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In den Ferien bietet die Stadt Zweibrücken nur eine Notbetreuung an

Geplante Freizeiten fallen aus : In den Ferien nur Notbetreuung

Bedingt durch die Corona-Pandemie fallen diesen Sommer alle vier von der Verwaltung geplanten Freizeiten aus. Es gibt aber eine Notbetreuung für die ersten vier Ferienwochen, hierfür sind bislang 77 Kinder angemeldet worden.

Traurige Nachricht für die Kinder in Zweibrücken: Die Stadt Zweibrücken kann dieses Jahr keine Ferienfreizeiten anbieten, wie sie das traditionellerweise immer tut. Das geht aus der Antwort auf eine Anfrage der SPD-Stadtratsfraktion hervor.

Diese wollte von der Verwaltung wissen, wie sich das Angebot in diesem von Corona geprägten Jahr darstellt. Die Antwort der Verwaltung ist ernüchternd – aber im Grunde genommen wenig überraschend: Die traditionelle Ferienbetreuung entfällt in diesem Jahr. Und zwar aufgrund der hohen Anmeldezahlen, teilt das Rathaus mit.

Was in früheren Jahren ein Grund zur Freude gewesen wäre, stellt heuer einen Stolperstein dar: Weil zu viele Kinder und Jugendliche Interesse an den Ferienfreizeiten der Stadt bekundeten, müssen diese entfallen – die Infektionsgefahr sei zu hoch, schreibt die Verwaltung. „Die vorgegebenen Hygienestandards können hier nicht gewährleistet werden.“

Ursprünglich bot die Stadt vier verschiedene Freizeiten an: die Kindererlebniswochen (1. und 2. Ferienwoche)  – hier meldeten sich 80 Kinder an, rund 25 Betreuer wären hinzugekommen; die Aktions- und Forscherwoche (3. Ferienwoche) – hier wären es 30 Teilnehmer plus etwa neun Betreuer gewesen; die Auslandsfreizeit (2. und 3. Ferienwoche) – dafür gab es 30 Anmeldungen plus drei Betreuer sowie weitere Vorort-Betreuung durch Reiseanbieter; das Zirkusprojekt (6. Ferienwoche) – hier war das Interesse mit 140 Teilnehmern besonders groß, hinzu wären etwa 35 Betreuer zuzüglich Zirkuspersonal gekommen.

Kurzum: Etliche Kinder haben nun das Nachsehen, für die vier genannten Freizeiten gab es immerhin 280 Anmeldungen.

Doch sieht sich die Stadt, wie erwähnt, nicht in der Lage, Veranstaltungen in dieser Größenordnung so zu organisieren, dass das Wohl keines der Teilnehmer gefährdet ist.

Das Landesjugendamt habe in einem Rundschreiben empfohlen, ausschließlich Betreuungen in Kleingruppen mit jeweils höchstens 15 Kindern zu organisieren. „In diesen Gruppen sind auch die verantwortlichen Mitarbeiter gebunden, so dass es aus personellen Gründen leider nicht möglich ist, zusätzliche Gruppen anzubieten. Daher kann seitens der Jugendpflege kein weiterer Ausbau der Ferienbetreuung erfolgen“, heißt es in der Antwort der Stadt auf die SPD-Anfrage weiter.

Die Anmeldungen zu den Ferienfreizeiten erfolgten durch die Eltern bereits Ende 2019 – da ahnte noch niemand etwas böses. Nun, da die Stadtverwaltung absagen musste, ist klar: Nicht nur für die Kinder, sondern auch für deren Eltern, die nun neu planen müssen, wird dieser Sommer nicht so sein wie frühere Sommer.

Man habe die Erziehungsberechtigten bei der Absage allerdings über die Möglichkeit der Notbetreuung informiert, merkt das Rathaus an.

Die Jugendpflege habe unter Mithilfe des Stadtjugendrings bei den bereits angemeldeten Familien ermittelt, wie hoch der Bedarf hierfür sei. „Ziel dieser Erhebung war es, Konzepte zu entwickeln, um allen bereits für die Freizeiten angemeldeten Kinder eine Betreuung zu ermöglichen, sofern diese zwingend benötigt wird.“

Viele der befragten Eltern hätten jedoch durch den Wegfall der eigentlichen Angebote wie etwa das Zirkus-Projekt entschieden, die Notbetreuung nicht in Anspruch zu nehmen und die Betreuung ihrer Kinder selbst zu übernehmen

Die Auswertung hat laut Stadt folgenden Bedarf an Notbetreuungsplätzen ergeben: 28 Plätze für die erste Ferienwoche, 23 Plätze für die zweite Ferienwoche, 13 Plätze für die dritte Ferienwoche und 13 Plätze für die vierte Ferienwoche.

„Aus der Erfahrung heraus haben sich 4 Wochen vor den Sommerferien fast alle Eltern gemeldet, die einen Betreuungsplatz benötigen. Die bestehenden Notbetreuungen können noch aufgestockt werden, allerdings nur soweit, wie es die jeweiligen Hygienekonzepte entsprechend der Landesvorgaben erlauben“, macht das Rathaus auf eine gewisse Flexibilität aufmerksam.

Die SPD wollte in ihrer Anfrage zudem wissen, ob sich die Verwaltung über eventuelle Sonderprogramme von Land und Bund informiert habe. Das Rathaus merkt hierzu an, dass es „im Bereich der offenen Jugendarbeit“ Sonderprogramme gebe, die eine „weitreichende Förderung digitaler Angebote“ vorsehe. „Zur Nutzung dieser Angebote, die auch Schulungen umfassen, benötigt die Jugendpflege allerdings die entsprechende technische Ausstattung wie: Programme, Zugriff zu Webspace und Serverkapazitäten, Zugriff zu Online-Service Programmen (z.B. Google Docs), Headsets zur Online-Kommunikation, und ähnlichem“, weist die Stadt daraufhin, dass der Zugriff auf solche digitale Angebote nicht einfach umzusetzen sei.

Ferner fragte die SPD nach, welche Mittel im Haushaltsjahr 2020 für die Ferienbetreuung zur Verfügung gestellt wurden. Die Stadt erklärt in ihrer Antwort, dass für sämtliche Ferienbetreuungen in diesem Jahr 76 500 Euro angesetzt worden seien. Hierunter fielen unter anderem Zuschüsse für Vereine und Verbände, Zuschüsse für Kinder- und Jugenderholung von Pflegekindern, sonstige Maßnahmen der Jugenderholung wie etwas die Pfingstbegegnung, Honorare für Betreuer, Rettungsschwimmer und Referenten bei Schulungen sowie Kosten für Tagesausflüge.

„Darüber hinaus gibt es in diesem Jahr eine Landesförderung in Höhe von 12 972,03 Euro. Diese schöpfen wir vollständig aus“, erklärt das Rathaus abschließend.