1. Pfälzischer Merkur

Warten auf Kommunion und Konfirmation in Rheinland-Pfalz

Feiern aufgeschoben : Warten auf Kommunion und Konfirmation

Ob katholische Erstkommunion oder evangelische Konfirmation: Wegen der Corona-Krise sind die Feiern erst einmal aufgeschoben worden. Viele Kinder und Jugendliche müssen wohl noch warten, bis ihr großer Tag kommt.

Tausende Kinder in Rheinland Pfalz und im Saarland warten auf ihre Erstkommunionfeiern: Diese waren nach Ostern wegen der Corona-Pandemie verschoben worden und sollen nun schrittweise nachgeholt werden, wie die katholischen Bistümer mitteilten. In welcher Form aber und wann – dazu gibt es in den Pfarreien zwischen Mosel, Saar und Rhein verschiedene Überlegungen. Denn klar ist trotz grundsätzlich grünem Licht: Aufgrund der Corona-Auflagen können derzeit die Erstkommunionfeiern nicht in er gewohnten Form stattfinden, wie das Bistum Mainz mitteilte.

Die Referentin des Dekanates Mainz-Stadt, Eva Reuter, erklärte, dass alles von der Größe der Kirche vor Ort abhinge. „Wenn ich 30 Kinder habe, die zur Kommunion gehen, aber es dürfen wegen der Abstandsregeln nur 50 Leute in die Kirche, ist ein schöner Gottesdienst mit Familienangehörigen überhaupt nicht möglich.“ Insofern schaue jede Gemeinde derzeit für sich selbst, was möglich ist – und suche nach Lösungen.

Einige Gemeinden hätten ihre Erstkommunionsfeiern auf November und Dezember verschoben, „in der Hoffnung, dass man bis dahin in größerem Rahmen feiern kann“, sagte Reuter. Andere wollten die Gottesdienste auf das Frühjahr 2021 legen – und dann zwei Feiern für zwei Jahrgänge anbieten. Die dritte Variante sei, in den nächsten Wochen zu feiern: Dann aber in Kleingruppen mit fünf bis sieben Kindern plus Familienangehörigen.

Im Bistum Trier sind Feiern der Erstkommunion derzeit auch nur in kleinen Gruppen in Gottesdiensten möglich. Wenn die Gruppen größer sein sollten, müsse man das Ende der Pandemie abwarten oder ins nächste Jahr gehen, teilte das Bistum mit. Die Entscheidung darüber liege bei den jeweiligen Pfarreiengemeinschaften: Seelsorgeteams würden mit den Gremien, den Eltern und den Katecheten darüber beraten.

Im Bistum Trier, das auch weite Teile des Saarlandes umfasst, geht man von knapp 9000 Kommunionskindern aus, die von der Verschiebung in diesem Jahr betroffen sind. „Viele waren traurig, dass die Erstkommunion in diesem Jahr ausgefallen ist“, teilte die Sprecherin in Trier mit. Bischof Stephan Ackermann hatte sich daher mit einem Brief an Kinder und Eltern gewandt und einen live gestreamten Gottesdienst am Weißen Sonntag (19. April) besonders den Kommunionkindern gewidmet.

Auch bei den Firmungen sei es so, dass viele Gemeinden diese nun Ende des Jahres planten, sagte Dekanatsreferentin Reuter. Sie wisse aber auch von etlichen Jugendlichen, die ihre Firmung direkt auf 2021 legen wollten, auch um den Kurs dazu in Gänze wahrnehmen zu können. Das Bistum Mainz zählt rund 5000 Kommunionkinder in diesem Jahr.

Das Bistum Speyer betont, dass an den Erstkommunionfeiern – die seit Juni wieder erlaubt sind – nur so viele Personen teilnehmen könnten, dass der Mindestabstand von 1,50 Meter eingehalten werden könne. Die meisten Pfarreien seien momentan dabei, Nachholtermine mit den Eltern zu prüfen, sagte der Sprecher. Manche Pfarreien planten mögliche Feiern noch vor den Sommerferien, andere im Juli und August oder ganz im neuen Jahr. Bistumsweit seien rund 3500 Kinder betroffen.

In der Evangelischen Landeskirche der Pfalz mussten wegen Corona rund 4000 Konfirmanden ihre Konfirmation verschieben. Derzeit werde geplant, diese im September oder Anfang Oktober vor den Herbstferien nachzuholen, sagte der kommissarische Pressesprecher Andreas Rummel in Speyer. Es könne sein, dass je nach dann geltenden Corona-Regeln die Anzahl der Gäste bei der Feier begrenzt sein werde. „Was sehr schade wäre“, sagte er.

Es gebe aber auch kreative Lösungen: In Wilgartswiesen in der Südwestpfalz zum Beispiel plane der Pfarrer die Konfirmation bereits im Juni – im Freien auf einem rund 2000 Quadratmeter großen Grundstück direkt vor der Kirchentür. „So kann er die Abstandsregeln gewährleisten“, sagte Rummel.