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Grasbahnrennen des MSC Zweibrücken erneut wegen Corona abgesagt

Motorsport : Auch 2021 keine heulenden Motoren

Der MSC Zweibrücken muss sein 58. Grasbahnrennen coronabedingt erneut verschieben.

Die Hoffnung auf spannende Rennen in diesem Jahr war da, aber auch die Befürchtung schwang in den vergangenen Monaten immer mit. Nun ist es Gewissheit: Auch 2021 wird es kein Internationales ADAC Grasbahnrennen in Zweibrücken geben. Der Vorstand des veranstaltenden MSC Zweibrücken hat beschlossen, die für 5. September geplante 58. Auflage des Motorsport-Events auf der Rennwiese abzusagen. Erneut. Denn bereits im vergangenen Jahr fiel diese der Corona-Krise zum Opfer. 2022 wird nun ein neuer Anlauf genommen.

„Das Grasbahnrennen kann nach jetzigem Stand nicht im gewohnten Umfang durchgeführt werden. Deshalb hat sich die Vorstandschaft schweren Herzens zur Absage entschieden“, schreibt der MSC in seiner Mitteilung. Wegen der aktuellen Beschränkungen wäre zum Beispiel der Besuch des Fahrerlagers nicht möglich. Zudem müssten allen Zuschauern feste Plätze zugewiesen werden. Die Tribüne könnte nur zu einem Bruchteil belegt werden. „Eine komplette Erfassung der eintretenden Personen, wie es im letzten Jahr bei der Grasbahn-Europameisterschaft im südfranzösischen Tayac durchgeführt wurde, ist dem MSC aus organisatorischen Gründen auch nicht möglich“, heißt es in der Mitteilung weiter. Dem Verein sei es auch wichtig, das Grasbahnrennen für alle Personen zugänglich zu machen und nicht zu selektieren.

Und eine Veranstaltung mit begrenzter Zuschauerzahl stehe für den MSC auch nicht zur Debatte, da die Veranstaltung nur kostendeckend durchgeführt werden kann, wenn eine große Anzahl von Zuschauern möglich ist. Erst 2018 feierte der Verein nach über dreijähriger Pause das Comeback seiner Traditionsveranstaltung. Allerdings war die Zuschauerresonanz damals mit rund 2500 Besuchern hinter den Erwartungen der Organisatoren geblieben. Doch der MSC sei „nochmal mit einem blauen Auge davongekommen“, betonte der Vorsitzende Rudi Zeiter damals. Um die Kosten vollständig zu decken, benötigt der Club 3000 bis 3500 Zuschauer. Daher hatte der Verein zunächst gehadert, ob er sein Grasbahnrennen überhaupt am Leben erhalten soll. Im Dezember 2019 hatten sich die Verantwortlichen dazu entschlossen, die 58. Auflage in Angriff zu nehmen. Dann kam die Pandemie.

Bei der derzeitigen Entwicklung der Corona-Krise sei es fraglich, ob die Fahrer aus dem Ausland, die zu einem internationalen Rennen nunmal dazu gehören, überhaupt anreisen könnten. Es sei nicht abzusehen, „wie die Einreisebeschränkungen für Fahrer aus den Niederlanden, Tschechien, Großbritannien oder Finnland im September aussehen werden“.

Zu Beginn des Jahres, als noch nicht absehbar war, ob die 58. Auflage in Zweibrücken stattfinden kann, hatten sich bereits die ersten Fahrer gemeldet. Dazu gehöre auch Marcel Dachs, der seit über 15 Jahren in Zweibrücken am Start ist und immer wieder für Überraschungen sorgt. Bei den Spitzenfahrern sei der „Catman“, Stephan Katt, bereits hoch motiviert gewesen, den sportlichen Wettbewerb mit seinen Konkurrenten aufzunehmen. Ebenso hat das deutsche Management des britischen Speedwayprofis und Grasbahnspezialisten Chris „Bomber“ Harris um einen Startplatz angefragt. Der 39-jährige Speedway-Grand-Prix-Sieger aus Truro hätte tags zuvor noch das WM-Rennen in Morizes bestritten und wäre über Nacht nach Zweibrücken gereist. Der erste Start des neuen MSC-Gespannes in der Nationalen Seitenwagenklasse muss ebenso verschoben werden. In diesem Jahr wollten der aus dem belgischen Zolder stammende Joachim Martens und der Dellfelder Ralf Drönner unter der Flagge des MSC Zweibrücken ein Wort um die vorderen Plätze mitreden. Doch aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Daher möchte der MSC Zweibrücken im kommenden Jahr wieder einen spannenden Renntag mit Spitzenfahrern aus dem In- und Ausland sowie den Newcomern, Hobbyfahrern und Junioren auf die Beine stellen.