immer wieder Nachtragsaufträge genehmigt werden mussten.

Landrat Hans Jörg Duppré versuchte, zu beschwichtigen. Über die Dimension des neuen Parkplatzes müsse noch einmal gesprochen werden, erklärt er und appellierte an den Kreistag, die Pläne zu akzeptieren, denn sie müssten schnell auf den Weg gebracht werden, weil die Zeit dränge. Enttäuscht zeigte sich Grünen-Sprecher Bernd Schumacher, weil seiner Meinung nach zu wenig getan werde für das Energiesparen beim Neubauprojekt. SPD-Kreistagsmitglied Peter Spitzer beerbt am 1. Oktober seinen Parteikollegen Ernst Hügel als erster Kreisbeigeordneter. Gestern wurde der 43-jährige Sozialdemokrat mit 26 Ja-Stimmen bei sechs Nein-Stimmen und fünf Enthaltungen für acht Jahre als hauptamtlicher Stellvertreter des Landrates gewählt. 37 Kreistagsmitglieder waren gestern im Kreistagssaal in Pirmasens bei der Beigeordnetenwahl anwesend, wobei die große Koalition von CDU und SPD 27 Stimmen stellte; FDP-Kreistagsmitglied Reinhold Hohn hatte zuvor angekündigt, Spitzer als Kreisbeigeordneten mitzutragen. Zwei Stimmen aus den Koalitionsreihen hat der SPD-Politiker also nicht bekommen. Mit den 26 Ja-Stimmen wurde Spitzer von 70 Prozent der anwesenden Kreistagsmitglieder gewählt.

Die beiden anderen Oppositionsfraktionen hatten ohnehin angekündigt, nachdem Spitzer von SPD-Fraktionschef Alexander Fuhr vorgeschlagen worden war, ihn nicht mittragen zu können.