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Brücke für Radler und Passanten am Bubenhauser Kreisel in Zweibrücken

Wichtige Verbindung zwischen Bubenhausen in der Zweibrücker Innenstadt : Brücke wird wohl erst 2021 erneuert

Die seit fast zwei Jahren gesperrte Brücke für Fußgänger und Radfahrer am Bubenhauser Kreisel sollte eigentlich bereits 2019 saniert worden sein. Doch die für die Finanzierungsfrage wichtige Übertragung von Landes- auf Bundes-Eigentum verzögert sich.

Schon seit September 2018 ist die Fußgänger- und Radfahrer-Brücke am Bubenhauser Kreisel komplett gesperrt. Damals teilte die Stadt mit, die Brücke könne erst 2019 saniert werden, weil man Geld dafür in den Haushalt stellen müsse. Diejenigen, die sich damals darüber empörten, dass es so lange dauert, wären heute froh, wenn so lange gedauert hätte – denn die Brücke ist bis heute gesperrt. Und Merkur-Recherchen zeigen: Sie wird sogar noch länger gesperrt bleiben als zuletzt angekündigt.

In der Januar-Stadtratssitzung nämlich hatte die Verwaltung informiert, eine Umwidmung der L 471 zur B 424 schaffe die Voraussetzungen dafür, dass die morrscheHolzbrücke in den vom Landesbetrieb Mobilität (LBM) verwalteten Brückenbestand des Bundes übergehe, sie werde dann dieses Jahr durch eine Alu-Konstruktion ersetzt (wir berichteten).

Der Merkur hat deshalb diese Woche beim LBM nach dem aktuellen Sachstand gefragt. Die Umwidmung bedürfe der Zustimmung des Bundes, von dort gebe es aber noch keine Rückmeldung, berichtet Richard Lutz, Leiter des LBM Kaiserslautern. Man habe aber „mit der Stadt vereinbart, dass der UBZ Umwelt- und Servicebetrieb Zweibrücken) die Sanierungs-Planung parallel vorantreibt, damit wenn die Umwidmung endgültig geklärt ist, wir direkt mit der Sanierung beginnen können“. Doch auf die Frage, ob damit wie im Stadtrat angekündigt im Laufe dieses Jahres gebaut werden kann, antwortet Lutz: „Dieses Jahr wird schwierig. Da wird baulich nichts mehr passieren.“ Schließlich sei das Umwidmungs-Prozedere aufwendig. Trotz seines Pessimismus – ausschließen tut Lutz nichts: „Ich lasse mich gerne eines besseren belehren.“

Muss für die Bauarbeiten der Kreisel-Ast Richtung Bahneinschnitt (L 471) und Autobahn nach Pirmasens gesperrt werden, über den die Fußgängerbrücke führt? Oder vielleicht sogar der ganze Kreisel? Für diese Frage verweist Lutz an den UBZ, weil dieser an der Detail-Planung sei. Der UBZ antwortet auf Anfrage schriftlich: „Derzeit ist nicht absehbar, ob und wie lange für die Bauarbeiten eine Sperrung des Kreisel-Astes erforderlich ist. Wir hier im Haus gehen allerdings davon aus, dass die notwendigen Bauarbeiten ohne eine Sperrung nur schwer umsetzbar sein dürften.“

Und was wird die Brücken-Erneuerung ungefähr kosten? Der UBZ antwortet: „Zu den Kosten für Abriss und Neubau können wir derzeit leider keine Angaben machen, da hierzu noch weitere Fachgutachten hinzugezogen werden müssen. Leider ist nicht nur der Holzbodenbelag massiv beschädigt, sondern auch die Hauptträger (Leimholzbinder).“ Für die Brücken-Nutzer werde es nach dem Brücken-Neubau keine Veränderungen geben.

Die Kosten für die neue Brücke werde nach der Hochstufung zur Bundesstraße der Bund tragen, erläutert Richard Lutz. In wessen Eigentum war die Brücke denn bisher? Stadt oder Land? Lutz antwortet: „Das wurde leider, als der Bubenhauser Kreisel und die Brücke gebaut wurden, nicht eindeutig geregelt.“ Aber es gebe ein Prinzip, wonach eine Brücke im Zweifelsfall „dem höherlastigen Verkehrsträger gehört“, hier also wegen der L 471 nicht der Stadt, sondern dem Land. Finanziert worden sei der Bubenhauser Kreisel mitsamt Umfeld von „vielen, vielen Schultern, da ist der Bund mit drin, die Stadt, das Land“.

Die Diskussion um die Brücke war diese Woche wieder aufgeflammt. So fragte der Bürger Uwe Menzner anlässlich der einwöchigen Sperrung des Überfliegers und der Autobahn-Auffahrt vom Kreisel kommend Richtung Saarland unter dem Artikel auf der Merkur-Facebook-Seite: „Wann wird denn eigentlich die Fußgängerbrücke gegenüber erneuert? Die, die seit knapp zwei Jahren gesperrt ist? Gerade jetzt, wo der Verkehr Richtung Autobahn durch die Südtangente umgeleitet wird, ist es einmal mehr für den Kreisel durchquerende Fußgänger lebensgefährlich. Sollte doch eigentlich schon längst erledigt sein?“